Jahrgang 
1908
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4 Ober-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Bander.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung der Apostelgeschichte. Kirchengeschichte bis 325, nach Schäfer III. 1. u. 2. Thessalonicher Brief u. 1. Korinther-Brief. Galaterbrief. Wiederholung von Kathechismus-Sprüchen, Liedern und Psalmen. Klemme.

2. Deutſch: 3 St. Proben aus dem Urtexte des Nibelungenliedes und von Wlter v. der Vogelweide. Inhalt von Wolframs Parzival. Ausblick auf nordische Sagenkreise. Gelesen: Schiller. Wallenstein; Goethe, Hermann und Dorothea und Egmont. Schöne Stellen wurden auswendig gelernt, darunter ein Monolog Wallensteins. Poetik im Anschlusse an die Lektüre, Vorträge der Schüler, zumeist im Anschluss an die Privatlektüre; hieran anknüpfend, rhetorische Belehrungen. Wiederholung früher gelernter Gedichte. Gram- matisches und Stilistisches bei der Durchnahme der Aufsätze. Bauder.

Themata der Aufsätze:

1. Welche Vorteile und Annehmlichkeiten bietet uns das Leben in einer Stadt? 2. Welchen Eindruck machte der junge Siegfried in Worms? 3. Welchen Einfluss übten die orientalischen Völker auf dic alten Griechen aus? 4.(Klausurarb.) Wodurch gelingt es dem Sänger des Nibelungenliedes, den grimmen Hagen uns menschlich näher zu bringen? 5. Mit welchem Rechte können wir von einer Schule des Lebens sprechen? 6. Welche geschichtlichen Gemälde entwirft Schiller in scinem Prologe zu Wallensteins Lager? 7.(Klausurarb.) Welche Ursachen führen die Trennung des Max Pikkolomini von Wallenstein und von Thekla herbei? 8. Was will uns Schillers Wort sagen:Denn über alles Glück gcht doch der Freund, der's fühlend erst erschafft, der's teilend mehrt?

3. kateiniſch: 7 St. Gelesen wurde Sallust: Catilina u. bell.Jug(teilw.) Liv. XXII. Cicero: Cato Maior. In Catil. I. Bauder. Nergil: I V.(im Durchblick) Auswendig- lernen einzelner Stellen. 2 St. Rudolph. Grammatik, Stilistik: alle 2 Wochen eine schriftliche Ubersetzung ins Lateinische, vierteljährlich eine Ubersetzung ins Deutsche; zwei deutsche Ausarbeitungen über Gelesenes. Bauder.

4. Sriechiſch: 6 St. Syntax des Verbs. Schriftliche Ubersetzungen ins Grie- chische und aus dem Griechischen alle 14 Tage abwechselnd. Lekt. Herod B. VII in Auswahl: Xenoph. Memor. B. I. II. Hom. Odyss. 13 24 in Auswahl. Schulze.

5. Franzöſiſch: 3 St. Lektüre: Ségur, Moscou et le Passage de la Bérézina(Velh. & Kl.); Racine, Athalie(Velh.& Kl.) Dreyling.

6. Hebräiſch(wahlfrei): Die Formenlehre des Verbums. Übungen im Analysieren und Ubersetzen. Klemme.

7. Engliſch:(wahlfrei): 2 St. Lektüre: Deutschbeins Vorstufen. Schneider.

8. Seſchichte und Erdkunde: 3 St. Griechische und römische Geschichte. Gerland.

9. IIlathematik: 4 St. Einiges über Transversalen; harmonische Punkte und Strahlen; Trigonometrie; Konstruktionsaufgaben; quadratische Gleichungen. Glaser.

10. Ilaturlehre: 2 St. Wärmelehre nebst Anwendungen auf Meteorologie, Akustik. Eckhardt.

11. Zeichnen: 2 St. Nicht verbindlich. Linearzeichnen. Rechtwinkl. Projektionen. Herbold, v. 1. Nov. Milow.

Unter-Sekunda. Ordinarius: Professor Fröling.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung ausgewählter Abschnitte des Evangel. nach Lukas. Wiederholung der Bergpredigt und der wichtigsten Abschnitte aus der Apostel- geschichte. Wiederholung von Katechismus, Sprüchen, Liedern und Psalmen. Fröling.

2. Deutſch: 3 St. Anleitung zur Aufsatzbildung durch Übungen im Auffinden und

Anordnen des Stoffes. Lektüre: Gedichte und Aufsätze des Lesebuchs von Muff; Schillers Glocke; Dichtung der Befreiungskriege; Wilhelm Tell; Jungfrau von Orleans. Aus-

wendiglernen von Gedichten und Dichterstellen sowie IIbungen im freien Vortrag. Aulsätze alle 4 Wochen. Halbjährlich eine einstiündige deutsche Ausarbeitung in der Klasse. Fröling.