Jahrgang 
1902
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der bisherige wissenschaftliche Hilfslehrer, Herr Dr. Gerland, zum Oberlehrer, mit. Berechnung des Dienstalters vom 1. Oktober 1901 an, ernannt wurde.

Herr Oberlehrer Zins sah sich durch ein Augenleiden genötigt, um seine Ver- setzung in den Ruhestand zu bitten, und wird seine Thätigkeit mit Schluss dieses Schul- jahres aufgeben. Weiteres über das Ausscheiden des langjährigen, treuen Mitarbeiters aus unserem Lehrerkollegium werden wir später berichten.

Dem Direktor wurde durch die Huld Seiner Majestät des Kaisers und- nigs ein Freiplatz auf der Dampfyacht der Hamburg-Amerika-LiniePrinzessin Viktoria Luise zur Fahrt nach den nordischen Hauptstädten überwiesen. Die Reise dauerte vom 18. August bis zum 10. September, während welcher Zeit einige der Herren Kollegen die Vertretung freundlichst übernahmen.

4. Unterrichtszeit, Ausflüge u. a. Das Schuljahr begann mit der Auf- nahmeprüfung der neuen Schüler am Montag, den 15. April 1901 und schliesst am 22. März. Die Ferienzeit ist durch die für unsere Provinz erlassene Ferienordnung geregelt. Aus dem vorhergehenden Schuljahre haben wir noch zu berichten, dass der Herr wirkl. Ge- heime Oberregierungsrat Gruhl aus Berlin am 19. März 1901 unsere Anstalt mit, seinem Besuche beehrte und dem Unterrichte in mehreren der oberen Klassen beiwohnte. Schülerausflüge wurden unter Führung der Klassenlehrer am 21. Mai unternommen und hatten St. Goarshausen, Aschaffenburg, Langenschwalbach und den Taunus zum Ziel. Am Nachmittage des 20. September besuchten die Realprimaner, geführt von Herrn Ober- lehrer Achard, das Städelsche Museum in Frankfurt. Wegen grosser Hitze fiel der Unter- richt von 11 Uhr vormittags an aus am 30. Mai, am 1., 3. und 6. Juni. Für die Unter- bringung der Fahrräder der aus der Umgegend zur Schule kommenden Schüler wurde während der Sommerferien ein gedeckter Fahrradstand gebaut. Nachdem dieLehr- pläne und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preussen 1901 mit Verfügung vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium vom 6. Juni übersandt worden waren, wurde der Unterricht, wo es erforderlich war, nach Massgabe der neuen Bestimmungen abgeändert.

5. Der Gesundheitszustand der Lehrer war ein günstiger, so dass nur kurze Vertretungen wegen Erkrankung nötig wurden. Wegen Einziehung zu einer militärischen Uebung musste Herr Oberlehrer Purgold vom 6.13. August, und vom 23.28. September wegen Todesfalls in der Familie Herr Professor Frölin g vertreten werden. Die Schüler blieben von ansteckenden Krankheiten verschont. Geimpft wurden am 7. Mai durch

Herrn Kreisarzt Dr. Ziehe 28 Schüler.