Jahrgang 
1902
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2. Deutsch: 3 St. Proben aus dem Urtexte des Nibelungenliedes und von Walther v. der Vogelweide. Gudrun privatim. Inhalt von Wolframs Parzival. Ausblick auf nor- dische Sagenkreise. Gelesen: Schiller, Wallenstein; Gocthe, Egmont u. Götz von Berli- chingen. Schöne Stellen wurden auswendig gelernt, darunter ein Monolog Wallensteins. Poetik im Anschluss an die Lektüre. Vorträge der Schüler zumeist im Anschluss an die Privatlektüre; hieran anknüpfend rhetorische Belehrungen. Wiederholung früher ge- lernter Gedichte. Grammatisches und Stilistisches bei der Durchnahme der Aufsätze. Bauder.

Themata der Aufsätze:

1. In welcher Weise wirkt die wiedererwachende Natur auf den Menschen ein? 2. Welchen Verlauf nahmen Ingurthas verbrecherische Unternehmungen bis zur Einnahme der Festung Cirta? (Klassenaufsatz) 3. In welcher Weise sind im Charakterbilde Kriemhilds christliche und heidnische Züge vereinigt? 4. Wie lässt sich das Wort:»Was die Schickung schickt, ertrage, wer ausharret, wird gekrönt« auf Gudrun anwenden? 5. Wie werden der Bürger und der Bauer inWallen- steins Lager beurteilt? 6. Was lehrt uns das Wort Max Piccolominis:Und alles wanket, wo der Glaube fehlt? 7. Wie entwickeln sich Haupt- und Nebenhandlung in den beiden ersten Akten von GoethesEgmont? 8. Wodurch wird in GoethesEgmont dem Helden der Abschied vom Leben erleichtert?.

3. Lateinisch: 7 St. Gelesen wurde: Sallusts de bello Ingurth(teilw.), Ciceros Cato maior., Virgils Aeneis B. IV. VIII. mit Auswahl. Auswendiglernen einzelner Stellen. Livius XXII. kursorisch. 2 St. Grammatik, Stilistik; alle 2 Wochen eine schriftliche Ubersetzung ins Lateinische. vierteljührlich eine Ubersetzung ins Deutsche; 2 deutsche Aus- arbeitungen über Gelesenes. Bauder.

4. Griechisch: 6 St. Gr. Syntax des Verbs. Schriftliche Ubersetzungen ins Grie- chische und aus dem Griechischen alle 14 Tage abwechselnd. Lekt. In Auswahl: Herod. VII, Xenoph. Memor. I. II. Hom. Odyss. 13 21. Auswendiglernen geeigneter Stellen. Schulze.

5. Französisch: 2 St. Lektüre: Sarcey, Siége de Paris(Velh.& Kl.) und Théàtre moderne(Coppée, Pailleron, Theuriet) Ed. von Kron(Gärtner, Berlin). Dreyling.

6. Englisch(wahlfrei): 2 St. Lektüre nach DeutschbeinsVorstufen. Dreyling.

7. Hebräisch(wahlfrei): 2 St. Elementarlehre. Das starke Verb ohne und mit Suffixen. Die schwachen Verbalwurzeln. Fröling.

8. Geschichte und Erdkunde: 3 St. Griechische und römische Geschichte. Gerland.

9. Mathematik: 4 St. Glaser.

10. Naturlehre: 2 St. S.-S. Repetition und Erweiterung des chemischen Pensums der Unter-Sekunda. W.-S. Ausführlichere Behandlung der Lehre vom Schall u. d. Wärme.

pranck.

Unter-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Glaser.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung des Evangel. nach Lukas. Wiederholung der Bergpredigt und der wichtigsten Abschnitte aus der Apostelgeschichte. Wiederhol. von Katechismus, Sprüchen, Liedern und Psalmen. Fröling..

2. Deutsch: 3 St. Anleitung zur Aufsatzbildung durch UÜbungen im Auffinden und Anordnen des Stoffes. Lekt. Gedichte und Aufsätze des Lesebuchs von Hopf-Paulsiek; Schillers Glocke; Dichtung der Befreiungskriege; Minna von Barnhelm: privatim Jungfrau von Orleans. Auswendiglernen von Gedichten und Dichterstellen, sowie Uebungen im freien Vortrag. Aufsätze alle 4 Wochen. Halbjährlich eine einstündige deutsche Aus- arbeitung in der Klasse. Fröling.