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Adolf von Schaumburg-Lippe und Prinzess Feodora von Meiningen Platz nahmen, um der Feier beizuwohnen. Nachdem die Töne des Chorals„Wir beten an die Macht der Liebe“ verhallt waren, hielt Herr Landrat von der Heydt die Festrede, in der er betonte, dass Kaiser Friedrich, der Liebling des ganzen deutschen Volkes, den Homburgern doch ganz besonders nahe gestanden habe, und damit schloss, dass der edle, zu früh verklärte Fürst für alle Deutschen innig geliebt, tief betrauert, ewig unvergesslich sei. An diese Rede schloss sich ein von Herrn Zins geleiteter Gesang des Progymnasiasten-Chors nach einer Komposition von Methfessel. Als Text dienten folgende, von dem Unterzeichneten dem Andenken Kaiser Friedrichs gewidmete Worte:
Nie werd' ich Dein vergessen, Du hast aus Schlachtendonner Du edler Zollernsohn; Den Sieg uns heimgebracht; Des deutschen Volkes Liebe Du hast uns miterbauet Ist deiner Treue Lohn. Des deutschen Reiches Macht. Steig' auf, mein Lied, zum Himmelszelt Dein gold'nes Herz, Dein schlichter Sinn Zum Danke Dir, mein Fürst, mein Held! Riss Nord und Süd zur Liebe hin.
Umweht von Taunuslüften, Erhebt dein Bild sich dort, Du lebst vor unsern Augen, In unsern Herzen fort. Uns ruft dein Mund laut mahnend zu, So deutsch, so treu zu sein, wie Du.
Die Hülle fiel, und es zeigte sich auf rotem Granitsockel die weisse Marmorbüste des Kaisers im Feldherrnmantel, ein Werk des Bildhauers J. Uphus. Nachdem die Militärmusik die Hymne gespielt hatte, übernahm Herr Bürgermeister Dr. Tettenborn das Denkmal im Namen der Stadt mit Worten des Dankes an alle, die bei der Errichtung mitgewirkt hatten. Darauf folgte nach zwei Gesangsvorträgen der Vorbeimarsch der Vereine vor dem Denkmal. Die Schüler unserer Anstalt legten einen Kranz aus Maiglöckchen mit Atlasschleife, die eine Wid- mungsinschrift trug, am Fusse des Denkmals nieder und marschierten dann von dem Festplatze
weg, indem sie, wie alle übrigen Anwesenden, einen dauernden Eindruck von der schönen Feier mit sich nahmen.
Das Sedanfest konnte nicht, wie geplant war, im Freien begangen werden, da durch eine Verfügung des Königl. Landrats Freiherrn von der Heidt eine öffentliche Feier wegen der Zeitumstände für unpassend erklärt worden war. Lehrer und Schüler versammelten sich daher in der Schule, wo Herr Achard die Festrede hielt. Er gedachte der siegreichen Kämpfe, die Deutschland im Jahre 1870 vor dem Eindringen der Feinde bewahrt haben, und
schilderte anschaulich die Schlacht von Wörth. Der Jugend wurde ihre Pflicht, das schwer Errungene zu bewahren, ans Herz gelegt.
Am 27. Januar begann die Schulfeier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers um 11 Ubr vormittags. Auf den einleitenden Gesang nebst Gebet folgten die Vorträge von den Schülern. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer A. Giesse, der die Entwicklungsgeschichte unseres preussischen Vaterlandes mit besonderer Berücksichtigung seines Verhältnisses zu Kaiser und Reich in knapper Form darstellte. Die Rede schloss nach einem Hinweis auf die Hohenzollerntugenden unsres Königs mit einer besonders an die Jugend gerichteten Mahnung zur Treue gegen König und Vaterland und einem Hoch auf Se. Majestät Kaiser Wilhelm II., in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Die übrigen vaterländischen Erinnerungstage wurden in gewohnter Weise mit den Schülern in den Klassen begangen.
4. Vertretung eines Lehrers für längere Zeit war nötig, als Herr Maurer, zu einer militärischen Ubung einberufen, vom 2. August bis zuam 28. September beurlaubt war, Seinen Unterricht übernahm Herr Dr. W. Küster aus Wiesbaden, den Herr Direktor Dr. Pähler in entgegenkommender Weise vom 2. August an von seiner Thätigkeit am Wiesbadener Gymnasium beurlaubte. Vertreten wurden ausserdem der Direktor am 5. und 6. September,


