Jahrgang 
1882
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Es haben Schüler des hiesigen Progymnasiums seit einer Reihe von Jahren an 11 ver- schiedenen, teils preussischen, teils hessischen Gymnasien Aufnahmeprüfungen bestanden. Nach den von uns eingezogenen genauen Erkundigungen ereignete es sich nie, dass einer unserer Schüler dort eine Klasse tiefer gesetzt worden würe, als diejenige war, aus welcher er hier abging, dagegen kam es wiederholt vor, dass ein solcher gleich oder schon nach ver- hältnismässig recht kurzer Zeit in eine höhere Klasse versetzt wurde, oder auch mit Zöglingen anderer Anstalten examiniert eine Bevorzugung errang. Ja, ein begabter und sehr fleissiger Schüler wurde aus unserer Untersekunda nach Prima versetzt.

DasQualificationszeugnis für den einjährigen freiwilligen Militärdienst wurde am Schluss des vorigen Schuljahrs 12 Realschülern und 2 Gymnasialschülern vom Lebrer-Collegium

zuerkannt.

II. Lehr-Verfassung.

A. Innere Organisation.

Da verschiedene Anfragen von aussen her über die innere Einrichtung unserer Lehr- anstalt an die Direktion gerichtet und auch von der Centralstelle in Leipzig 470 Exemplare des Programms zur Verteilung an andere höhere Schulen bestellt worden sind, so dürfte es zweckmässig erscheinen, dieselbe hier nochmals auseinanderzusetzen.

Weil wegen der Verbindung des Progymnasiums mit der Realschule die Secunda zwei- jährig gemacht werden musste, so werden jetzt Schüler, die lautrichtig zu lesen und im Zahlen- kreis von 1 bis 100 zu rechnen im Stande sind, schon mit dem 7. Lebensjahre in die Vorbe- reitungsklasse(VII) aufgenommen, wo in zweijährigem Cursus abgesehen von den übrigen für dieses Alter passenden Lehrgegenständen ganz besonders im Deutschen orthographische und grammatische Uebungen mit ihnen vorgenommen werden. Die übrigen Klassen reihen sich in der Realschule und dem Progymnasium folgendermassen parallel laufend an einander an:

Realklassen. Gymnasialklassen. Lebensalter. Schulgeld.

VIIſE 7 u. 8 Jahr 52 VI 9. 64 V VI 10 64 IV V 11 1 76 IIl IV 12 4 76 uſn 12 13 u. 14 90 12 1Iſt 15 p. 16 90

In den unteren Klassen werden die Gymnasialschüler in den altelassischen Sprachen allein, in den lebenden Sprachen wie in sämtlichen Realien mit den Realschülern gemein- schaftlich unterrichtet. Nur in den obersten Klassen empfangen die Gymnasialschüler ausser in den classischen Sprachen für sich allein noch Unterricht im Deutschen, in der Geschichte,

der Mathematik und Physik.(Siehe allgemeinen Lehrplan.)

B. Lehrer-Collegium.

Am Schluss des vorigen Schuljahrs verliess der wissenschaftliche Hülfslehrer, Herr Dr. Meyer, unsere Schule, um eine ihm angebotene Lehrerstelle an der Fürsten- und Landes- schule in Grimma zu übernehmen. Lehrer wie Schüler werden dem so achtbaren Manne ein freundliches Andenken bewahren. An seine Stelle trat Herr Dr. philol. R. Oehler, welcher

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