Jahrgang 
1882
Einzelbild herunterladen

Gerickul n ber dao ve floooene Sckrun ljer lt

von Oſtern 1881 bis 1882.

I. Allgemeines.

Wegen der ungemein hohen Kosten, welche das letzte Programm unserer Schulkasse verursachte, wurde vom Lehrer-Collegium beschlossen, das diesjährige Programm ohne Ab- handlung, nur mit den Schulnachrichten auszugeben.

Die im verflossenen Schuljahr eingeführte und von Königlicher Behörde gebilligte Schulordnung(Schulgesetz) hat auf die Schüler eine sichtbar gute Wirkung ausgeübt. Ueber- tretungen sind selten vorgekommen. Denjenigen verehrten Eltern, welche, der in unserem vorigen Programm ausgesprochenen Bitte entsprechend, auf diegenaue Befolgung der ge- gebenen Vorschriften mit hingewirkt und zum Segen ihrer Kinder ihren Einfluss dahin geltend gemacht haben, diesen günstigen Erfolg zu erzielen, sagen wir unseren besten Dank, sprechen aber gleichzeitig die Hoffnung aus, dass dies auch fernerhin geschehen möge; denn nur dann, wenn Schule und Haus zusammenwirken, können günstige erzichliche Resultate erwartet werden. Besonders dürfte es empfehlenswert sein, auf die häusliche Lectüre genau zu achten. Es sind von verschiedenen DLehrern in den Händen der Schüler Bücher gefunden worden, welche unter keinen Umständen vor die Augen der Jugend gehören.

Auch im verflossenen Zeitabschnitt kam es wiederholt vor, dass Schüler, die es seiner- zeit versäumt hatten, an dem lateinischen Unterrichte Teil zu nehmen, den Nachteil dieses Umstandes später empfanden und nun durch Privatstunden das Versäumte nachzuholen ver- suchten, weil von allen denen, die beabsichtigen, später ihre Studien zum Behufe der Er- langung irgend einer Lebensstellung auf einer höheren Lehranstalt zu vervollständigen, Kennt- nis der lateinischen Sprache gesetzlich verlangt werden muss. Möchten doch alle diejenigen Eltern, deren Söhne bei der jetzt zu Ostern stattfindenden Versetzung in die Quinta der Real- schule eintreten, es sich zeitig wohl überlegen, ob es ihnen nicht später wünschenswert sein dürfte, ihre Kinder an dem dort beginnenden lateinischen Unterricht Anteil nehmen zu lassen.

Die Verbindung des Progymnasiums mit der Realschule bietet grade den Vorteil, dass nicht nur solche Zöglinge, welche später ein sogenanntes Brodstudium zu ergreifen gedenken, sondern auch Realschüler wenn auch mit verminderter, für sie jedoch ausreichender Stunden- zuhl in der lateinischen Sprache unterrichtet werden können.

Gleichzeitig möchten wir denjenigen verehrten Eltern, deren Söhne beabsichtigen, sich dem Lehrerstande zu widmen, den wohlgemeinten Rat geben, dieselben lieber einer Präpa- randenschyfe zu übergeben, da eine Realschule nach dem vorgeschriebenen Lehrplane weitaus andere räsp. höhere Ziele verfolgt, mithin als Vorbereitungs-Anstalt für ein Schullehrerseminar füglich nicht benutzt werden kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dort Schülern, die aus anderen Anstalten kommen, der Eintritt in das Seminar erschwert ist. 4

Nachdem nun unser Progymnasium seit 2 Jahren mit 5 aufsteigenden Klassen ein vollständiges, d. h. bis zur Prima reichendes geworden ist, dürfte es jetzt an der Zeit sein, auch hier über die seitherige Wirksamkeit desselben wenigstens in allgemeinen Umrissen nähere Mitteilungen folgen zu lassen, wie sie vor Kurzem einem hohen Voargesetzten auf dessen Anordnung in detaillirter Weise gemacht worden sind.