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ſtanden im Berichtsjahr wieder ℳ 1100,— zur Verfügung. Für die Vermehrung der Lehrer⸗ und Schüler⸗ bücherei und der erdkundlichen Sammlung wurden ℳ 1950,— ausgegeben.
Frau Superintendent Wiſſemann ſtiftete aus dem Nachlaß ihres am 27. 10. verſtorbenen Mannes eine wertvolle Sammlung ausgeſtopfter Vögel, wofür ihr auch an dieſer Stelle der herzlichſte Dank aus⸗ geſprochen wird.
c. Zu Oſtern 1925 wurde die erſte Oberprima mit 19 Schülern und 3 Schülerinnen eröffnet, und der Ausbau der Schule zur Vollanſtalt vollendet. Die Umwandlung in ein Reform⸗Real⸗ gymnaſium wurde fortgeſetzt, ſodaß im Berichtsjahr in den Klaſſen VI— UIII nach den Lehrplänen des Reform⸗Realgymnaſiums und in den Klaſſen OIII— Ol nach denjenigen des Realgymnaſiums unter⸗
richtet wurde. 6 VII. Schulgeſchichte.
Das Schuljahr begann am 22. April in der herkömmlichen Weiſe mit einer Andacht, der Verleſung der wichtigſten Beſtimmungen der Schulordnung und der Verpflichtung der neueingetretenen Schüler auf die Schulgeſetze. Die Aufnahmeprüfungen hatten am 21. April ſtattgefunden.
Am 15. 5. fand eine Feier gelegentlich des Amtsantritts des Reichspräſidenten von Hindenburg ſtatt. Herr Studienrat Dr. Andrae hielt die Anſprache. Der Chor ſang„Altniederländiſche Volkslieder“ von Kremſer
Am 20. 5. ſtarb nach einem arbeitsreichen, geſegneten Leben Herr Oberlehrer Friedrich Pfaff, der in den Jahren 1883 bis 1903 mit großem Erfolg an unſerer Schule als Lehrer tätig war. Mit ganzer Kraft hatte er ſich, wie Herr Studienrat Dr. Andrae in ſeinem dem Verblichenen gewidmeten Nachruf ſagt, der hiſtoriſchen Erforſchung des Kreiſes und der Stadt hingegeben. Dazu waren ihm die rechten Gaben in die Wiege gelegt: die ehrfurchtsvolle Liebe zum alten Stamm und der Vatererde, Verſtändnis für die größten Angelegenheiten der Völker und Teilnahme an den kleinſten Begebenheiten des Menſchenlebens und, was noch wertvoller für den Hiſtoriker iſt, einen unerbittlichen Wahrheitsſinn und ein vorzügliches Gedächtnis. Leider wurde ihm der Abſchluß der faſt vollendeten Geſchichte der Stadt Hofgeismar durch den Tod unmöglich ge⸗ macht. Er hinterließ die Handſchrift als ein Zeichen der Anhänglichkeit dem Realgymnaſium, das ihm dafür zu größtem Dank verpflichtet iſt und ſein Andenken hoch in Ehren halten wird. Am 27. 10. ſtarb Herr Superintendent D. Georg Wiſſemann. Er hat in den ſchweren Kriegsjahren aushilfsweiſe als Lehrer an der Schule gewirkt und durch ſeine liebenswürdige Art ſich die Herzen der Schüler zu gewinnen verſtanden. Als Mitglied des Schulausſchuſſes hat er ſich, ſtets auf die Förderung der Intereſſen der Schule bedacht, durch eifrige Mitarbeit an dem Ausbau der Schule zur Vollanſtalt verdient gemacht. Die Schule wird ſeinen Namen in dankbarer Erinnerung behalten.
Am 20. und 21. 11. unterzog Herr Oberſchulrat Dr. Zühlke die Anſtalt einer eingehenden Be⸗ ſichtigung, auf Grund deren von dem Provinzial⸗Schulkollegium Caſſel dem Miniſterium für Wiſeenſchaft Kunſt und Volksbildung vorgeſchlagen wurde, die Anſtalt als Vollanſtalt anzuerkennen.
Am 29. 1. wurden alle Anſtaltsräume durch den Verwaltungsdezernenten des Provinzial⸗Schul⸗ kollegiums Caſſel, Herrn Oberregierungsrat v. Bamberg, und den Herrn Regierungsbaurat Morin vom Hoch⸗ bauamt II Caſſel eingehend auf ihre Zulänglichkeit und Geeignetheit für die Zwecke einer neunklaſſigen höheren Lehranſtalt geprüft. Eine Reihe baulicher Veränderungen(Einrichtung von Aborten mit Waſſer⸗ ſpülung, Ausbau von 2 großen Klaſſenräumen, Anbringung aller Klaſſentüren mit Aufſchlag nach außen, feuerſicherer Abſchluß des Hausbodens u. a. m.), die zur Abſtellung der Unzulänglichkeiten des Schulgebäudes gefordert wurden, ſind noch im Berichtsjahr in Angriff genommen worden und bis zum Beginn des neuen Schuljahres fertiggeſtellt worden. Die endgültige Anerkennung der Schule als Vollanſtalt wird im Laufe des Sommers 1926 erfolgen.


