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wo ſie auch das Maximum ihrer Frequenz, nämlich 63 Zöglinge, erreicht. Ueber die Erfolge ihrer Wirkſamkeit ſpricht Herr Decan Senfft, der ihr längere Zeit als Schulinſpector vorſtand, wie folgt aus:„Dieſe Schule hat unſtreitbar ihre Verdienſte gehabt, denn in dieſem langen Zeitraum, worin faſt alle übrigen mit ihr gleichzeitig errichteten Realſchulen aus Mangel an Schülern unter⸗ gegangen ſind, hat ſie ſich fortwährend behauptet, hat ſie bis zu ihrem Ende Zöglinge genug ge⸗ habt, und unter dieſen ſind nicht wenige geweſen, welche etwas Tüchtiges in ihr erlernt haben und, wohl⸗ vorbereitet, zu einem gewerhlichen e oder andern Geſchäfte daraus entlaſſen werden kountem
IInthrim. Von 1846— 1849. Da die ſeitherige Nealſchule theils wegen Mangels an einer genügenden Schülerzahl— es blieben im Frühjahr 1846 nur 2 Schüler— theils und haupt⸗ ſächlich wegen ihrer dem fortgeſchrittenen Zeitgeiſte nicht mehr entſprechenden Leiſtungen durch ein Regierungsreſcript vom 20. M kai 1846 bis auf weitere Verfügung aufgehoben wurde, ſo war Uſingen eine Zeit lang ohne Realſchule. Dieſer Zuſtand dauerte jedoch nur 3 Jahre. Das Be⸗ dürfniß einer Bildungsanſtalt, in welcher dem durch die neueren Entdeckungen auf allen Gebieten der Naturwiſſenſchaften in den verſchiedenſten Zweigen des induſtriellen Lebens hervorgerufenen Auf⸗ ſchwunge Rechnung getragen würde, machte ſich mehr und mehr geltend, und ſo wurde denn ſchon zu Anfang des Jahres 1849, indem die bereits im Frühjahr 1843 mit Genehmigung Herzoglicher Landesregierung entſtandene Privatſchule dieſen Zweck nur unvollkommen und unter großen Opfern der Intereſſenten erreichen konnte, die nöthigen Schritte zur Gründung einer neuen Realſchule ge⸗ than. Daß ſich dies verwirklichte und daß die ſchon im Frühjahr 1849 eröffnete neue Realſchule thatſächlich als eine verbeſſerte ins Leben treten konnte, das bleibt das Verdienſt der Herren Decan Senfft und Pfarrer Schellenberg. Beide erklärten ſich nämlich bereit, an dieſer Schule lehrend mitzuwirten, wodurch bei dem damaligen Mangel an geeigneten Lehrkräften und namentlichnbei den beſcheidenen Finanzverhältniſſen Uſingens die Gründung und die zweckdienliche Umändevung der Lehr⸗ verfaſſung ermöglicht wurde. Mit treuer Hingabe widmeten ſie ihre Muße der neuen Anſtalt, und daß ihr Bemühen von gutem Erfolge demeſent iſt das kinſummiige liuthei der kein ſht ollen Bünge der Stadt. 2tes Entwicklu ngsſtadium. Von 1849— 1861. Die neue Reatſchule wourdo eine 2klaſſige; jede Klaſſe hatte einen 2jährigen Curſus. Decan Senfft wurde mit der Leitung der Anſtalt betraut; außerdem übernahm er noch den Unterricht in der Religion und im Latein Stadt⸗ pfarrer Schellenberg ertheilte Franzöſiſch und Geſchichte, Für Mathematik und Naturwiſſen⸗ ſchaften wurde ein Reallehrer angeſtellt, der in dieſen Fächern einen den Anforderungen der neuern Zeit angemeſſenen Unterricht zu ertheilen vermochte, und es wurden dieſen Zweigen des Wiſſens eine gebührende Anzahl Lectionen zugewieſen. Die übrigen Lehrgegenſtände wurden Hilfslehrern, in der Regel einem oder mehreren hier angeſtellten Elementarlehrern, übertragen. Aau liich Tun unienrich war in entſprechender Weiſe Sorge getragen. 3
Durch ziemlich bedeutende Zuſchüſſe aus der Landesſteuerkaſſe wurde es möglic gemuchte nach und nach eine recht ſchöne Sammlung von phyſikaliſchen, chemiſchen und naturgeſchichtlichen Lehr⸗ apparaten zu erwerben, die Bibliothet durch Anſchaffung guter Bücher zu vermehren, wie auch ſon⸗ ſtige Hülfsmittel zur Ertheilung eines anſchaulichen und fruchtbringenden Unterrichts für die Anſtalt zu erlangen. Die Stadt miethete ein ſchönes Local, welches außer den erforderlichen Lehrſälen und


