Jahrgang 
1867
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weinſtweilen an die Realſchule dirigirt, mit ihren Unterrichtsgegenſtänden und mit dem bürgerlichen Rechnen betraut ward. Dieſer Lehrer blieb, vom 1. Janunar an als Lehrer der Realſchule beſoldet, definitiv bis 15. April 1853, da er als 1. Lehrer nach dem benachbarten Wörsdorf abgerufen ward. Unterdeſſen waren weitere Perſonalveränderungen eingetreten. Pfarrer Girshauſen legte nach vielen Verhandlungen Herbſt 1860 den Unterricht in Deutſch und Geſchichte nieder, ſtatt deſſen übernahm Dr. Hermann das Deutſche in II und der inmittelſt hierher gerufene Candidat Friedr. Wenzel die Geſchichte. Dr. W. Zollmann, nachdem er die Staatsprüfung beſtanden, war nämlich 15. Juni 1859 nach Biebrich verſetzt und Fr. Wenzel von Weilmünſter ſtatt ſeiner als Lehrer des Franzöſiſchen und Engliſchen,proviſoriſch bis nach beſtandener Prüfung, beſtellt worden. Auch den lateiniſchen Unterricht gab Pfarrer Girshauſen auf mehrmaliges Nachſuchen mit Regie⸗ rungsgenehmigung vom 3. März 1861 gänzlich auf, als Ferdinand Schübler, 1. Reallehrer zu Ems, nachdem im Mai 1860 eine Reviſion der Realſchule durch die dazu committirten beiden Herrn Schulreferenten der Regierung ſtattgefunden hatte, ſeine Stelle mit derjenihen des Drrder mann vertauſchte und dieſen Unterricht übernehmen konnte.

Der Verfügung Sr. Hoheit des Herzogs, Zuſchüſſe aus der Landesſteuercaſſe zur Begründung und Erhaltung der Realſchule zu gewähren, wenn deren Frequenz geſichert ſei, iſt Herzogl, Landes⸗ regierung in jedem Jahre getreulich nachgekommen. Dieſe Unterſtützungen zu detailliren, geſtattet der Raum nicht; es ſei nur bemerkt, daß ſich ſolche je auf 1000 fl., 1100 fl, und 1200 fl. beliefen. Im erſten Jahre wurden 1400 fl., wovon 500 fl. für Bibliothek, phyſikal. und Lehr⸗Apparat, ver⸗ abreicht. Die Verwilligung richtete ſich normativ nach dem alljährlich feſtgeſetzten Schulbudget, wo⸗ bei ſtets Verzeichniſſe der zu machenden Anſchaffungen vorgelegt und genehmigt, nachher zur Aus⸗ führung gebracht wurden. Solcherweiſe ward der Grund gelegt zur Schulbibliothek, zum vhoſie liſchen, Zeichen⸗ und Lehr⸗Apparat überhaupt und daran fortgebaut.

Eine völlige Umgeſtaltung erfuhr das Realſchulweſen in Naſſau, damit auch unſere Scule, im Herbſte 1862 durch die Ausführung des Reorganiſationsgeſetzes vom 5. Mai 1861. Die Schule ward nun eine Zklaſſige, Dirigent der 1. Stadtpfarrer, 1. Reallehrer mit den Functionen eines Oberlehrers nach Inſtruction vom October 1862 F. Schübler, 2. Reallehrer Fr. Wenzel nach 1860 beſtandener Staatsprüfung in Pädagogik, Geographie und Geſchichte, im Deutſchen, Franzö⸗ ſiſchen und Engliſchen, ein beſonderer Vorſtand als Beirath von dem Gemeinderathe ernannt, dem Unterrichte endlichder Lehrplan für die Naſſ. Realſchulen mit unbedeutenden, von den örtlichen Verhältniſſen bedingten Modificationen zu Grunde gelegt. Als Beiräthe fungirten im Vorſtande inſtructionsmäßig: Landoberſchultheiſerei⸗Verwalter Seyberth, Apotheker Lindenborn, die Gemeinderäthe E. Roth und Chr. Baumann, Buchbinder H. Weber, nach Verſetzung des Erſtern Amtmann Oppermann, und nach deſſen Verſetzung Amtsaſſeſſor Spamer, wieder ge⸗ wählt bei Erneuerung des Vorſtandes nebſt den übrigen Herrn mit Ausnahme des Gemeinderathes Ch. Baumann, an deſſen Stelle Bürgermeiſter Klein trat. Das Schulgeld wurde durch R. Rſcr. vom 7. October 1863 ſeſtgeſetzt halbjährlich für einen Realiſten auff 6 ſu. fir⸗ einen daüiviſt auf 12 fl., das Eintrittsgeld auf 4 fl. int sanid Die Schule arbeitete nun innerhalb der vorgezeichneten Bahn und Grene in ruhig ſeſter, ungeſtörter, lebendiger Fortentwicklung ihrem Zwecke entgegen mit mehr oder weniger⸗Erſolge, ohne

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