16
weiſungen in Bezug auf Disciplin, Anordnung von Stellvertretung in augenblicklichen Verhinderungs⸗ fällen einzelner Lehrer, Ordnung im Hauſe ꝛc. dem erſten Reallehrer. Berufen wurden als die erſten ordentlichen Reallehrer: Dr. Joh. Andreas Hermann von Uſingen als 1. Reallehrer für Mathematik und Naturwiſſenſchaften, und Dr. W. Zollmann von Weilmünſter, Candidat, damals an einer Privatanſtalt zu München, als Reallehrer proviſoriſch hauptſächlich für’s Franzöſiſche und Engliſche, vorbehältlich ſeines noch abzulegenden Examens, als Nebenlehrer: Candidat der Philol gie Weldert und als dieſer nicht annahm, Pfarrer Girshanſ en für's Deutſche und die Geſchichte 8 der oberſten Klaſſe, die Elementarlehrer Hendorf für Geographie, Schönſchreiben und Geſang und Urban für's Deutſche in den untern Klaſſen, ſowie der penſionirte Zeichenlehrer vom Schullehrer⸗Seminar, Maler Beyer für den Zeichnenunterricht. Als Local ward das frühere Seminargebäude mit 3 Lehrzimmern und einigen kleineren Räumlichkeiten der Stadt miethweiſe über⸗ laſſen und Alles ſchnell in Bereitſchaft geſetzt. Nach dem öffentlichen Aufrufe, wobei das Schulgeld auf 10 fl. per Jahr, das Eintrittsgeld auf 2 fl. für den Schüler feſtgeſetzt war, meldeten ſich 63 Schüler, zu welchen ſpäter noch Einer hinzukam. Die Schule konnte am 3. Mai 1858 feierlich eroffnet werden. Die Lehrverfaſſung, Lehrgegenſtände: Deutſch, Franzöſiſch, Engliſch, Religion, Arithmetik, Geometrie, Naturlehre, Naturbeſchreibung, Geographie und Geſchichte, Schönſchreiben, Zeichnen, Geſang,— die Vertheilung der Stunden, 24—28 wöchentlich für jeden an der Anſtalt ausſchließlich beſchäftigten Lehrer, nach dem von der Herzogl. Landesregierung ſpeciell genehmigten Plane wurde geordnet nach Maßgabe des Generale's vom 14. März 1855. Als Lehrbücher, höhern Orts empfohlen und genehmigt, lagen zu Grunde, theilweiſe auch den Schülern in die Hände ge⸗ gehen: für's Deutſche Lüben's und Nacke's Leſebuch 3, 4 und 5, für's Franzöſiſche Plötz's Elemen⸗ tarbuch I, wozu ſpäter noch Lüdecking's Leſebuch I, für's Engliſche Gaspey's Converſ.⸗Grammatik und ſpäter noch Lüdecking’s Leſebuch, für's Rechnen Heis' Rechenbuch, für Geometrie Wittſtein's Element.„Geometrie und Gernerth's Grundlage der ebenen Geometrie, für Geographie Voigt's Leit⸗ faden, 14te Aufl., für Geſchichte Stacke, für Phyſik Pisko’s Lehrbuch. So begann denn der Unter⸗ richt auf Seiten der Lehrer und Schüler mit Eifer, auf Seiten der Schulbehörden und Aller mit freudiger Zuverſicht.
Nach im Mai 1858 ugetrktenem Wechſel der Schulinſpection durch Verſetzung wurde auch das Lateiniſche mit in den Unterrichtskreis aufgenommen, Pfarrer Girshauſen damit beauftragt 4. Auguſt und angefangen mit 13 Schülern, welche vom Engliſchen, ſpäter auch von der Phyſik entbunden wurden, in 2 Klaſſen auf Grund der Spieß'ſchen Lehrbücher und der Putſche'ſchen Gram⸗ matik. Geleſen ward mit den fortgeſchrittenen Schülern C. Nepos, J. Cäſar d. b. G. und Leichteres aus Ovid.
Das Ergebniß der von nun an ordnungamüfßig im Herbſte und Frühlinge erfolgenden öffent⸗ lichen Prüfungen, mit welchen im Frühjahre angemeſſene Schulfeierlichkeiten auf Grund ſpecieller Programme mit abwechſelnder Declamation, Muſik und Geſang zur Anregung äſthetiſcher Bildung und zur Belebung des Intereſſes für die Schule im Seminarſchulſaale unter Betheiligung eines zahlreichen Zuhörerkreiſes verbunden wurden, war im Ganzen und meiſt recht befriedigend.
Die Hilfslehrer Hendorf und Urban traten von der Realſchule zurück, als die 5. Elemen⸗ rarſchule zu Idſtein einging und Lehrer Schmidt durch Reg.⸗Erlaß vom 25. November 1859


