Das Eintrittsgeld für einen Schüler beträgt ſeit der Reorganiſation fünf Gulden, das Schul⸗ geld der Realiſten jährlich 20, der Mädchen 25, der Latiniſten 30 fl.
An Ereigniſſen von mehr oder minderem Einfluß auf das Schulleben ſind zwei Epidemien: das Scharlachfieber im Winter 1861/62, an dem auch einer unſerer Schüler ſtarb, und die Maſern im Winter 1862,63, welche beide Krankheiten eine Verlängerung der Weihnachtsferien nöthig mach⸗ ten, ferner die Krankheit des erſten Realiehrers im Januar und Februar 1862, die Jubiläums feier der Leipziger Schlacht, 1863, die mit Rede des Dirigenten, Vorleſen der Begebenheiten, zwei Liedern und Deklamationen im Kreiſe der Lehrer, Schüler und Realſchulvorſtandsmitglieder be⸗ gangen wurde, und die Jubiläumsfeier Sr. Hoheit des Herzogs Adolf, 1864, in ähnlicher Weiſe abgehalten, zu erwähnen. Auch wurde in günſtigen Sommern ein Schwimmunterricht, den Lehrer Jung lauch Turnlehrer) übernahm, auf Privatkoſten der Schüler eingerichtet.
Mit dem Winterſemeſter 1865/66 wurde der definitive Lehrplan eingeführt. Die in demſelben aufgeführten Lehrbücher ſind ſchon oder kommen noch völlig mit dem Aufrücken der Klaſſen in Gebrauch. Das Sommerſemeſter 1866 begann am 28. April, das Winterſemeſter am 26. October 1866, die Sommerfexien dauerten diesmal 3, die Herbſtferien 3 ½ Wochen, die Weihnachtsferien 10 Tage. Die Herbſtprüfung war am 1. October.
nênnAAnAA—
Schulnachrichten.
G Lehrverfaſſung.
Das Lehrperſonal unſerer d dreiklaſſigen Schule(letzte Klaſſe mit 2 Jahrgängen) beſteht aus folgenden Mitgliedern: nm e 1) Dirigent Realoberlehrer Ulrich; 2) Reallehrer Preß, 3) Lehrer Jung, als Hauptlehrern, und 4) evang. Caplan Vogel in Nied, für Religionsunterricht und Latein, 5) kathol. Caplan Schupp in Höcſt, für Religionsunterricht, 6) Elementarlehrer Johann Weil, für Geſang,
7) Elementarlehrer Ludwig Link, für Schönſchreiben, als Hilfslehrern.
Der katholiſche Religionslehrer im Sommer 1866, Herr Caplan Ohlenſchläger, wurde mit Anfang November verſetzt.
8 Ferdinand Ulrich, geboren den 10. Oktober 1818 zu Erbach im Rheingau, ſtudirte nach ſeinem Abgang von der Elementarſchule privatim fremde Sprachen und Realien, beſuchte von 1838 bis 1841 das Idſteiner Seminar, bekleidete von 1841 bis 1843 eine Hauslehrerſtelle in Wiesbaden, wurde daſelbſt 1842 Lehrgehilfe an der Stadtſchule, 1844 Lehrer in Gei ſenheim, 1845 Hilfslehrer au der dort errichteten Realſchule, machte im Winter 1848/49 das Examen für Realwiſſenſchaften, wurde 1851 Reallehrer in Limburg, 1854 in Montabaur, 1858 in Höchſt, 1860 erſter Reallehrer daſelbſt, 1862 Dirigent der Realſchule und 1863 Realoberlehrer.
Heinrich Preß, geboren den 17. Februar 1829 in Idſtein, beſuchte die Elementarſchule daſelbſt bis zu ſei⸗ nem 16. Jahre, dann drei Jahre das Seminar und wurde 1848 in Rodenroth, Amts Herborn, als Lehrvicar ange⸗ ſtellt und 9 Monate ſpäter nach Löhnberg, Amts Weilburg, verſetzt. Von da ging er, beurlaubt, nach England und
7


