—— Frankreich, um ſich dem Studium der neueren Sprachen zu widmen. Nach beinahe fünfjährigem Aufenthalt daſelbſt wurde er 1858 an die Realſchule zu Höchſt dirigirt und nach beſtandenem Examen in den neueren Sprachen 1860 zum Reallehrer daſelbſt ernannt.
Karl Jung, geboren den 5. November 1839 zu Niederhadamar, beſuchte daſelbſt die Elementarſchule und, nach Vorbereitung für den Lehrerberuf, von 1856 bis 1859 das Seminar zu Montabaur, ward 1859 Subſtitut in Langendernbach und Frickhofen, 1860 bis 1862 Lehrgehilfe in Eſchhofen, Amts Limburg, 1862 Lehrgehilfe in Nieder⸗ ſelters und im Winterſemeſter 1862/63 Hilfslehrer an der hieſigen Realſchule.
Die Mitglieder des Realſchulvorſtandes ſind gegenwärtig die Herren Bürgermeiſter Ade⸗ lon, P. A. Bied, Kaufmann W. Lina, Holzhändler Balth. Schweitzer und Procurator Dr. E. Stamm..
Der Gang und die Ausdehnung des Unterrichts ergibt folgende:
Aeberſicht der im Schuljahre 1866/67 behandelten Jehrgegenſtände.
I. Religionslehre.
a) Katholiſche. Im Sommer: Klaſſe III. und II. combinirt, Leſeſtücke aus dem alten Teſtament; ſodann Kl. III. Glaubensquellen und Eigenſchaften des Glaubens: Kl. II. die Tugend⸗ und Gnadenlehre, Taufe, Firmung. Zuſ. wöchentl. 2 St. Kl. I. die katholiſche Glaubenslehre; hierzu geeignete Leſeſtücke aus der bibl. Geſchichte. Wöchentl. 2 St. Caplan Ohlenſchläger. Im Winter: Kl. III. und II. combinirt, Leſen und gleichzeitiges Memoriren bibliſcher Geſchichte; ſodann Kl. III. die 6 erſten Artikel des apoſtol. Glaubensbekenntniſſes; Kl. II. die Lehre von den Gnadenmitteln und dem Gebete bis zu Ende. Zuſammen wöchentl. 2 St. Kl. I. die Geſammtlehre von den Geboten. deſen und gleichzeitiges Memoriren bibliſcher
Geſchichte. Wöchentlich 2 Stunden. Caplan Schupp. b) Evangeliſche. Kl. III. und II. comb. Bibliſche Geſchichte des N. T.(nach Otto); Bibelleſen. Zuſammen wöchentl. 2 St. Kl. I. Landeskatechismus II. und III. Hauptſtück; Bibelleſen; Predigtexamen. Wöchent⸗
lich 2 Stunden.„ Caplan Vogel.
II. Deutſche Sprache.
Kl. III. Das Allgemeine aus der Wort⸗ und Satzlehre, Deklination und Conjugation mit mündl. und ſchriftl. Uebungen. Leſen und Erklären proſaiſcher und poetiſcher Stücke aus Lübens und Nackes Leſebuch, 4r Theil, bis zum Schluß, mit beſonderer Berückſichtigung ſeltener Ausdrücke und Wörter und kurzer Biographie der betreffenden Dichter. Kleinere Aufſätze im Anſchluß an den Lehr⸗ und Leſeſtoff; kleine Beſchreibungen von Thieren und Pflanzen, mit ſchriftl. und mündl. Correktur: Deklamiren. Orthographiſche Uebungen. Wöchentlich 4 Stunden. Lehrer Jung.
Kl. II. Wort⸗ und Satzlehre, Deklination und Conjugation ausführlicher. Leſen und Erklären proſaiſcher und poetiſcher Stücke aus Kehreins Leſebuch, I. Theil, mit angereihten grammatiſchen Uebungen und kurzen Biographien. Größere Aufſätze(Beſchreibungen, Schilderungen); kleinere Geſchäftsauſſätze, leichte Briefe, mit mündl. und ſchriftl. Correktur. Orthographiſche Uebungen. Deklamation. Wöchentlich 4 Stunden.
Lehrer Jung.
Kl. I. a) Laut⸗ und Sylbenlehre; Einiges aus Proſodie und Metrik; Deklinations⸗ und Conjugations⸗, Satz⸗ und Interpunktionslehre in tieferer Begründung und mit Vergleichung der erlernten fremden Sprachen. b) Leſen in Kehreins Leſebuch mit Analyſe und Bezug auf metriſche Verhältniſſe; Deklamiren. c) Briefe, Erzählungen, kleine Abhandlungen beſonders über Gegenſtände aus der Natur und Technologie, mit mündl. und ſchriftl. Correktur. Wöchentlich 3 Stunden. Realoberlehrer Ulrich.
. Franzöſiſche Sprache.(Realiſten Kl. III., I, I. und Lat. Kl. J.)
Kl. III. Leſen und Wi bane aus Plötz Elementarbuch, 1. Theil, Lection 1—50. Sprechübungen. Wöchent⸗ lich 6 Stunden. Kl. II. Mündliches und ſchriftliches Ueberſetzen aus Plötz, 1. Theil, Lection 56— 85.


