Jahrgang 
1867
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der 41 zu 20,(im 1863r Sommer 53 zu 23). Die Zahl der Mädchen war in den obengenann⸗ ten Semeſtern 22, 19, 24, 21, 19, 17, 18. Die Anzahl der Knaben überſtieg ſtets 40 und war am ſchwächſten(43) im Sommerſemeſter 1862, am ſtärkſten(63) im Sommer 1861; die Mittel⸗ zahlen bewegten ſich zwiſchen 47 und 56. Die Zuſchüſſe aus der Landesſteuerkaſſe zu den Koſten der Realſchule waren in dieſer Periode beträchtlich; auch wurden den Hauptlehrern Gratificationen und Gehaltserhöhungen zu Theil. Im Sommer 1860 wurde Preß zum Reallehrer, Ulrich zum erſten Reallehrer mit dem Rechte der Oberaufſicht und Verwaltung der inneren Schulangelegen⸗ heiten ernannt. Im Frühjahr 1861 wurde Reallehrer Maas nach Limburg und der prov. Real⸗ lehrer Kaspar Schlimm von dort hierher verſetzt. Er übernahm die Fächer ſeines Vorgängers, verließ aber im Auguſt 1862 Höchſt, um eine Privatſtelle in Offenbach anzunehmen. Bis zum Schluſſe des Semeſters, welches die Anfangszeit der vereinigten Schule abſchloß, wurden ſeine Stunden anderweitig untergetheilt. Noch fällt in 1861 und 1862 die Verwilligung einer Gratification an die Hauptlehrer und die Vermehrung der Naturalienſammlung um angekaufte 57 Stück ausgeſtopfte Thiere, denen ſpäter noch einige Privatgeſchenke folgten.

Nachdem die Gehaltsaufbeſſerung der Reallehrer vorausgegangen, erfolgte im Oktober 1862 die Einrichtung unſerer Schule nach dem neuen Realſchulgeſetze(vom November 1861). Demge⸗ mäß erhielten die Realſchüler einen geſonderten Religions⸗ und algebraiſchen Unterricht, die dar⸗ ſtellende Geometrie wurde(damals facultativ) eingeführt, Phyſik auf die oberſte, zwei Jahrgänge umfaſſende Klaſſe, Engliſch ebenſo, Geometrie auf die zwei oberen, Naturgeſchichte auf die zwei unteren Klaſſen beſchränkt, der Lateinunterricht in 5, vom nächſten Winter an in 6 wöchentlichen Parallelſtunden ertheilt. Nachdem von Herzoglicher Landesregierung der erſte Reallehrer Ulrich zum Dirigenten ernannt und der Lehrgehilfe Karl Jung von Niederſelters als dritter Lehrer der Anſtalt berufen worden, erfolgte die Vertheilung der Unterrichtsgegenſtände in der heute noch be⸗ ſtehenden Weiſe, nur daß damals Lehrer Jung ſtatt Geſchichte und Geographie in dritter Klaſſe zwei Stunden Schönſchreiben in erſter und 2 Geometrie in zweiter Klaſſe übernommen und die Latiniſten der erſten Klaſſe Franzöſiſch mit den Realiſten gemeinſam hatten. Den Religionsunter⸗ richt ertheilten die Herren Capläne Ohlenſchläger und Vogel(in Nied), letzterer auch Latein in 2 Abtheilungen. Im Dezember 1863 wurde der Dirigent zum Realoberlehrer ernannt. Mit dem Sommerſemeſter 1865 fanden ſich Latiniſten in allen Klaſſen und es trat der geſonderte fran⸗ zöſiſche Unterricht für die oberſten Lateinſchüler, ferner die Buchhaltung und 1866 die Chemie für die Realiſten hinzu. Die Landesſteuerkaſſenzuſchüſſe beliefen ſich in den 3 Jahren auf zuſammen 1790 Gulden. Die Frequenz der Schule in den neun Semeſtern vom Winter 1862/63 bis dahin 1866/67 betrug beziehungsweiſe 59, 77, 75, 64, 54, 57, 54, 58, 56, im Winter ſtets einige weniger als im Sommer. Dieſe gegen die vier vorhergehenden Jahre etwas geringere Geſammt⸗ zahl rührt eigentlich nur von der Abnahme der Anzahl der Mädchen her, die ſich theils auf das höhere Schulgeld, theils auf noch immer verbreitete irrige Anſichten über Mädchenbildung gründen mag. Die betrefſenden Frequenzzahlen derſelben ſind 18, 17, 19, 16, 12, 10, 11, 13, 12. Die Zahlen der Knaben: 41, 60, 56, 48, 42, 47, 43, 45, 44 zeigen im Ganzen keine Abnahme, ſon⸗ dern eine gewiſſe Stetigkeit, die nach mancherlei Andeutungen, auf die Verhältniſſen Seründer, für die Zukunft noch eine rerhöhir Durchſchnittszahl hoffen läßt. mip