Jahrgang 
1867
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wurde Reallehrer Chun an der höhern Bürgerſchule in Wiesbaden angeſtellt und ſomit eine wei⸗ tere Periode unſerer Realſchule beſchloſſen.

Denn nunmehr wurde der Reallehrer Ferdinand Ulrich von Montabaur nat Hoht verſetzt und ferner der Candidat Heinrich Preß proviſoriſch als Lehrer der neueren Sprachen angeſtellt. Da nun drei Klaſſenlehrer vorhanden waren, ſo wurden die Combinationen in Sprache, Mathematik und theilweiſe Schönſchreiben aufgehoben, Naturgeſchichte für die erſte, Phyſik für die zweite Klaſſe hinzugefügt und ein Hilfsunterricht nur noch bei den Kunſtfertigkeiten belaſſen. Nur bei dieſen, ſowie bei Geſchichte, Geographie und Naturgeſchichte blieben die zweite und dritte Klaſſe vereinigt, bei den letzten drei Fächern nur auf kurze Friſt. Latein ertheilte in 4 wöchentlichen Stunden außer der Schulzeit Reallehrer Maas. Derſelbe unterrichtete noch in deutſcher Sprache, Geſchichte und Geographie, Preß im Franzöſiſchen und Engliſchen, Ulrich in Mathematik und Naturwiſſenſchaften, jeder in allen Klaſſen, mit Ausnahme des Engliſchen. Die Vermehrung der Bibliothek und des Apparates fand fortan jährlich nach durch die Herzogliche Landesregierung ge⸗ nehmigten Voranſchlägen ſtatt. Im Durchſchnitt kann die ſeitherige Verwendung auf jährlich hundert Gulden angeſchlagen werden. Der für 1858 bewilligte Zuſchuß aus der Landesſteuerkaſſe iſt in der weiter oben angeführten Summe enthalten und es kamen im Winterſemeſter 1858,59, das dieſe kurze Epoche ſchloß, noch Gratificationen für die drei Hauptlehrer der Anſtalt hinzu. Schülerzahl 40.

Geſchichte der vereinigten Real⸗ und höhern Töchterſchule bis 1866.

Unterm 12. März 1859 wurde, nach verſchiedenen vorausgegangenen Verhandlungen, regie⸗ rungsſeitig genehmigt, daß von Oſtern 1859 an mit der Höchſter Realſchule eine höhere Töch⸗ terſchule verbunden werde. Demgemäß wurde ein bisher vom Stadtdiener benutztes Zimmer als Aufenthaltszimmer der Mädchen zum Schullocal gezogen und ein anderer geeigneter Raum als Bibliothekszimmer eingerichtet.

Der Stundenplan erlitt eine Veränderung. Ulrich übernahm deutſche Sprache in der erſten, Maas Rechnen in der dritten Klaſſe. Die bisher combinirten wiſſenſchaftlichen Realfächer wurden theilweiſe und als der inzwiſchen ſein Examen abſolvirt habende Sprachlehrer Preß im Winter⸗ ſemeſter eine Klaſſe im deutſchen Sprachunterricht übernahm, ganz nach Klaſſen getrennt unter⸗ richtet, auch eine Stunde Chemie für die Knaben der oberſten Klaſſe zugeſetzt. Am algebraiſchen,. geometriſchen, chemiſchen und phyſikaliſchen Unterrichte nahmen die Mädchen keinen Theil, erhielten dagegen an den freien Nachmittagsſtunden Dienſtags und Freitags zuſammen vier Stunden In⸗ duſtrieunterricht. Das Schulgeld der Knaben wurde auf fünfzehn, das der Mädchen auf zwanzig Gulden für's Jahr beſtimmt. Es wurden 22 Mädchen aufgenommen und mit den 62 Knaben betrug ſomit die Zahl der Schüler im Sommer 84, wovon jedoch 7 Knaben und 2 Mädchen im Laufe des Semeſters austraten. Ueberhaupt blieb in den erſten Jahren die Schülerzahl eine ſchwankende. So betrug ſie in den ſieben Semeſtern vom Sommer 1859 bis Sommer 1862 ein⸗ ſchließlich nach einander 84, 72, 71, 68, 82, 73, 61; und während die Zahl der einheimiſchen Schüler im Sommer 1859 ſich zur Anzahl der auswärtigen wie 56 zu 28 verhielt, war das Ver⸗ hältniß im Sommer 1860 wie 53 zu 18, im folgenden Winter 53 zu 15, im Sommer 1862 wie⸗