2
einem Zimmer ebener Erde im neuen Rathhauſe, dem ehemaligen Gaſthauſe zum Roſſe, ins Leben. Bis Herbſt waren die Subſellien alle beſchafft. Unterrichtsmittel waren einige Landkarten, 100 Stück Mineralien und verſchiedene Handbücher. Als Hilfslehrer unterrichteten noch Elementarlehrer Weil im Zeichnen und Geſang, Wagner in bibliſcher Geſchichte, Naturgeſchichte und Schönſchreiben. Der Confeſſionsunterricht wurde den Real⸗ und Elementarſchülern gemeinſchaftlich ertheilt, das Lehr⸗ zimmer im Herbſte in den oberen Stock verlegt.
Die Landesregierung griff der jungen Schule kräftig unter die Arme. Ein Theil der Beſol⸗ dung des Reallehrers wurde von der Landesſteuerkaſſe übernommen, den Schülern bis zum 18ten Lebensjahre die Theilnahme an einzelnen Lectionen zugeſtanden, die Beſoldung des Reallehrers er⸗ höht und der Stadtkaſſe, welcher hie Unkerhaltnng der Schule oblag, Zuſchliſſe aus der Landes ſteuerkaſſe, die ſich von 1843 bis Frühjahr 1846 auf 1375 fl. beliefen, ſowie dem Reallehrer noch als Anerkennung Gratificationen bewilligt. Das! jährliche Beitragsgeld der Schüler war auf zehn Gulden, das Eintrittsgeld auf zwei Gulden feſtgeſetzt worden.
Im Januar 1844 trat an die Stelle des verſetzten Lehrers Wagner der Elementarlehrer Prätorius mit acht wöchentlichen Lehrſtunden in Rechnen, Geometrie, Naturgeſchichte und Schön⸗ ſchreiben. Er blieb bis ein Jahr vor ſeinem Tode(1856) ein thätiger Mitarbeiter.
Im Sommer 1844 hatte die Realſchule 20 Schüler, in drei Abtheilungen unterrichtet, im Sommer 1845 fünfundzwanzig. Die Winterſemeſter hatten, wie ſeither faſt immer, einige Schüler weniger als die Sommerhalbjahre ain ubflastt 126 aMiſhſeid
Im April 1845 ging Reallehrer Becker als Lehrer der neueren Sprachen an das Gynmaſium zu Weilburg ab; am 4. Juni 1845 trat der Candidat der Realwiſſenſchaf ten Ferdinand Schübler aus Schwickershauſen in Sachſen⸗ Meiningen an ſeine Stelle. Er üͤbernahm die neueren Sprachen und die meiſten Realien und fing auch einen Turnunterricht an. Weil behielt ſeinen Unterricht, Prätorius wurde mit 12 wöchentlichen Lehrſtunden in Mathematit, Lehrer Buffier von der Elementarſchule mit Schönſchreibunterricht betraut. Bald darauf, nachdem im Dezember⸗ 1844 ein Geſchenk von Büchern aus der aufgelöſten Realſchule von Weilburg vorausgegangen, erfolgte eine bedeutende Vergrößerung des Lehrapparates durch Anſchaffung von Büchern, ſowie von Pflanzen, Käfern und Conchylien, Verſteinerungen und Felsarten aus dem Wiesbadener Muſeum, und ven phyſikaliſchen Apparaten. Im Frühjahr 1846 ſtieg die Schülerzahl auf 31, worunter 22 aus Höchſt. Unterm 26. Mai wurde Reallehrer Schübler nach Dies derſezt und damit ſchloß am 1. Juni die Zeit der einklaſſigen Realſchule. KMI San
Es wurde nunmehr das Eichhoff'ſche Inſtitut mit unſerer Anſtalt vereinigt, dieſelbe auf zwei Klaſſen erweitert, der Unterricht in den alten Sprachen in Parallelſtunden eingeführt, das jähr⸗ liche Schulgeld der Lateinſchüler auf 20 Gulden feſtgeſetzt, Candidat Eichhoff zum erſten, der Realſchulcandidat Johannes Müller von Elz proviſoriſch zum zweiten Reallehrer, letzterer mit Wohnung im Schulgebäude, ernannt. Drei Lehrzimmer und ein Zimmer für Bibliothet und Ap⸗ parat wurden eingerichtet und am 1. September 1846 bezogen. Bis dahin war der Unterricht bis Anfang Juli im alten Lehrzimmer und dem Eichhoff'ſchen Inſtitutslocale, ſpäter, hach geſchehener
Erweiterung des letzteren, in dieſem allein ertheilt worden. Das Eichhoff'ſche Jiſtitutsmöbiliar
mit Apparaten, Karten und Vorlegeblättern.* feine Minerälierammlung wurden angetauft.
1


