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wird(weil dieſelben ausgeſprochenermaßen die Parallelklaſſen des Gymnaſiums kerſetzen ſollen), das Gymnaſium aber hierin doch mehr leiſten kann, ſo iſt eine höhere Bürgerſchule für die Stadtkaſſe eine unnütze Laſt. Vielmehr ſollte die Bürgerſchule in ihren Zielen und Unterrichtsfächern dahin erweitert werden, daß ſie den hieſigen Verhältniſſen genügte.
II.(Heſſiſche Morgenzeitung Nr. 4780, Caſſel, 10. April 1872.)
Aus Hersfeld, 8. April, erhielten wir als Erwiderung auf den Artikel in Nr. 4774, in welchem ein Hersfelder ſeine Anſicht, daß die dortige höhere Bürgerſchule überflüſſig ſei, auszuführen und zu begründen verſuchte, folgende Erwiderung:„Gegenüber den Auslaſſungen Ihres„n“Cor⸗ reſpondenten d. d. Hersfeld 2. April ſehen ſich die unterzeichneten Behörden der Stadt Hersfeld, Stadtrath und Bürgerausſchuß zu nachſtehender Erklärung veranlaßt. Wir betrachten den genann⸗ ten Artikel als einen hämiſchen, gänzlich ungerechtfertigten Angriff nicht allein auf unſere höhere Bürgerſchule, deren Entwickelung und Aufblühen wir mit Vorliebe gepflegt und gefördert haben, ſondern auch auf den Bildungsſtand unſerer Mitbürger überhaupt.— Gegenüber den Thatſachen, daß ſeither nur vier Schüler aus der Stadt Hersfeld die Abgangsprüfung beſtanden haben, wollen wir erwähnen, daß ſeit Ertheilung der Berechtigung zu Abgangszeugniſſen an unſerer Anſtalt über⸗ haupt nur zehn Schüler ſich zu jener Prüfung gemeldet und dieſelbe beſtanden haben. Die Zahl i*ſt nicht bedeutend, was ſich aber einmal aus der Kürze der Zeit, ſeit welcher jene Berechtigung er⸗ theilt iſt und anderntheils aus dem Umſtand erklärt, daß zur Zeit der Einverleibung Kurheſſens in die preußiſche Monarchie die unteren Claſſen unſerer Anſtalt noch nicht vollſtändig den Anfor⸗ derungen einer preußiſchen höheren Bürgerſchule entſprachen und daß alſo noch eine Reihe von Jahren erforderlich war, um jene Ziele vollſtändig zu erreichen. Dieſer Umſtand mußte weſentlich den Beſuch der höheren Claſſen beeinträchtigen, da ſeither nur ein verhältnißmäßig kleiner Theil der Schüler zum Aufrücken in die höheren Claſſen für befähigt befunden wurde.— Hersfeld beſitzt außerdem noch eine höhere Lehranſtalt, deren Gedeihen uns nicht weniger am Herzen liegt, ein Gymnaſium, die alte berühmte Kloſterſchule, welche unter des biederen Münſcher's Leitung zu hoher Blüthe ge⸗ langte; dieſe wird ſelbſtverſtändlich auch von vielen Hersfeldern beſucht, insbeſondere von ſolchen, welche ſich akademiſchen Studien widmen wollen; wir müſſen aber die Anſicht des Verfaſſers, als ſei darum hier kein Bedürfniß zu einer höheren Real⸗Lehranſtalt vorhanden, ganz entſchieden zurück⸗ weiſen, wir würden die Intereſſen Hersfeld's auf's Tiefſte geſchädigt glauben, wenn die jetzt beſte⸗ hende Anſtalt entweder, wie jener Correſpondent wünſcht, aufgehoben oder zum Range einer niederen Bürgerſchule herabgedrückt würde. Wir haben im Gegentheil den Wunſch, daß die Anſtalt in Zu⸗ kunft durch Errichtung einer Prima zum Range einer Realſchule erſter Ordnung erweitert werde und werden dann mit Freuden die zur Erhaltung und Erweiterung unſerer Anſtalt erforderlichen Geldmittel aufwenden.“
Hersfeld, 8. April 1872.
Der Stadtrath: Der Bürgerausſchuß: Kempf. Sunkel.


