Jahrgang 
1929
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Interessen der Kriegsbeschädigten und Kriegerwaisen zu vertreten oder galt es die Ernährungsschwierig- keiten der Stadt zu überwinden und durch organisatorische Maßnahmen in gangbare Bahnen zu leiten.

So ist es zu verstehen, daß ihm der Herr Minister seine Rnerkennung aussprach, daß Schüler, Lehrer, Eltern, Vertreter der Stadt in edlem Weustreit sich bemühten, dem Scheidenden ihre Dankbarkeit und Verehrung zu bezeugen und in wertvollen Erinnerungsgaben sichtbar zum Ausdrud zu bringen.

Am Vorabend des Schulschlusses brachten die Schüler der Anstalt ihrem scheidenden Direktor einen glänzenden Fadaelzug, der in einer jugendlich begeisterten Dankesansprache eines Primaners seinen Ausklang fand.

Dr. Köhler selbst hafte bereits am 31. März offiziell Abschied von seiner geliebten Schule ge⸗ nommen, da mit dem 1. April seine Amtstätigkeit endete. Nachdem Herr Oberstudienrat Hertlein in feindurchdachten Worten ein leuchtendes Bild von dem Wollen, Streben und Wirken des Führers und Freundes gezeichnet und ihm die besten Segenswünsche für den Lebensabend mit auf den Weg gegeben hatte, gab der Scheidende noch einmal von der Stelle aus, von der er so oft Worte ernster Mahnung und vaterländischer Erhebung an die Schulgemeinde richtete, in formvollendeter Rede seiner Ueberzeugung von dem unvergänglichen Werte der Antike Xusdruck, die in die Herzen der Schüler zu pflanzen, stets der Leitstern seines Lebens gewesen war.

Mit Dr. Köhler ist eine ausgeprägte Persönſichkeit aus dem Verbande der Anstalt geschieden. Er hat die Tradition der Schule und den Geist, der seit 360 Jahren in ihr webte und wirkte, gehalten, gepflegt und gefördert. Und weil er selbst eine starke Persönlichkeit war, ehrte er auch die Persönlichkeit in anderen. Soweit die Einheit und der Zusammenhang des Schulbetriebes es immer gestatteten, ließ er jeden sich auswirken nach seiner Art und Begabung und engte ihn nicht ein durch Formeln und Regeln. Das sei ihm an dieser Stelle noch besonders gedankt.

Wir können ihn nicht besser charakterisieren als mit den Worten des Horaz, dessen Dichtungen er so viele Jahre seinen Schülern in immer neuer Begeisterung interpretierte

lustum et tenacem propositi virum Verehrung und Dankbarkeit der Berufsgenossen, der Eltern und Schüler und darüber hinaus weiter Kreise folgen ihm alsBesitz für ewig in seinen neuen Lebenskreis. Damit eint sich der Wunsch, daß das Abendrot des Lebens in wolkenlosem Glanze seine künſtigen sorgenfreien Lebensjahre überstrahle und vergolde.

VII. Die wichtigsten Verfügungen und Erſasse der Behörden.

Verfügung v. 30. 3. 29 Nr. 4600. Ueberweisung des Stud.-Ass. Elgert-Eggers an die Anstalt v. 1. 4. 29 ab. Verfügung vom 30. 3. 29 Nr. 4633. Ueberweisung des Stud.-Ass. Beils an die Rnstalt vom 1. 4. 29 ab. Verfügung vom 30. 3. 29 Nr. 4812. Die Schulordnungen sind bis auf weiteres aufgehoben. Verfügung vom 16. 7. 29 Nr. 9446 II/20 Rd. Verordnung über das öffentliche Flaggen. Verfügung vom 23. 7. 29 Nr. S. 8264. Ernennung des Stud.-Ass. Risse zum Stud.⸗Rat vom 1. 4. 29 ab Verfügung vom 25. 7. 29 S. 8265. Ernennung des Stud.-XSs. Elgert-Eggers zum Stud.-Rat vom 1. 4. 20 ab Verfügung vom 4. 4. 30 Nr. 4467. Ernennung des Stud.-Rats Dr. Herzfeld zum Oberstudien- Direktor an der Anstalt mit Wirkung vom 1. 4. 1930 ab.