Jahrgang 
1928
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Kurzschrift.

Unter Leitung von Herrn Lyzeallehrer Sauer wurden zwei Anfängerlehrgänge durchgeführt. Die Teilnehmer werden im neuen Schuljahr 1920 in einem Fortbildungslehrgang weiter gefördert. Leider fehlt bei manchen Teilnehmern der feste Wille zum ernsten Uben bis zum Ende des Lehr- ganges. In einer kleineren Gruppe des Schülerstenographenvereins wurde die Redeschrift studiert und eingeübt. Die amtl. Fertigkeitsprüfung bestanden in Kassel die Unterprimaner Goldschmidt und H. Nonnenmacher bei 150 Silben. Ferner errangen sie bei Wettschreiben Preise und Ehrenpreise bei 180 bis 200 Silben.

Da die Einheitskurzschrift heute von allen Behörden bei der Einstellung verlangt wird, und in jedem schreibenden Berufe die Kurzschrift eine kaum zu unterschätzende Hilfe ist(Nachschreiben im Kolleg, Entwürfe, Nuszüge aus Büchern usw.), so kann nur geraten werden, sie zeitig zu erlernen (etwa Olll).

h.

Die Schülerselbstverwaltung wurde durch einen Schülerausschuß ausgeübt, in den jede Klasse zwei Vertrauensmänner entsendet, die durch geheime Wahl festgestellt werden. Die Vertrauensleute vermitteln den Verkehr der Klasse mit den Lehrern, bereiten Schulveranstaltungen und Schulfeste vor und besorgen den Ordnungsdienst. Die mit der Einrichtung gemachten Erfahrungen sind im allgemeinen gute.

Die bei der eigenen Verwaltung ihrer Angelegenheiten von den Schülern gewonnene Erfahrung und lihuns kam besonders den bestehenden Schülervereinen zu gute.

.Dem im jlahre 1848 gegründeten Gymnasial⸗Turnverein gehörten am Ende des Berichtjahres 32 e Mitglieder(Schüler der Prima-Tertia) und 10 Zöglinge(Schüler der Unterklassen) an. Zweimal in der Woche fanden Ubungsstunden statt, die einen regelmäßigen guten Besuch erfuhren. Während im Sommerhalbjahr vornehmlich Leichtathletik getrieben wurde, nahmen im Winterhalbjahr Geräteturnen, Körpergymnastik und Schneeschuhlauf den Vorrang ein. Die turnerische und sport- liche Betätigung im G. T. V. geschieht nach dem Grundsatz: Es kommt nicht hauptsächlich auf die Heranzüchtung einzelner befähigter Spitzenturner, sondern auf die zielbewußte Heranbildung eines guten leistungsfähigen Durchschnittes unter Erfassung auch der unbegabteren Turner an. An den Turnfesten der D. T. beteiligten sich die Mitglieder in fast allen leichtathletischen Disziplinen mit bestem Erfolg. Bei den sportlichen Veranstaltungen des Verfassungstages gewann eine Mannschaft des Vereins im Stafettenlauf den zweiten Preis, eine Bronzeplakette des Herrn Reichspräsidenten.

2. Das Gymnasialblasorchester hielt regelmäßig seine Ubungsstunden unter Leitung von Haus- meister Schulze ab. Es nahm an der Pfingsttagung des V. D. A. in Gmunden teil, ebenso an den Kreisspieltagen in Heimboldshausen, Unterhaun, Niederaula und Neukirchen. Wie jedes Jahr wirkte die Kapelle beim Schulturnfest mit und verschönte durch Vorträge die Tagung des Vaterländischen Frauenvereins in Hersfeld. Der Verein der Klosterschüler stiftete einen Betrag von 00 RM., um die Anschaffung einer neuen Tuba zu ermöglichen.

3. Die Musikvereinigung(Streichquartett) hat infolge der UImwandlung des Musikunterrichts aufgehört ein selbständiger Verein zu sein und dient jetzt Unterrichtszwecken(s. S. 15.)

4. Das Trommler⸗ und Pfeiferkorps setzte sich aus 19 Mitgliedern zusammen und wurde von Boucsein Ollla geleitet. Es hatte öfters Gelegenheit mit dem Blasorchester zusammen nach außen hin aufzutreten.