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6. Die Schulgruppe des V. D. A., die dem von Herrn Studienrat Rudolph geleiteten Schulgruppen- verband angehört und unter Herrn Studienrat Kropps Leitung etwa 330 Mitglieder zählt, bietet in ihrer Betätigung eine Ergänzung des Unterichtes, der den Lehrplänen entsprechend auch das Aus- landdeutschtum behandeln soll.
Um die Schüler nicht in zu starkem Maße durch Feste und Feierlichkeiten abzulenken, sah man von all zu viel Veranstaltungen ab. Die Gruppe beteiligte sich:
An der jährlichen Pfingsttagung, die in diesem Jahre in Gmunden am Traunsee stattfand und den 50 Teilnehmern(einschl. Kapelle) zu einem eindrucksvollen Erlebnis wurde; an der Fahrt zu einem lJugendtreffen am Heiligenberg bei Gensungen im September, an der sich etwa 30 Mitglieder beteiligten; an einem Unterhaltungsabend im„Verein“ am 23. Februar. Außerdem wurden noch mehrere Obleutesitzungen abgehalten. 3
6. Die Spielnachmittage und Schulwanderungen wurden den Bestimmungen gemäß abgehalten. Dreimal führten uns Schülervorstellungen in das Staatliche Theater in Kassel; wir verbanden damit Wanderungen im Park von Wilhelmshöhe. Uber den Sportbetrieb ist unter„Turnen“ berichtet. Rudersport kann auf der Fulda wegen der Untiefen, des außerordentlich stark gewundenen Laufes und der vielen, kurz auf einander folgenden Wehre nicht ausgeübt werden.
7. Um die Gesundheit namentlich der Fahrschüler zu fördern, die nach Schulschluß noch längere Zeit auf ihren Zug warten müssen, ist auf Anregung von Studienrat Rudolph ein Milchverkauf eingerichtet. Die Schüler können gegen geringes Entgelt zum Frühstück warme Milch erhalten, wovon aber nur etwa 12% Gebrauch machen. Auch hier hat die Vereinigung ehemaliger kloster- schüler die Mittel für die erste Einrichtung in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Aus⸗ gegeben wurden rd. 3700 Liter Milch in 14800 Portionen.
S. Eine regelmäßige ärztliche UÜberwachung der Schüler fand nicht statt.
i. Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei, Stiftungen.
Das Schulgeld beträgt jährlich 200 RM., die in Monatsraten zu zahlen sind. Eltern, die mehrere Kinder auf höhere Schulen oder Hochschulen schicken, haben Anspruch auf gesetzliche Ermäßigung und zwar für das zweite Kind 25%, für das dritte 50 ⁄%, für alle folgenden 100%. Außerdem können Schulgeldbefreiungen und Erziehungsbeihilfen an würdige und bedürftige Schüler gewährt werden. Für soziale Zwecke stehen im ganzen 20% des Schulgeldaufkommens zur Verfügung. Die Zahl der Freistellen betrug im Sommer: 10 ganze, 38 halbe, 42 einviertel; im Winter: 10 ganze, 41 halbe, 44 einviertel. Gesetzliche Schulgeldermäßigung genossen im Sommer: 3 Schüler 100%, 20 Schüler 50%, 78 Schüler 25%; im Winter: 4 Schüler 100%, 17 Schüler 50%, 85 Schüler 25%.
Die Schülerhilfsbücherei ist gegründet im Jahre 1921, sie steht unter Leitung von Studien⸗ rat Fromme. Der Grund wurde gelegt durch Zusammenschluß der Eltern, die ein größeres Kapital für die ersten Büchereinkäufe zusammenbrachten; dadurch wurde es ermöxglicht, den Eltern aus dem verarmten Mittelstande die Kosten für das Studium ihrer Söhne zu erleichtern. Gegen eine Eintritts⸗ gebühr von 15 Mk. kann ein Schüler während seiner Gymnasialzeit sämtliche Schulbücher leihweise aus der Bücherei entnehmen. Nittellosen, begabten Schülern kann diese Vergünstigung auch ohne Eintrittsgeld gewährt werden. Seitdem Staatsmittel zur Verfügung stehen, können wir weitgehend den minderbemittelten Schülern Hilfe leisten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Benutzer 242, denen rd. 3250 Bücher ausgehändigt sind. Außerdem ist ein Reservebestand von rd. 1500 Büchern zum


