Jahrgang 
1925
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Unterhaltung durch heitere und ernste Vorträge geboten wird. Es liegen auch Bücher und Zeit⸗ schriften aus, ferner stehen die verschiedensten Unterhaltungsspiele zur Verfügung. Die Einrichtung ist mit Unterstützung ehemaliger Klosterschüler ins Leben gerufen durch den Kreisjugendpfleger, Herrn Rechnungsrat Fernau, und Stud.⸗Xss. Schmidt; die Abende werden rege besucht.

Um die Gesundheit namentlich der Fahrschüler zu fördern, die nach Schulschluß noch längere Zeit auf ihren Zug warten müssen, ist auf Anregung von Stud.⸗Rat Rudolph ein Milchverkauf ein- gerichtet. Die Schüler können gegen geringes Entgelt zum Frühstüdk warme Milch erhalten, wovon etwa 30% Gebrauch machen. Auch hier hat die Vereinigung ehemaliger Klosterschüler die Mittel für die erste Einrichtung in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Ausgegeben wurden 4500 Liter Milch in 1800 Portionen.

Eine regelmäßige ärztliche Ueberwachung der Schüler fand nicht statt. Der Herr Kreisarzt, Med.⸗R. Dr. Merkel, unterzog alle Schüler einer Untersuchung in bezug auf Eiweißausscheidung nach besonderen körperlichen Anstrengungen.

i. Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei, Stiftungen.

Das Schulgeld betrug monatlich 10 Mk. Eltern, die mehrere Kinder auf höhere Schulen oder Hochschulen schicken, haben gesetzlichen Anspruch auf Schulgeldermäßigung und zwar für das zweite Kind 25%, für das dritte 50%, für das vierte und alle folgenden 100%. Außerdem dürfen Schul⸗ geldbefreiungen für würdige und bedürftige Schüler gewährt werden bis zu einer Gesamthöhe von 10% des Schulgeldaufkommens. Weitere 7 ⁄2% des Schulgeldaufkommens stehen für die Zwecke der Hilfsbücherei und für Erziehungsbeihilfen zur Verfügung. Die Zahl der Freistellen betrug im Sommer 20 ganze und 55 halbe, im Winter 20 ganze und 50 halbe.

Die Schülerhilfsbücherei ist begründet im Jahre 1921, sie steht unter Leitung von Studien- Rat Fromme. Der Grund wurde gelegt durch Zusammenschluß der Eltern, die ein größeres Kapital für die ersten Bücherankäufe zusammenbrachten; dadurch wurde es ermöglicht, den Eltern aus dem verarmten Mittelstande die Kosten für das Studium ihrer Söhne zu erleichtern. Gegen eine Ein- trittsgebühr von 15 Mk. kann ein Schüler während seiner Gymnasialzeit sämtliche Schulbücher leihweise aus der Bücherei entnehmen. Mittellosen, begabten Schülern kann diese Vergünstigung auch ohne Eintrittsgeld gewährt werden. Seitdem Staatsmittel(7 ½2% des Schulgeldaufkommens s. oben) zur Verfügung stehen, können wir weitgehend den minderbemittelten Schülern Hilfe leisten. Gegen- wärtig beträgt die Zahl der Benutzer 190, denen rund 2500 Bücher ausgehändigt sind. Außerdem ist ein Reservebestand von 1326 Büchern zum Ersatz für verbrauchte Bücher und für die im Laufe des Schuljahres eintretenden Schüler vorhanden. Die hohe Zahl der Benutzer der Bücherei beweist, daß die Einrichtung zeitgemäß ist und den Beifall der Eltern gefunden hat.

Die Schaffung der Leihbücherei ist auch nicht ohne pädagogische Bedeutung; zunaächst haben die Schüler in der Lektúre dieselbe Ausgabe in den Händen, ferner wird dem Bücherhandel unter den Schülern das Handwerk gelegt und schließlich werden diese selbst zur sorgfältigen Behandlung ihrer Bücher und damit zur Ordnung angeleitet.

Die an der Anstalt befindlichen Stiftungen sind durch die Geldentwertung zu nichts geworden. Das gilt sowohl von der vom Begründer der Anstalt, Abt Michael, errichteten Freitischstiftung, als auch von den zahlreichen Stipendien, über die die Schule früher verfügte. Um das Andenken an diese segensreichen Einrichtungen lebendig zu erhalten, werden sie in folgendem aufgeführt: