Jahrgang 
1915
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stoß gleich die Kunde von der Mordtat in Sarajewo durch die Welt, von der Verwick- lung zwischen Oesterreich und Serbien, der Bedrohung Oesterreichs durch ufzland. dem Dazwischentreten Deutschlands, der Mobilisierung der russischen Armee. Da war die Ferienruhe jäh unterbrochen, wer fern von Hause war, eilte in die Heimat zu kommen, denn nun überstürzten sich die Ereignisse: der Erklärung der Kriegsbereit- schaft folgte schnell die Mobilisation unserer Armee, und da galt es sich eilends fertig zu machen, Abschied zu nehmen und sich auf den angewiesenen Posten zu begeben. Auch wir sahen mit geheimem Bangen und doch auch wieder stolz mehrere Mit- glieder unseres Kollegiums hinausziehen, nämlich die Herren: Kropp,· Preime, Reime und Klauer. Herr Kropp wurde als Unteroffizier der Landwehr in der Hei- mat zu verschiedenen Kommandos verwendet, Herr Preime trat als Leutnant der Land- wehr beim 52. Inf.-Rgt. ein, war erst eine Zeitlang Etappenoffizier in Montmédy, ging dann an die Front, wo er am 8. 12. im Bois le Prétre nw. Pont à Mousson durch einen Granatsplitter am Fuß verwundet wurde. Er wartet z. Z. seine Wiederherstellung im Reservelazarett zu Hersfeld ab. Durch A. K. O. vom 5. 5. 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Herr Reime wurde als Vizefeldwebel der Landwehr in das hes.- Inf.-Rgt. 71 eingestellt, bei dem er die großzen Ereignisse des Kriegsanfangs auf unserem äußersten rechten Flügel mitmachte, das schnelle Vordringen bis Meaux, den beschleu- nigten Rückzug. Bei einem Ueberfall der Franzosen wurde er am 20. Septbr. durch einen Schußz in die Brust schwer verwundet, glücklicherweise aber wieder vollkommen hergestellt, sodaß er jetzt im Begriff ist, zum zweiten Male hinauszugehen. Für sein tapferes Verhalten erhielt er das Eiserne Kreuz. Herr Klauer trat als Leutnant der R. beim Inf.-Regt. 168 ein, wurde bald mit der Führung einer Kompagnie betraut und nahm an den schweren Kämpfen teil, die unser siegreiches Vordringen begleiteten. Seine hervorragende Tapferkeit wurde durch Verleihung des Eisernen Kreuzes schon früh- zeitig anerkannt; er erhielt es, als er von seinen Leuten unterstützt eine feindliche Fahne erbeutet hatte. Leider hat ihn sein aufopfernder Mut oft in die schwerste Gefahr ge- bracht, der er schließlich zum Opfer gefallen ist. Am 5. November erhielten wir die Nachricht, dalz er am 25. Oktober in der Nähe von Lille bei einem nächtlichen Sturm- angriff den Heldentod gefunden habe. Am 9. November fand eine Trauerfeier für ihn statt, bei der der Unterzeichnete ein Bild seiner von Begeisterung für alles Schöne und Edle getragenen und von glühender Vaterlandsliebe erfüllten Persönlichkeit zu zeichnen versuchte. Wie wir allen, die ihr Leben für uns und das Vaterland zum Opfer gebracht haben, den tiefsten Dank schulden, So besonderes ihm, dem Lehrer und Schüler unserer Anstalt in Wertschätzung und anhänglicher Liebe dankbarste Erinnerung bewahren werden.

Von unseren Seminarkandidaten traten mit Kriegsbeginn in das Hleer die Herren Dietrich als Unteroffizier d. P., Dr. Neaum ann und Weber als Kriegsfreiwillige.

So mußten gleich bei Beginn des zweiten Vierteljahres wesentliche Verände- rungen in der Unterrichtsverteilung und im Stundenplan vorgenommen werden, denen noch viele, viele folgen sollten. Um einen Begriff von den Schwierigkeiten zu geben, die sich der Fortsetzung des Unterrichtsbetriebes entgegenstellten, mag erwähnt sein, daß im Laufe des Schuljahres elfmal Unterrichtsverteilung und Stundenplan umgeändert