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Eine Feier des Sedantages fand nicht statt.
Am Geburtstage Sr. Majestät hielt Herr Oberlehrer Kühn die Festrede über die deutschen Einheitsbestrebungen bis 1870. Passende Deklamationen leiteten auf das Thema hin; die Feier schloß mit einem Kaiserhoch, das vom Unterzeichneten aus- gebracht wurde.
Der 100. Geburtstag Bismarcks wurde am 30. März festlich begangen.
Am 9. und 10. jJuni unterzog Herr Provinzial-⸗Schulrat Kanzow die Anstalt einer Revision und wohnte dem Unterricht aller Lehrer bei. In einer am Schluß abge- haltenen Konferenz besprach er die von ihm gemachten Beobachtungen und gab Rat- schläge, für die wir von Herzen dankbar sind.
Am 5. Februar fand die Revision des pädagogischen Seminars statt.
Peifeprüfungen wurden im August 1914 und im Februar 1915 abgehalten. Durch Min.-Erl. vom 1. August 1914 war den Schülern, die wenigstens im 5. Semester der Prima angehörten, gestattet, für den Fall ihres Eintritts in das Heer durch eschriftliche und mündliche Prüfung ihr Reifezeugnis zu erwerben; den im 4. Semester stehenden Oberprimanern sollte die schriftliche Prüfung erlassen werden. 19 Oberprimaner und und 2 Unterprimaner unterzogen sich sofort der Prüfung: die schriftliche fand statt am 6. und 7. August, die mündliche unter Vorsitz des Direktors am 5. und 8. August. Alle Prüflinge bestanden das Examen. Für die 5 Oberprimaner, die ihres Gesundheitszu- standes wegen nicht zum Heeresdienst zugelassen werden konnten, fand die schriftliche Prüfung vom 8. bis 11. Februar statt, die mündliche unter Vorsitz von Herrn Prov.- Schulrat Kanzow am 25. Februar. Die Prüflinge bestanden sämtlich, einer unter Befreiung von der ganzen mündlichen Prüfung.
Vom Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium wurden zur Extraneer-Reifeprüfung 14 Herren und 1 Dame überwiesen. Von diesen unterzogen sich 11 Herren, die ins Heer ein- treten wollten oder schon eingetreten waren, einer Notreifeprüfung, die in mehreren Terminen stattfinden mußite. Im ganzen bestanden die Prüfung 1 Dame und 10 Herren, unter diesen vier cehemalige Schüler unserer Anstalt: Karl Caesar, Paul Deist, Karl Senzel und Willi Wölbing.
Der Gesundheitszustand unserer Schüler war ein guter.
Die großen Ereignisse, die unser ganzes Volksleben bis in seine Tiefen er- schütterten, haben natürlich auch das Leben unserer Schule auf das Wesentlichste be- einflußtt. Wie keine Familie weder bei Schülern noch bei Lehrern vorhanden war, der nicht große Opfer auferlegt waren, so sind auch von unserer Schulgemeinschaft solche Opfer gefordert worden, und mit Stolz dürfen wir sagen, wir haben sie freudig gebracht und jeder hat sein Bestes getan.
Ohne eine Ahnung dessen, was uns bevorstand, gingen wir Anfang luli in die Ferien, noch war es uns vergönnt, von der Arbeit auszuruhen; da flog einem Fanfaren-


