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lagen für einen wissenschaftlichen Beruf ausreichend befähigt s ind, verliehen werden. Unter denselben Bedingungen kann auch das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen werden. In der Regel werden diese Wohltaten nicht im ersten Jahre des Schulbesuches verliehen. Die Bewerber haben ihre von Zeugnissen über die Bedürftigkeit ihrer Söhne und Pflegebefohlenen begleiteten Gesuche spätestens 14 Tage vor dem Semesterschluß dem Unterzeichneten einzureichen, und zwar sind die Gesuche um Verleihung des Freitisches an das Königliche Provinzial-Schulkollegium(zu Händen des Gymnasialdirektors), die um Schulgeldbefreiung an den Königlichen Gym- nasialdirektor zu richten.
Von sonstigen Stiſftungen bestehen an der Anstalt:
1. Das Molitorsche Familienstipendium. Es wurde vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium auf den Vorschlag des Direktors dem Studiosus der Medizin Wilhelm Jung aus Kirchhain verliehen.
2. Die Münscherstiftung. Das Stiftungskapital beträgt am Ende des Rech- nungsjahres 1901/1902 3085,93 Mark; davon sind 2800 Mark in das Preußische Staats- schuldbuch eingetragen. Das Stipendium wurde vom Lehrerkollegium mit je 51 Mark den Oberprimanern Albert Münscher und Georg Ilofmann bevwilligt.
3. Das Schimmelpfengsche Familien-Benefizium. Dieses beträgt 12,19 Mark; es ist auch in diesem Jahre in Ermangelung eines berechtigten Bewerbers nicht vergeben worden. Es sind bis zum Schlusse des Rechnungsjahres mit Zinsen 78.64 Mark angesammelt. Die Verleihung wird bei geeigneter Gelegenheit erfolgen.
Außerdem ist eine neue Freitischstelle in der Bildung begriffen. Das Kapital hat sich durch Zinsen-Zuwachs von 2559,78 Mark auf 2656,70 Mark erhöht.
An dieser Stelle sei noch bemerkt, daß ein früherer Schüler unserer Anstalt, der Rektor des evangelischen Pädagogiums zu Godesberg, Herr Otto Kühne, zur Erinnerung an den Tag, an dem er vor 25 Jahren an dem hiesigen Gymnasium das Abiturienten- examen bestanden, für einen der diesjährigen Abiturienten den Betrag von 75 Mark gespendet hat. Diese Gabe wurde durch Beschluß der in Oberprima unterrichtenden Lehrer dem Abiturienten Albert Münscher auf Forsthaus Steinboß bei Jesberg zugewendet. Herrn Rektor Kühne sei auch an dieser Stelle für seine hochherzige Spende herzlicher Dank ausgesprochen.
VII. Mitteilungen an die Eltern und die Schülcer.
Es erscheint nützlich, immer wieder aufs neue darauf hinzuweisen, daß unsre Realnebenkurse, in denen die nicht am griechischen Unterricht teilnehmenden Schüler Ersatzunterricht im Französischen, Englischen, im Rechnen und in der Mathematik er- halten, von dem Herrn Reichskanzler in aller Form anerkannt worden sind. Auch für


