An Geschenken erhielt die Anstalt: Vom Herrn Minister der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten: Schenckendorff-Schmidt, Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele, 10. Jahr- gang; Zeitschrift für lateinlose höhere Schulen, 12. Jahrgang; Koch u. Bork, Deutsches Flottenlesebuch. Für diese Gaben sagt der Unterzeichnete im Namen der Anstalt ehr- erbietigen und verbindlichen Dank.— Ferner wurde der Bibliothek von Frau Dr. Bobrik eine große Anzahl Programm-Abhandlungen über Catull und Horaz geschenkt; auch hierfür sagt der Unterzeichnete besten Dank.
3. Die physikalischen Apparate wurden vermehrt durch: 1. eine Vakuum-Skala nach Chas. R. Cross; 2. eine Vorrichtung, um zu zeigen, daß zwei benachbarte Teilchen desselben elektrischen Leiters sich abstoßen; 3. eine Vorrichtung, um zu zeigen, daß zwei stromdurch- flossene Selenoide sich anziehen und abstoßen, wie zwei Magnete; 4. einen Apparat für Wärme- leitung nach Mühlenbein; 5. einen Staniolschirm für Wärmeversuche; 6. Streifen aus Stahl und Zink; 7. eine Zentrifugalmaschine mit Nebenapparaten.(Die alte wurde ausgeschieden.)
4. Die naturwissenschaftliche Sammlung wurde vermehrt durch 1. einen Pferdespul- wurm(Ascaris megalocephala), Geschenk des Quartaners Stück; 2. einen Taschenkrebs(Cancer pagurus), Geschenk des Quartaners Rechberg; 3. eine Reitmaus(Arvicola amphibius), Ge- schenk des Dr. Stamm; 4. einen Seeigel(Echinus esculentus), Geschenk des Untertertianers Gesing und 5. zwei Seespinnen(Maja squinado), Geschenk des Maschineningenieurs Gonnermann.
5. Für den mathematischen Unterricht wurde angeschafft: Koepps Apparatensamm- lung zur Versinnlichung der metrischen Längen-, Flächen- und Körpermaße, sowie der Hohl- maße und Gewichte.
VI. Stiftungen und Unterstützungen von Schülern.
Es bestehen an der Anstalt 40 Freitischstellen, welche bedürftigen Schülern, die sich durch Fleiß und gutes Betragen auszeichnen und vermöge ihrer Anlagen für einen wissenschaftlichen Beruf ausreichend befähigt sind, ver- liehen werden. Unter denselben Bedingungen kann auch das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen werden. In der Regel werden diese Wohlthaten nicht im ersten Jahre des Schul- besuches verliehen. Die Bewerber haben ihre von Zeugnissen über die Bedürftigkeit ihrer Söhne oder Pflegebefohlenen begleiteten Gesuche spätestens 14 Tage vor dem Semester- schluß dem Unterzeichneten einzureichen, und zwar sind die Gesuche um Verleihung des Freitisches an das Königliche Provinzial-Schulkollegium(zu Händen des Gymnasial- direktors), die um Schulgeldbefreiung an den Königlichen Gymnasialdirektor zu richten.
Von sonstigen Stiftungen bestehen an der Anstalt:
1. Das Molitorsche Familienstipendium. Es wurde vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium auf den Vorschlag des Direktors für das erste Halbjahr dem Studiosus der Medizin Wilhelm Jung aus Kirchhain verliehen.


