Jahrgang 
1901
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schlußprüfung für die Zuerkennung der wissenschaftlichen Befähigung für den einjährig- freiwilligen Dienst an Schüler höherer Lehranstalten maßgebend sind. Danach haben die Untersekundaner, die an dem Ersatzunterricht für den griechischen Unterricht teil- genommen haben, in den Lehraufgaben des Ersatzunterrichts eine Prüfung zu machen.

III Chroni k.

Das neue Schuljahr begann Montag den 23. April mit der Aufnahmeprüfung.

Dienstag den 24. April wurden nach der gemeinsamen Morgenandacht die neu eintretenden Schüler von Professor Dr. Klippert i. V. des zu einer Reise nach ltalien beurlaubten Direktors mit der Schulordnung bekannt gemacht und zu deren Befolgung wie überhaupt zu pünktlichem Gehorsam durch Handschlag verpflichtet.

Dann wurde der an das hiesige Gymnasium berufene Wissenschaftliche Hülfs- lehrer Heinrich Dehnhardt unter Hinweis auf seinen früher geleisteten Diensteid in sein neues Amt, und der Kandidat des höhern Schulamts Karl Krüdener in seine Stellung als candidatus probandus eingeführt.

Bald nach seinem Dienstantritt wurde der Wissenschaftliche Hülfslehrer Dehn- hardt zum Oberlehrer ernannt. Uber seinen bisherigen Lebensgang teilt Oberlehrer

Dehnhardt folgendes mit:

Heinrich Dehnhardt, geb. am 4. März 1864 zu Kleinalmerode, besuchte das Friedrichs-Gymnasium zu Kassel, studierte in Marburg und Leipzig klassische Philologie, legte seine Staatsprüfung im Juni 1888 ab, absolvierte dann sein Probejahr am Gymnasium zu Korbach und sein militärisches Dienstjahr in Hannover. Hierauf war er einige Jahre in Privatstellungen thätig, wirkte dann als Wissenschaftlicher Hülfslehrer an verschiedenen Anstalten der Provinz und zuletzt wieder am Friedrichs-Gymnasium zu Kassel, von wo er Ostern 1900 an das hiesige Gym- nasium berufen wurde.

Am 1. Juni übernahm der Unterzeichnete wieder die in seiner Abwesenheit von Professor Dr. Klippert geführten Amtsgeschäfte.

Am 15. Juni hielt Professor Lic. Oertel die Ansprache zum Gedächtnis Kaiser Friedrichs III.

Am 30. Juni wohnte der Direktor einer zu Berlin im Unterrichtsministerium ab- gehaltenen Beratung über die Orthographiefrage bei. 4

Die Sommerferien dauerten vom 30. Juni bis zum 30. Juli einschließlich.

Der Sedantag wurde wie immer festlich begangen. Am 1. September fand in der Aula unter lebhafter Beteiligung der Bürgerschaft eine Schulfeier statt, bei der die patriotische Dichtung von Johannes WeberDas Meer, in Musik gesetzt von August Klughardt, vorgetragen wurde und der Unterprimaner Witzel über die

Bedeutung des Sedantages sprach. 4