— 33—
wurden schadhaft gewordene Apparate wiederhergestellt, bezw. zerbrochene durch neue ergänzt. So wurde eine neue galvanische Batterie von 6 Elementen und 3 kartesianische Taucher angeschafft.
Die naturwissenschaftliche Sammlung wurde vermehrt durch die Anschaffung von 3 anatomischen Präparaten vom Eichhörnchen, dem Kreuzschnabel und der Plötze, sowie durch die Entwickelungsstadien des Frosches(aus der Linnaea zu Berlin). Ferner wurden angeschafft: Schlitzberger 1) die Schlangen, Echsen und Lurche. 2) Unsere ver- breiteten Giftpflanzen. 3) Die Kulturpflanzen der Heimat. An Geschenken erhielt die Sammlung: 1) 1 Einsiedlerkrebs, 1 Ködernwurm, 1 Seerose und mehrere Seesterne von Dr. Stamm, 2) mehrere ausländische Schmetterlinge von Herrn Baurat Momm, 3) Leber- egel vom Quartaner Wolff. Auch für diese Gaben spricht der Unterzeichnete im Namen der Anstalt besten Dank aus.
VI. Süſtungen und Interstützungen von Schülern.
Es bestehen an der Anstalt 40 Freitischstellen, welche bedürftigen Schülern, die sich durch Feiß und gutes Betragen auszeichnen und vermöge ihrer An- lagen für einen wissenschaftlichen Berufausreichend befähigt sind, verliehen werden. Unter denselben Bedingungen kann auch das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen werden. In der Regel werden diese Wohlthaten nicht im ersten Jahre des Schulbesuches verliehen. Die Bewerber haben ihre von Zeugnissen über die Bedürftigkeit ihrer Söhne oder Pflegebefohlenen begleiteten Gesuche spätestens 14 Tage vor dem Semesterschluß dem Unterzeichneten einzureichen, und zwar sind die Gesuche um Verleihung des Freitisches an das Königliche Provinzial-Schulkollegium(zu Händen des Gymnasialdirektors), die um Schulgeldbefreiung an den Königlichen Gymna- sialdirektor zu richten.
Von sonstigen Stiftungen bestehen an der Anstalt:
1. Das Molitorsche Familienstipendium. Dasselbe wurde in Er- mangelung geeigneter Bewerber für das erste Halbjahr nicht vergeben; für das zweite Halbjahr wurde es dem Studiosus der Theologie und Philologie Georg Schüler verliehen.
2. Die Münscherstiftung. Das Stiftungskapital beträgt am Ende des Rechnungsjahres 1894/95 2960,89 Mark; est ist, soweit angängig(2800 Mk.), in das Staats- schuldbuch eingetragen worden. Das Stipendium wurde mit je 57 Mark dem Oberpri- maner Ernst Humpf und dem Unterprimaner Otto Berlit bewilligt.


