Jahrgang 
1895
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Gerüstübungen nach Größe und Leistung geordnet, und jede Abteilung bestand wieder aus drei oder vier Riegen mit je einem oder zwei Vorturnern. Bei Marschübungen fand militärische Einteilung statt. Es wurden Frei-, Ordnungs-, Marsch-, Stab-, Hebel-, Gerät- und Gerüstübungen ausgeführt, und zwar wurde auf die ersteren in den unteren, auf die letzteren in den oberen Klassen das mceiste Gewicht gelegt. An Geräten wurden gebraucht

a) in der Turnhalle: 4 Reck, 3 Paar Freispringel mit Zubehör, 5 Barren(3 stell- bar), 5 Springböcke, 4 senkrecht, schräg und wagerecht stellbare Leitern, 4 Springpferde, 4 Springkasten, ein Klettergerüst mit 16 Stangen und Tauen. 2 Sturmspringel, 4 Schaukel- ringe(auch zu Schaukelreck oingerichtet), ein Rundlauf, Hanteln, eiserne und hölzerne Stäbe.

b) auf dom Schulhof: 4 Reck(zugleich für Schaukelreck und-ringe eingerich- tet), 4 Stellbarren, ein Klettergerüst mit 8 senkrechten und 8 schrägen Stangen, vier senkrecht und schräg stellbare Leitern und zwei Sprossenständer; ferner Springstäbe und Gere mit Gerkopf

Die Gerät- und Gerüstübungen wurden, soweit nötig, von den Vorturnern in zwei Abteilungen vorher durchgeturnt und beim gesamten Unterricht der amtliche Leitfaden und das Merkbüchlein von Puritz als Grundlage benutzt. Auch Reigen und Turnspiele wurden eingeübt oder wiederholt, und es geschah namentlich letzteres nicht bloß auf dem Schulhof und in den vorgeschriebenen Durnstunden, sondern auch auf dem gepachteten Spielplatze vor der Stadt und zwar in geordneter Weise, unter Leitung der betreffenden Vorturner und der Aufsicht des technischen Lehrers während der freien Zeit der Schüler.

Ferner sei bemerkt, daß in den oberen Klassen in beiden Semestern wieder eine Schülervereinigung bestand, die in mindestens 2 wöchentlichen Ubungsstunden Turnen und Spiel unter Aufsicht des technischen Lehrers Berge in anerkennenswerter Weise pflegte und förderto.

Hinsichtlich does Schwimmens und Badens ist zu berichten, daß das Gymnasium eine eigene an der Fulda gelegne Badeanstalt besitzt. Im Sommer 1894 erhielten 93 Schüler Schwimmunterricht, von denen 23 sich freischwammen. Die Badeanstalt stand täglich ungefähr 5 Stunden zur Benutzung bereit und wurde, soweit es das Wetter ge- stattete, täglich von fast allen Schülern unter Aufsicht von Lehrern und Schwimmlehrern in bestimmter Reihenfolge benutzt, so daß immer nur die Schüler derselben Klasse zu- sammen baden durften.

b) Gesang. 7 St. Die Schüler sangen in 5 Abteilungen. Zur ersten, einem Männerchor, gehörten Schüler aus den oberen Klassen bis Untersekunda; zur zweiten, welche mit der ersten zusammen einen größeren gemischten Chor bildete, zählten Schüler der mittleren und unteren Klassen bis IV hinab; zur 3. und 4. die übrigen nicht befreiten Schüler der Klassen bis IV, welche zur Teilnahme in den beiden ersten Abteilungen ent- weder nicht genügend begabt oder ungenügend vorbereitet waren; zur 5. Abteilung ge- hörten meistens Schüler der V und VI. Als Ubungsstoff dienten in den oberen Abtei- lungen mehrstimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, kleinere und größere