Jahrgang 
1894
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27. Desgl. vom 6. Februar, wonach S. Majestät der König geruht haben, dem Prof. Dr. Wachenfeld bei seinem Eintritt in den Ruhestand den Roten Adlerorden IV. Kl. zu verleihen.

28. Desgl. vom 1. März, Beauftragung des Direktors mit der Leitung der Reife- prüfungen und der Abschlußprüfung.

III. Chronik.

Das Schuljahr begann Montag den 10. April mit der Aufnahmeprüfung. Dienstag den 11. April wurde nach der gemeinsamen Morgenandacht zunächst der Oberlehrer Ti e- mann von dem Direktor in sein Amt eingeführt. Im Anschluß an die Erläuterung der Schulgesetze fand dann die Verpflichtung der neu aufgenommenen Schüler statt. Über seinen Bildungsgang teilt Oberlehrer Tiemann folgendes mit:

Albrecht Tiemann, geb. den 25. Juli 1859 in Osnabrück, besuchte das Gymnasium seiner Vater- stadt, studierte in Tübingen, Leipzig und Göttingen klassische Philologie und Deutsch und leistete von Ostern 1885 an sein pädagogisches Probejahr am Gymnasium zu Marburg ab. Darauf war er als Wissenschaftlicher Hülfslehrer von Ostern 1888 bis Ostern 1890 am Gymnasium zu Fulda, von Ostern 1890 an drei Jahre am Gym- nasium zu Wiesbaden beschäftigt. Ostern 1893 wurde er zum Oberlehrer ernannt und dem Gymnasium zu Hersfeld überwiesen.

Am 4. April übersandte das Kgl. Provinzialschulkollegium die Patente über Ver- leihung des Professortitels an die Oberlehrer Dr. Becker, Lic. Oertel und Kraatz.

Am 6. Mai teilte das Kgl. Provinzialschulkollegium mit, daß Seine Majestät geruht haben, den Professoren Prorektor Dr. Schmidt, Dr. Wachenfeld, Dr. Becker und Lic. Oertel den Rang der Räte IV. Klasse zu verleihen.

Am 23. Mai wurde der Wissenschaftliche Hülfslehrer Hirschfeld der Anstalt zur Aushülfe überwiesen und bei der nächsten gemeinsamen Morgenandacht in sein Amt eingeführt. Uber seinen Bildungsgang teilt er folgendes mit:

Ernst Hirschfeld, geb. den 5. August 1860 zu Schenklengsfeld, Kreis Hersfeld, Sohn des ver- storbenen Amtsgerichtsrats Hirschfeld, besuchte nach privater Vorbereitung die Gymnasien zu Cassel und Arns- berg. Von Herbst 1879 an studierte er zu Marburg alte Sprachen, Geschichte und Deutsch, und nachdem er im Juli 1885 die Prüfung pro facultate docendi in den genannten Fächern bestanden hatte, genügte er von Herbst 1885 bis 1886 seiner Militärpflicht in Cassel. Von da ab bis Herbst 1887 absolvierte er sein Probejahr am Gym- nasium zu Korbach, war dann vertretungsweise an höheren Unterrichtsanstalten in Frankfurt a. M., Schmalkalden und Hadamar beschäftigt und wurde im Herbst 1892 als Wissenschaftlicher Hülfslehrer an das Gymnasium zu Hanau berufen. Im Mai 1893 wurde er mit der Vertretung eines erkrankten Lehrers am Gymnasium zu Hersfeld beauftragt.

Am 15. Juni wurde des Heimgangs weiland Kaiser Priedrichs III. in einer Ansprache Professor Dr. Klipperts an die Schulgemeinde gedacht.

Am 30. Juni und 1. Juli wurde von 70 Schülern in Begleitung von 6 Lehrern eine Turnfahrt nach dem Thüringerwald gemacht. Die fröhliche Schar zog von Waltershausen