dem Berichterstatter zu besonderer Freude, hinzufügen zu können, daß das ganze Fest ohne jede Ausschreitung der Schüler verlief.
Vom 4. Sept. an trat Kaplan Krämer als katholischer Religionslehrer an die Stelle des als Pfarrer nach Gersfeld versetzten Kaplans Jüngst.
Am 19. und 20. Sept. fand die Reifeprüfung am Gymnasium statt. Den Vorsitz führte bis zum 2. Tage 7 Uhr abends Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer, von da ab bis zum Schluß(9 ½ Uhr) der Unterzeichnete. Von den 20 Prüffingen war einer vor Beginn der mündlichen Prüfung zurückgetreten, den übrigen 19 wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.
Am Schluß des Semesters trat Kandidat Werner nach Zurücklegung des Probejahres aus seiner Stellung aus, um zunächst seiner militärischen Dienstpflicht zu genügen. Lehrer und Schüler der Anstalt werden ihn in freundlichem Andenken bewahren.
Zu derselben Zeit verließ uns der wissenschaftliche Hülfslehrer Lohmann, um in Hanau die Stelle eines ordentlichen Gymnasiallehrers anzutreten. Leider sollte er sich nur wenige Tage der so lange ersehnten Stellung erfreuen. Bald nach Beginn des Semesters er- krankte er und am 26. Dezember machte der Tod seinen Leiden ein Ende. Er war ein sehr gewissenhafter und ernst strebender Lehrer und besaß in vollem Maße die Hochachtung seiner Amtsgenossen und die Liebe seiner Schüler. Sein Name wird bei uns in ehrenvollem Audenken bleiben.
Die Herbstferien dauerten 14 Tage.
Bei Beginn des Wintersemesters trat der wissenschaftliche Hülfslehrer Heidsieck an die Stelle des Gymnasiallehrers Lohmann. Über seinen Lebensgang teilt derselbe fol- gendes mit:.
Johannes Heidsieck, geboren am 7. April 1854 zu Heepen bei Bielefeld, besuchte das Gymnasium zu Bielefeld. Er verließ dasselbe Ostern 1874 mit dem Zeugnis der Reife, um sich dem Studium der alten Sprachen und der Geschichte zu widmen. Er studierte in Leipzig, Bonn und Marburg. Im Nov. 1882 bestand er die Prüfung pro facultate docendi in Münster, leistete von Ostern 1883— 84 sein pädagogisches Probejahr am Gymnasium zu Weilburg ab und bekleidete darauf mehrere Privatstellungen, bis er im Frühjahr 1888 an die Wöhlerschule (Realgymnasium) zu Frankfurt a. Main zur Stellvertretung eines auf ein Jahr beurlaubten Oberlehrers berufen wurde. Infolge einer langwierigen Augenentzündung mußte er indes schon im November des Jahres seine Stellung wieder aufgeben. Nachdem er seine Wiedergenesung in der Heimat abgewartet hatte, kam er im Herbst des vorigen Jahres als wissenschaftlicher Hülfslehrer an die hiesige Anstalt.
Am 18. Oktober vormittags war die Gedenkfeier des Geburtstags Kaisers Friedrich III., Die festliche Ansprache hielt Oberlehrer Lic. Ortel.
Von Ende November ab übernahm mit Genehmigung des Kgl. Provinzialschulkollegiums der Kandidat des höheren Schulamts Rudolph einige Vertretungsstunden für den erkrankten Gymnasiallehrer Oheim. Über seinen Lebenslauf teilt derselbe folgendes mit:
Friedrich Rudolph wurde geboren den 7. November 1861 zu Hersfeld, besuchte von Ostern 1873 bis Herbst 1881 das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte von da ab in Mar- burg und Bonn klassische Philologie und Geschichte und bestand am 10. Dezember 1886 das


