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fahrt.— es waren 120 Schüler, begleitet vom Direktor und 8 Lehrern— wird der Augen- plick unvergeßlich bleiben, wo der wohlwollende Blick des erlauchten hohen Herrn mit Wohl- gefallen auf der begeisterten Jugendschar ruhte.
Die Turnfahrt führte uns über Koblenz, Ehrenbreitstein, den Rittersturz, den Kühkopf, Stolzenfels, Rüdesheim, zum Niederwald, dann über Wiesbaden durch den Taunus, über König- stein und Kronberg nach Frankfurt aM. und von dort mit der Bahn über Fulda zurück.
Es würde zu weit führen, wollte ich die hervorragendsten Momente dieser mit großen Erwartungen angetretenen und doch noch die kühnsten Hoffnungen übertreffenden Turnfahrt hier hervorheben. Es genüge— nameutlich gegenüber der mehrfach in Zeitschriften und Zeitungen erörterten Frage, ob längere Turnfahrten mit einer großen Anzahl von Teilnehmern rätlich seien— ausdrücklich auszusprechen, daß diese viertägige Turnfahrt— sie wurde so gelegt, daß sie 2 Schultage und 1 Ferientage umfaßte— zweifellos für die beteiligten Schüler den Glanzpunkt ihres ganzen Schullebens bilden wird. Sie erfüllte in allen Beziehungen in vollem Maße die Bedingungen, unter welchen allein eine derartige mehrtägige Unterbrechung des regelmäßigen Schullebens gerechtfertigt erscheint. Sie erweiterte durch eine fast überreiche Fülle von neuen Eindrücken und Anschauuugen den Gesichtskreis der Schüler und erfüllte sie zugleich mit patriotischer Begeisterung. Dabei war sie eine treffliche Ubung der Körperkräfte und eine vorzügliche Gelegenheit, die Disziplin zu bewähren und kameradschaftlichen Sinn zu pflegen. Nicht minder trug sie dazu bei, die Liebe zu der Anstalt, welche dem Schulleben einen solchen Glanzpunkt vergönnte, und zu den Lehrern, die sich der allerdings nicht ganz geringen Mühe, eine derartige Wanderung vorzubereiten und zu leiten, mit Aufopferung unterzogen hatten, zu beleben und zu erhöhen.
Die Sommerferien dauerten 4 Wochen vom 3. Juli an.
Zur Einleitung des zum fünfzehntenmal wiederkehrenden Nationalfestes fand am Vor- abend ein von dem Schülermusikkorps ausgeführter Zapfenstreich statt. Am 2. September wurde unter großer Beteiligung des Publikums das Sedanfest in herkömmlicher Weise durch einen Schulaktus gefeiert. Der Oberprimaner Stamm sprach über das Thema:„Die Schlacht bei Leipzig und die Schlacht bei Sedan“. Am Nachmittag machte die ganze Schule einen Ausflug in den Wald, wo sie sich an Turnen und Wettspielen aller Art bis gegen Abend ergötzte.
Am 10. September wurde unter Vorsitz des Königlichen Kommissars, Herrn Provinzial- schulrats Dr. Lahmeyer, die Reifeprüfung für die auswärtigen Prüflinge abgehalten.
Am 14. September fand unter dem Vorsitz des Unterzeichneten als stellvertretenden Kommissars die Reifeprüfung für die Gymnasialabiturienten statt; alle Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife.
Das Sommersemester schloß am 25. September, das Wintersemester begann am 11. Oktober. Mit dem Beginn desselben trat Dr. Roßmann als unbesoldeter Hülfslehrer in das Kollegium ein.— Zugleich nahm der während eines ganzen Jahres beurlaubt gewesene Gym- nasiallehrer Oh eim, nachdem sich seine Gesundheit wesentlich gekräftigt hatte, seine Thätig-


