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12. Dergl. vom 9. Dezember. Gymnasiallehrer Hartwig wird vom 1. April 1887 ab an das Gymnasium zu Dillenburg berufen.
III. Chronik.
Das Schuljahr begann mit dem 3. Mai. Dem Beginn des Unterrichts ging eine ge- meinschaftliche Morgenandacht und eine Ansprache des Direktors voraus, in welcher derselbe die wichtigsten Bestimmungen der Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans Herz legte. lm Anschluß daran fand die Einführung des in das Kollegium eintretenden beauftragten Lehrers Albert Lohmann und des Kandidaten Justus Noll, so- wie die Verpflichtung der neu aufgenommenen Schüler statt. UÜber seinen bisherigen Lebens- gang teilt Gymnasiallehrer Lohmann folgendes mit:
Albert Lohmann, geb. am 18. Juli 1861 zu Kassel, besuchte das Gymnasium zu Kassel, wo er Ostern 1879 die Reifeprüfung bestand, alsdann die Universitäten Leipzig und Marburg, um klassische Philologie und Geschichte zu studieren. Am 1. Juni 1883 bestand er in Marburg das Examen pro facultate docendi. Nach Ableistung seines Probejahres am Kasseler Gymnasium blieb er an dieser Anstalt als Hülfslehrer bis Ostern 1885, wo er dieselbe verließ, um seiner militärischen Dienstpflicht zu genügen. Ostern 1886 wurde erals Hülfslehrer nach Hersfeld versetazt.
Am 30. Juni wurde der Schule von jungen Damen der Stadt eine sehr schöne neue Fahne gewidmet. Die UÜberreichung derselben fand in feierlicher Weise in der Turnhalle statt, wo die ganze Schulgemeinde versammelt war, und wo sich auch die Eltern der freundlichen Geberinnen eingefunden hatten. Von schmetternden Fanfaren der Schülermusik begrüßt, er- schienen die jungen Damen und eine derselben übergab mit wenigen freundlichen Worten die neue Fahne dem Direktor. Nachdem dieser, die Symbole der Fahne deatend, darauf hinge- wiesen, daß dieselbe die Schüler zur Anhänglichkeit an ihr Heimatland, zu gewissenhafter Pflichterfüllung gegenüber dem Staat und zur treuen Liebe und Hingebung an Kaiser und Reich gemahne, übergab er die Fahne den Schülern, die sie mit einem jubelnden Hoch auf den Kaiser in Empfang nahmen. Ein Parademarsch, vor den zahlreichen Gästen auf dem Gymnasialhof ausgeführt, beschloß die Feier.
Wenige Tage darauf hatten wir die große Ehre und Freude, die neue Fahne vor den Augen Sr. Majestät des Kaisers senken und schwenken zu dürfen. Eine Turnfahrt führte uns uber Ems, wo Se. Majestät geruhten, die Huldigung unsrer mit klingendem Spiel und lautem Hurraruf vorüberziehenden Jugend gnädigst entgegenzunehmen. Allen Teilnehmern der Turn-


