Die im Laufe des Schuljahres definitiv an der Anstalt angestellten Lehrer berichten über ihren bisherigen Lebensgang wie folgt:
Oberlehrer Rupertus Stöltzing: Den 12. Oktober 1829 wurde ich zu Roten- burg a. F. geboren. Nachdem ich die dortige Bürgerschule und eine lateinische Privatschule absolviert hatte, besuchte ich von Michaelis 1845 bis dahin 1847 die polytechnische Schule in Kassel. Auf Grund des Abgangszeugnisses wurde ich den 25. November 1847 in Marburg immatrikuliert. Während meines Aufenthaltes daselbst bis zum März 1849 lag ich besonders dem Studium der Mathematik, Physik, der französischen und englischen Sprache ob, in welchen Fächern ich den 26. Juli 1849 von der kurfürstlichen Prüfungs-Kommission für Reallehrer geprüft und durch Beschluß kurfürstlichen Ministeriums des Innern als Praktikant an der mit einem Progymnasium verbundenen Realschule zu Eschwege zugelassen wurde. Ich praktizierte vom Januar 1850 bis zum 3. Juni 1851. Den 31. März 1852 gab ich meine Stellung in Eschwege auf, kehrte in meine Heimat zurück und gab daselbst Privatstunden. Im Herbst 1853 erhielt ich eine Stelle an der Benderschen Erziehungsanstalt in Weinheim in Baden, an welcher ich bis zum Herbst 1854 wirkte. Im Frühling des folgenden Jahres erhielt ich eine Hauslehrerstelle in Holstein, welche ich im Herbst jenes Jahres aufgab. Ostern 1855 nahm ich eine Hauslehrerstelle in Wüstfeld bei Rotenburg an und blieb in dieser Stellung bis zum Herbst 1859. Von letzterer Zeit an bis Ostern 1861 wirkte ich an einer lateinischen Privat- schule zu Karlshafen und vertauschte dann jenen Wirkungskreis mit dem an der hiesigen höheren Bürgerschule. Am 4. November 1877 wurde ich zum Oberlehrer ernannt.
Zeichenlehrer Lindow: Karl Lindow, geboren den 23. August 1848 zu Werder, Regierungsbezirk Potsdam, besuchte die Stadtschule daselbst, erhielt von Ostern 1865— 68 seine Ausbildung als Lehrer auf dem Königl. Seminar zu Köpenick, worauf er eine Lehrerstelle an dem städtischen Schulkörper zu Schwedt a. O. verwaltete. Von Ostern 1871—72 besuchte er die Königl. Kunstschule zu Berlin, erhielt darauf eine Anstellung als Zeichenlehrer an der Realschule zu Eschwege und verwaltete dann von Herbst 1874 ab die Stelle eines technischen Lehrers an der höheren Bürgerschule hierselbst.
Gymnasiallehrer Schenkheld: Franz Schenkheld, geb. am 24. Januar 1852 zu Rodenberg im Kreise Rinteln, besuchte das Gymnasium zu Kassel bis Ostern 1870 und studierte dann in Marburg und Leipzig Philologie. Nachdem er im Sommer 1874 an ersterer Universität die Prüfung pro facultate docendi bestanden hatte, absolvierte er sein Probejahr am Gymnasium zu Wiesbaden(Herbst 1874 bis Herbst 1875) und wurde dann mit Versehung einer Hilfs- lehrerstelle an der Königl. höheren Bürgerschule in Biedenkopf beauftragt. Michaelis 1876 ging er nach Hamburg, woselbst er als Lehrer an der Talmud-Tora, später an einer Privatschule wirkte. Ostern 1879 wurde er dem hiesigen Gymnasium als beauftragter Lehrer zugewiesen.
Gymnasiallehrer Cornelius: Karl Louis August Cornelius wurde am 11. April 1854 zu Hanau geboren, besuchte das dortige Gymnasium bis 1868 und von da ab das Gymnasium zu Fulda. 1873 mit dem Zeugnis der Reife entlassen, besuchte er nach Ab- solvierung der einjährigen Dienstzeit die Universitäten zu Marburg, Würzburg und Leipzig und unterzog sich am letztgenannten Orte 1879 dem philologischen Staatsexamen. Nachdem er zu Korbach(Waldeck) das Probejahr abgelegt hatte und hierauf daselbst als Hilfslehrer thätig gewesen war, wurde er Ostern 1882 an das Gymnasium zu Hersfeld berufen.


