Jahrgang 
1880
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III. Ch r On i k.

Dus Schuljahr begann am 21. April. Dem Beginn des Unterrichts ging eine gemein- same Morgenandacht und eine Ansprache des Direktors, in welcher derselbe die wichtigsten Bestimmungen der Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans Herz legte, voraus. 8

An Stelle des als ordentlicher Gymnasiallehrer nach Creutzburg berufenen beauftragten Lehrers Jost wurde in gleicher Eigenschaft der Kandidat des höheren Schulamts Schenkheld zu Anfang des Schuljahres unserer Anstalt zugewiesen.

Der beauftragte Gymnasiallehrer Hafner und der beauftragte technische Lehrer Berge wurden durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 17. April bezw. vom 27. August definitiv angestellt.

Uber ihren Lebensgang teilen dieselben Folgendes mit:

Philipp Hafner, geboren den 8. Januar 1854 zu Schlüchtern im Regierungsbezirk Kassel, besuchte die Elementarschule und das Progymnasium seiner Vaterstadt und von 1867 an das Gymnasium zu Hanau. Von dort mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studirte er an der Universität Marburg Philologie und Geschichte und bestand am 1. Dezember 1876 vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission daselbst das Examen pro fac. doc. Am 8. Januar 1877 trat er sein Probejahr am hiesigen Gymnasium an, musste aber seine Thätigkeit an der Anstalt unterbrechen, um vom 1. Oktober 1877 an seiner Militärpflicht zu genügen; von Neujahr bis Ostern 1878 wurde er jedoch gleichzeitig zur Beendigung seines Probejahres wieder in einzelnen Stunden beschäftigt. Michaelis desselben Jahres mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragt, wurde er Ostern 1879 zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gym- nasium ernannt.

Karl Wilhelm Berge wurde am 20. November 1839 zu Neumorschen im Kreis Melsungen, Regierungsbezirk Kassel, geboren, besuchte die dortige Elementarschule bis zur Konfirmation, wurde nach fortgesetzter Vorbereitung zu Ostern 1856 ins Seminar zu Homberg aufgenommen und nach dreijährigem Unterricht in demselben als Volksschulamtskandidat entlassen. Nach vorläufig beendigter Militärdienstzeit übernahm er am 15. Juli 1861 die Versehung der Schulstelle zu Niederthalhausen, Kreis Rotenburg, wurde daselbst am 24. November 1863 nach bestandener zweiter(prakt.) Prüfung definitiv angestellt und am 1. Juni 1871 an die dritte, den 12. October 1874 an die zweite Stelle der Stadtschule zu Rotenburg befördert. Im Wintersemester 1872,773 besuchte er die Königl. Central-Turnanstalt zu Berlin und blieb dann an der Stadtschule in Rotenburg thätig bis zu seiner Versetzung nach Hersfeld.

Am 11. Juni fand aus Anlass der goldenen Hochzeit des erlauchten Kaiserpaares eine Schulfeier statt; nach derselben beteiligte sich das Gymmasium in corpore an dem Festgottes- dienste in der Stadtkirche.