18
Stauder über die von ihm als normal bezeichneten Leistungen der Anstalt dem Lehrerkolle- gium gegenüber seine Befriedigung aussprach, nicht verfehlen, bei allen Mitgliedern desselben die Freudigkeit an der Erfüllung ihrer Berufspflichten zu erhöhen.
Der Kapitalfonds der Münscher-Stiftung beträgt jetzt 2790 Mark. Das Stipendium wurde den Pri imanern Otto Kühne und Heinrich Knoch mit je 69 Mark verliehen.
Der Fonds zur Gründung eines neuen Freitisches ist durch Zinsen und freiwillige Bei- träge auf 581,12 Mark angewachsen. 44
Mit dein Schluss des Schuljahres verliert die Anstalt in dem zum 1. ordentlichen Lehrer des Realgymnasiums zu Wiesbaden ernannten Herrn Gymnasiallehrer Dr. Steiger eine erprobte und tüchtige Lehrkraft. Die Liebe und Verehrung, deren sich Herr Steiger bei den Schülern erfreute und das freundschaftliche Verhältniss, das ihn mit den Kollegen verband, sichern ihm ein dankbares und freundliches Andenken in den Schulkreisen. In weiteren Kreisen wird unvergessen bleiben, welche Verdienste er sich als Feuerwehr-Commandant und Oberbrandmeister erworben hat. nn
Herrn Steigers Austritt hat noch eine weitere Anderung in ihrem Getolge; nach Verfü- gung des Königlichen Provinzial-Schul-Kollegiums vom 14. Februar 1878 soll in Zukaunft der bisher von Herrn Steiger erteilte Turnunterricht, ferner der Unterricht im Singen und Schreiben, bisher von Herrn Friedrich Anacker, und der Zeichenunterricht, bisher von Herrn Wilhelm Anacker erteilt, einem neu anzustellenden seminaristisch gebildeten Lehrer übertragen werden, und zwar ist Herr Berge, bisher Lehrer in Rotenburg, zunächst mit der kommissarischen Verwaltung dieser neu gegründeten Stelle beauftragt worden. Wenngleich diese Berufung eines Lehrers, der mit seiner ganzen Kraft im Dienste der Austalt steht, entschieden im In- teresse der letztern liegt, so bedauern wir doch lebhaft, die Herren Friedrich und Wilhelm Anacker aus dem bisherigen Verhältniss scheiden zu sehen. Die Verdienste, welche sie sich um die Pflege der ihnen anvertrauten Fächer erworben haben, insbesondere die Förderung des musikalischen Sinnes unserer Schuljugend, die sich Herr Friedrich Anacker seit mehr als 20 Jahren so ernstlich und mit so trefflichem Erfolge augelegen sein liess, werden bei den Lehrern und Schülern der Anstalt in dankbarer Erinnerung bleiben.
ln die Stelle des Gymnasiallehrers Steiger bezw. in die nächstfolgenden Stellen sind die Gymnasiallehrer Bender, Bosing und Mannss eingerückt; die Stelle des letzteren ist durch Verfügung des Königlichen Provinzial. Schulkollegiums vom 18. März 1878 dem Gymnasiallehrer Mathi, bisher am Realgymnasium in Wiesbaden, übertragen worden. 419
Die Chronik des Schuljahres kann ich nicht schlieszen ohne die unerfreuliche Tatsache zu berichten, dass wir genötigt waren, 14 Schüler wegen Teilnahme an geheimen Gymnasiasten- Verbiudungen aus der Anstalt auszuweisen. Im Verlauf der in dieser Angelegenheit ange- gestellten Untersuchung hat sich leider herausgestellt, dass das Verbindungswesen an unserer Anstalt nicht nur einen vorher nie geahnten Umfang hatte, sondern auch, dass das ganze Tun und Treiben der Verbindungen, weit entfernt eine harmlose Spielerei unreifer Knaben zu sein,


