17 Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans lierz legte, seinen Anfang.
Am 12., 13. und 14. Juni nahm Herr Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel eine Revision des Gymnasiums vor. Es gereicht dem Unterzeichneten zur Freude, aussprechen zu dürfen, dass das Ergebniss derselben im allgemeinen als ein befriedigendes bezeichnet werden konnte.
Die Sommerferien begannen am 2. Juli und dauerten 4 ½ Wochen.
Am 17. August wurde unter Beteiligung fast sämtlicher Lehrer ein Turngang nach dem Stoppelsberg ausgeführt.
Am 2. September fand die Feier des Sedantages statt; zunächst beteiligten sich die Lehrer und Schüler an der kirchlichen Feier, bei welcher die Gymnasiasten mehrere Festge- sänge vortrugen, darauf folgte unter zahlreicher Beteiligung des Publikums eine Feier in der Aula des Gymnasiums, bei welcher der Oberprimaner Justus Noll über die Bedeutung des Tages sprach, und von Schülern aller Klassen Gedichte vorgetragen wurden.
An dem T'age nach dem Feste machten die Schüler unter Begleitung fast sämtlicher Lehrer einen Spaziergang nach der Wippershainer Höhe. Dort wechselten in bunter Reihe Turnspiele, Gesänge, patriotische und launige Ansprachen.
Am 22. September wurde das Sommersemester geschlossen. Obwol während desselben sowol durch Erkrankungen einiger Kollegen, wie durch Einberufung eines Kollegen zur Ableistung sechswöchentlicher Dienstübungen mehrfache Störungen des Unterrichts stattfanden, so konnte doch dafür Sorge getragen werden, dass die Absolvirung der Klassenpensa dadurch nicht beeinträchtigt wurde.
Am 4. Oktober begann das Wintersemester. Am 7. Januar übernahm der Schulamts- Candidat Philipp Hafner, welcher den 8. Januar 1877 sein Probejahr an der Anstalt ange- treten hatte und zu Ende des Sommersemesters ausgetreten war, um als Einjährig-Freiwilliger seiner Militärdienstpflicht zu genügen, wiederum eine Anzahl Lehrstunden.
Am Donnerstag den 24. Januar wurde von Schülern des Gymnasiums unter Leitung des Gymnas.-Gesanglehrers Anacker in der Aula des Gymnasiums eine Abendunterhaltung, beste- hend in musikalischen und deklamatorischen Vorträgen, veranstaltet. Dieselbe fand bei dem sehr zahlreich versammelten Publikum den lebhaftesten Beifall. Am Eingang wurden freiwil- lige Gaben für das Denkmal auf dem Niederwald entgegengenommen. Der Ertrag derselben ist mit 78 Mark an eine Sammelstelle in Wiesbaden eingeschickt worden.
Die Geburtstagsfeier S. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. März in der herkömmlichen Weise begangen. Die Festrede hielt Gymnasiallehrer Bosing.
Am 4. und 5. April beehrte Herr Geheime Regierungsrat Dr. Stauder unsere Anstalt mit seinem Besuche und unterzog dieselbe einer Revision. Die grosze Freundlichkeit, mit welcher derselbe Streben und Leistungen der Schüler anerkannte, gab den NMahnungen, mit denen er auf die Notwendigkeit ferneren energischen Fleiszes und sittlichen Strebens hin- wies, verdoppelten Nachdruck. Ebenso wird die Humanität, mit welcher Herr Geheimerat


