Jahrgang 
1915
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wird von uns allen ſtets in Ehren gehalten werden. Die Schüler ließen es ſich nicht nehmen, den Ge⸗ fühlen der Dankbarkeit gegen den ihnen entriſſenen Klaſſenführer durch Stiftung eines namhaften Be⸗ trags für das Rote Rreuz greifbaren Kusdruck zu geben.

Eine in der zweiten Woche des März veranſtaltete Goldſammlung trug die anſehnliche Summe von 16 410 Mark ein.

2. Schon zu Beginn des Schuljahrs hatten uns die herren Lehramtsaſſeſſoren Dr. Kiefer und Würth verlaſſen, da ſie mit der Derwaltung von Lehrerſtellen an der Viktoriaſchule zu Darmſtadt und der Oberrealſchule zu Worms betrautwurden beide mit Wirkung vom 20. Kpril 1914. n ihre Stelle traten mit Wirkung vom gleichen Tage die herren Oberlehrer Como und Friedrich; am 1. Dezember erhielt herr Como den Charakter als Profeſſor. 5um NRachfolger des verſtorbenen Herrn Schuchmann wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 9. September herr Dr. Gepp') aus Bingen unter Beförderung zum Oberlehrer ernannt und für herrn Dr. Bingel(ſ. S. 14) übernahm herr Pfarrer Reh⸗ wald bereitwilligſt den evangeliſchen Religionsunterricht.

Der ſchon im vorigen Jahre freiwillig an unſerer Anſtalt unterrichtende Herr Lehramtsaſſeſſor Blum ſetzte ſeine Tätigkeit im Sommer hier fort. Er erhielt vom 15. Mai an die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Oberrealſchule a.§. in Offenbach und kehrte nicht mehr zu uns zurück, da auch ihn der Krieg zu den Waffen gerufen hatte.

Bei dem Lehrermangel, der durch die Einziehungen verurſacht wurde, ſtellte herr Lehramts⸗ referendar 5ilch ſeine Dienſte in ſehr dankenswerter Weiſe uns zur Verfügung. Nachdem er ſein zweites Vorbereitungsjahr an unſerer Anſtalt vollendet, wurde er am 1. Oktober zum Lehramtsaſſeſſor kenweunt und vom 12. Oktober an zur Verwaltung einer Lehrerſtelle an die Gr. Oberrealſchule zu Kls⸗ eld berufen. to l

Ende Rovember erkrankte herr Profeſſor hoffmann, anfangs Januar herr Profeſſor Como; Arabiie erhielten wir in der Lehramtsaſpirantin Fräulein Marx und herrn Lehramtsreferendar

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In den erſten Tagen des April wurde der Pedell Reuſchling in gleicher Eigenſchaft an die Ober⸗ realſchule zu Gießen verſetzt und dem Militäranwärter Lömmersdorf die Verwaltung ſeiner Stelle übertragen. Am 26. September wurde dieſer dekretmäßig angeſtellt.

3. Hm 14. Januar beehrte herr Geheimer Oberſchulrat Block unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuch und beſichtigte mehrere Klaſſen.

4. Die diesjährige ordentliche Reifeprüfung fand am 16. Februar unter dem Vorſitze des Unterzeichneten, dem dabei die Obliegenheiten des Regierungsvertreters übertragen worden waren, ihren Abſchluß. Es unterzogen ſich ihr die beiden bereits unter 5iffer 1 genanten Oberprimaner und unſere Oberprimanerin. Sie konnten alle für beſtanden erklärt und mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen werden. Zwei von ihnen waren von der mündlichen Prüfung befreit worden; an dem wahlfreien Lateinunterricht hatten ebenfalls zwei teilgenommen..

Ueber die Rotreife⸗ und ſonſtigen Rotprüfungen geben S. 15 und 14 Aufſchluß.

5. Die vaterländiſchen Feſte wurden in dieſem Jahre den beſonderen Verhältniſſen entſprechend innerhalb der einzelnen Klaſſen gefeiert.

6. Von unſeren Schülern gehören zur Zeit an: der Jugendwehr 51 und dem pfadfinder⸗

korps Jung⸗heppenheim 32. Vor dem Ariege beſtand noch der Tennis⸗, hHocken⸗ und Fußballklub, auch beſaß der Wandervogel einige Mitglieder.

*) Dr. heinrich Gepp, geboren am 7. März 1884 zu Bingen a. Rh., ſtudierte, nachdem er Oſtern 1902 am Gymnaſium zu Mainz die Reifeprüfung abgelegt hatte, drei Semeſter in München und fünf Semeſter an der Landes⸗ univerſität Nathematik, Phyſik und Erdkunde und wurde hier Ende Januar 1906 zum Dr. phil. promoviert. Im Sommer des gleichen Jahres beſtand er die Staatsprüfung für das höhere Lehramt und trat dann ſeinen Vorbereitungs⸗ dienſt im pädagogiſchen Seminar des Realgymnaſiums zu Darmſtadt an. Im zweiten Ausbildungsjahr war er zunächſt an der Realſchule und dem Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt, dann zur Vertretung an der höheren Bürgerſchule zu Grünberg und der Oberrealſchule zu heppenheim tätig. im 1. Oktober 1908 zum Lehramtsaſſeſſor ernannt, unterrichtete er zunächſt noch ein halbes Jahr freiwillig an der vorhin genannten höheren Lehranſtalt zu Bingen, bis er mit der Ver⸗ waltung von akademiſchen Lehrerſtellen an der Oberrealſchule zu Worms, wo er drei Jahre lang tätig war, und der höheren Bürger⸗(Mädchen⸗) Schule zu Bensheim beauftragt wurde. Von Bensheim wurde er unter Ernennung zum Ober⸗ lehrer an unſereMnſtaltverſetzt.