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3. Abschlussprüfung.
Die diesjährigen Prüfungen fanden am 1. März durch die mündliche Prüfung der Unter- sekundaner unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Oberschulrats Nodnagel ihren Abschluss. Für die Prüfung der Obersekundaner, die bereits am 27. Februar beendet wurde, war der Unter- zeichnete mit den Obliegenheiten des Regierungsvertreters betraut worden. Gemeldet hatten sich 18 Ober- und 20 Untersekundaner. Abgeschen von einem einzigen, der wegen nicht genügender Leistungen während des Schuljahres zur mündlichen Prüfung nicht zugelassen wurde, konnten alle für bestanden erklärt werden, 16 von ihnen unter Befreiung von der münd- lichen Prüfung.
4. Gesundheitszustand.
Zum ersten Male seit 10 Jahren griff der Tod in die Reihen unserer Schüler ein. Am 17. Mai verschied ganz rasch an den Folgen eines komplizierten Armbruchs der Untersekundaner Jakob Götz aus Heppenheim und am 23. Oktober entriss uns der Tod plötzlich und unerwartet den Quintaner Karl Hillemann aus Bensheim. Tiefbewegt über das Dahinscheiden der beiden braven und hoffnungsvollen Schüler gaben Lehrer und Kameraden ihnen das letzte Geleite,
Im übrigen war der Gesundheitszustand unserer Jugend befriedigend; so weit die Witterung es ermöglichte, wurden regelmässig Schulausflüge unternommen; an Wintertagen waren diese meist dem Schlittschuhlaufen auf unserer prachtvollen Eisbahn gewidmet. Wegen der grossen Hitze musste am 16., 17., 18., 19. und 20. Juli jedesmal von der letzten Vor- mittagsstunde ab der Unterricht ausgesetzt werden.
5. Stipendien.
Der Verwaltungsrat der Spar- und Leihkasse für den Kreis Heppenheim gewährte für dieses Jahr wieder einer grösseren Anzahl von Schülern Freistellen. Auch die Vertretung der Stadt Heppenheim bewilligte einem Schüler der III? eine Stelle. Beiden Körperschaften sei an dieser Stelle der gebührende Dank ausgesprochen.
Die seitherigen Inhaber von Freistellen müssen ihre Gesuche für das bevorstehende Schuljahr erneuern. Diese Gesuchesowohl wie neu einzu- reichende können nur dann auf Berücksichtigung rechnen, wenn sie bis zum 1. Mai uns vorgelegt sind. Eine besondere Aufforderung wird nicht mehr ergehen.
6. Ferien-Ordnung für 1901/02. Pfingstferien: 26. Mai bis 2. Juni.
Herbstferien: 11. August„ 15. September. Weihnachtsferien: 22. Dezember„ 5. Januar. Osterferien: 16. März„» 6. April.


