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4. Durch Dekret vom 10. Juni 1891 wurde der Lehrer an der höheren Bürgerschule Heinrich Hornef unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer zum Lehrer an der Real- schule ernannt, den Schulverwaltern Georg Brandstätter und Wilhelm Holzamer wurde durch Verfügung des Grossh. Ministeriums von demselben Tage die provisorische Verwaltung von Lehrerstellen an der Realschule übertragen.— Heinrich Hornef, geboren den 18. Juni 1862 in Lindenfels, bestand zu Ostern 1881 die Seminarprüfung und im April 1883 die Definitorialprüfung, er war zuerst Schulgehilfe an der Volksschule in Bensheim, dann seit Ostern 1883 an der höheren Bürgerschule verwandt, wo er am 7. November 1886 definitiv angestellt wurde.
5. Der Unterrichtsbetrieb erlitt in dem verflossenen Schuljahre wiederholt recht empfindliche Störungen. Herr Braun, der von dem 1. April an zu einer achtwöchentlichen militärischen Uebung eingezogen war, konnte erst am 29. Mai seinen Dienst antreten; vom 1. Juni an musste Dr. Horn ebenfalls acht Wochen lang den Unterricht aussetzen, um militärischen Verpflichtungen nachzukommen. Von den Lehrern Brandstätter und Holzamer fehlte aus der nämlichen Ver- anlassung der erstere 6, der letztere zehn Wochen lang. Da ein so kleines Kollegium wie das hiesige die durch die gleichzeitige Abwesenheit zweier Lehrer entstandenen Lücken nicht aus- füllen komte, so wurde durch Verfügung des Grossh. Ministeriums vom 23. September der Schul- gehilfe Julius Hoss mit der Stellvertretung beauftragt. Im Januar erkrankte Reallehrer Bütten- bender und war durch ein Augenleiden genôtigt, über 7 Wochen der Schule fern zu bleiben. Durch Verfügung des Grossh. Ministeriums vom 3. Februar trat an seine Stelle der Lehramts- accessist Ernst Seeger.
6. Herr Beneficiat Glanz, der über 4 Jahre den katholischen Religionsunterricht an der Anstalt erteilt hatte, wurde vom bischflichen Ordinariat in Mainz mit Wirkung vom 3. Februar an zum Pfarrer in Sulzheim ernannt; vom 17. Februar an übernahm der Beneficiums- verwalter Litzendorf den Unterricht.
7. Am 1. October beehrten die Herren Geh. Staatsrat Dr. Knorr von Rosenroth und Oberschulrat Soldan die Schule mit ihrem Besuch und wohnten in fast allen Klassen dem Unterricht bei; am 17. Juli hatte Herr Oberschulrat Soldan einzelne Klassen bereits einer Be- sichtigung unterzogen.
8. Am 27. Januar beging die Anstalt das Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers durch eine Schulfeier; das Programm derselben war folgendes: a) Hymne von Mozart„Hoch über Dir u. s. w.“ b) Mein Vaterland von Julius Sturm, vorgetr. von Franz Vettel; Das Lied von Düppel von Emanuel Geibel, vorgetr. von Adolf Götz; Hurrah Germania von Ferdinand Freilig- rath, vorgetr. von Karl Schül; Vaterlandslied von Robert Hamerling, vorgetr. von Philipp Stegmann. c) Chorlied„Was ist des Deutschen Vaterland?“ von Reichardt. d) Festrede des Reallehrers Dr. Zilch. e) Chorlied„Heil Dir im Siegerkranz“.
9. Am 17. März, dem Tage der Beisetzung der Leiche des höchstseligen Grossherzogs Ludwig IV. wurde eine Gedächtnisfeier abgehalten, bei der der Direktor ein Lebensbild des Dahingeschiedenen entwarf und den Schülern seine persönlichen und Regenten-Tugenden vor Augen führte. Dem Ernst des Tages entsprechende Lieder leiteten die Feier ein und schlossen sie ab.— Bei dem Leichenbegängnis in Darmstadt war die Anstalt durch eine aus dem Direktor und zwei Lehrern bestehende Abordnung vertreten.
10. Im Laufe des Sommers hatte sich die Notwendigkeit herausgestellt, die durch Neu- anschaffungen vergrösserte Sammlung physikalischer Apparate, die nicht zu ihrem Vorteil vorher mit den Säuren und Chemikalien in einem Raume untergebracht war, in einem besonderen Zimmer in eigens dazu beschafften Schränken aufzustellen. Dem Entgegenkommen des Herrn Bürgermeisters haben wir es zu verdanken, dass durch Einziehen einer Mauer in ein grösseres Klassenzimmer die Zahl der uns zur Verfügung stehenden Räume um einen vermehrt und so der vorhandene Missstand bescitigt wurde. Während der Herbstferien wurden auch die sämt- lichen Schulräume neu hergerichtet, wofür wir nicht verfehlen wollen gebührenden Dank zu sagen.


