Jahrgang 
1888
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ihrer Einſicht geſetzt; möge dieſer Geiſt fortwalten in der Gemeinde, und die Stütze wird feſtſtehen, auf welche ſich der fernere Wohlſtand der Gemeinde gründet, denn ja

Nicht im trüben Schlamm der Bäche,

Der von wilden Regengüſſen ſchwillt,

In des Baches eb'ner Fläche

Spiegelt ſich das Sonnenbild.

Auf einer tüchtigen Jugendbildung ruht ja mit das Wohl des Einzelnen, wie das ganzer Städte und Staaten. In der Hoffnung auf Realiſierung dieſer Wünſche haben wir den Bau begonnen, und heute bei ſeiner Vollendung darf ich dieſen unſeren Herzenswünſchen von neuem Ausdruck verleihen. Doch was ſind Hoffnungen, was Entwürfe des Menſchendes vergänglichen Sohnes der Stunde auf⸗ gebaut auf beweglichen Grunde?

Wenn der Herr das Haus nicht baut, ſo arbeiten die Bauleute umſonſt. So möge denn der Herr das Haus bewahren, möge es vor Schaden behüten, möge abhalten, was unedel iſt, möge darin glaubend, hoffend und liebend gearbeitet werden, und reichlicher Segen aus dem Hauſe hervorgehen für viele Familien, für das Vaterland!

Gott ſchütze die Gemeinde Heppenheim und gebe ihr Blühen und Gedeihen! Gott beſchütze Fürſt und Vaterland alle Zeit in Frieden und Gerechtigkeit!

Es beſtieg hierauf nach einer kurzen Pauſe, die durch den Geſangsvortrag der Schüler:Mein Vaterland, ich liebe Dich ausgefüllt wurde, der Unterzeichnete die Rednerbühne und hielt folgende Feſtrede:

Hochgeehrte Feſtverſammlung!

Indem ich Sie, ſehr geehrte Anweſende, namens unſerer Schule insgeſamt herzlich willkommen heiße, entledige ich mich zuvörderſt der ehrenvollen Pflicht, den Hochgeehrten Herrn Vertretern der Groß⸗ herzoglichen Staatsregierung, die durch ihre werte Gegenwart unſer Feſt verherrlichen, beſonders und ehrerbietigſt zu danken. Auch den Eltern unſerer Schüler und den Freunden der Anſtalt drängt es mich unſeren wärmſten Dank für die zahlreiche Teilnahme an unſerer heutigen Feſtfeier auszuſprechen. In größerer Anzahl denn je ſind Sie heute erſchienen, um mit uns ein ſeltenes, bedeutſames Feſt zu begehen; nicht bloß Bewohner der Stadt Heppenheim erblickt man in dieſem feſtlich geſchmückten Saale verſammelt, auch aus den Nachbargemeinden und den entfernteren Orten unſeres engeren Vaterlandes ſind Sie heute hierher geeilt, um Zeugen und Genoſſen unſerer Feſtfreude zu ſein. Und mit Recht! Gilt es ja heute die Einweihung eines Hauſes zu feiern, das beſtimmt iſt, nicht bloß den Bewohnern Heppenheims, ſondern auch denen vieler anderen Orte eine ſegenſpendende Stätte zu ſein, eine Heim⸗ ſtätte für die Wiſſenſchaft, eine Pflegeſtätte für Religion und gute Sitte.

Ehe ich indes über die Beſtimmung dieſes Hauſes mich des weiteren verbreite, obliegt mir zu⸗ nächſt die Aufgabe, den Gefühlen aufrichtiger Dankbarkeit, die heute unſere Bruſt mächtig bewegen, nach verſchiedenen Richtungen hin noch einen förmlichen Ausdruck zu verleihen.

So müſſen wir heute mit den Gefühlen des Dankes unſern Blick emporrichten zu dem Throne Sr. Kgl. Hoheit, unſeres allergnädigſten Großherzogs und allverehrten Landesfürſten, deſſen weiſer Sinn ſtets bemüht iſt, dem Volke die Segnungen des Friedens durch Förderung wahrer Bildung und guter Zucht und Geſittung zuzuwenden und dauernd zu ſichern.

Der heutige Tag gibt uns ferner Gelegenheit, den Hochgeehrten Herrn Vertretern der Groß⸗ herzoglichen Staatsregierung, ſowie dem Hochverehrten Herrn Kreisrat Gräff unſern Dank dafür zu bezeugen, daß ſie durch ihr fortwährendes geneigtes Wohlwollen die raſche Entwickelung unſerer Schule befördert und durch ihre weiſen Ratſchläge auch dieſem Werke, das heute in ſeiner Vollendung daſteht, weſentliche Dienſte erwieſen haben.

Unſere dankbare Anerkennung zollen wir ferner der Stadtvertretung Heppenheims, die in dem Bewußtſein, ein für die Stadt ehrenvolles und nützliches Werk zu ſchaffen z. Z. dieſe Anſtalt in's Leben rief und dann, nicht auf halben Wege ſtehen bleibend, durch die Bewilligung der erforderlichen Mittel den für die gedeihliche Entwickelung unſerer Schule notwendig gewordenen Neubau ermöglichte.