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„Ausfluß des denkenden Geiſts, veredelt vom Odem der Kunſt „Sei, was die ſchaffende Hand nach Fleiß und Mühe vollendet. „Nimmer in dunkle Nacht abergläubiſchen Sinns
„Sei uns gehüllt, was Natur nach ewiger Ordnung Geſetzen, „So wie der Schöpfer es will, ſtaunenerregend vollzieht. „Nein des ergründenden Geiſtes alldurchdringendes Forſchen „Schaffe der Wahrheit Sieg über verderblichen Wahn. „Dann der Natur Erkennen richte den Blick nach oben, „Lehre des Schöpfers Macht, Weisheit und Güte verſtehen, „Zeuge im fühlenden Herzen Erkennen des göttlichen Willens. „Gläubigen, demütigen Sinns dient dann der Menſch ſeinem Gott, „Seiner veredelten Seele hat er das Böſe entfremdet,
„Trägt in erſtarkter Bruſt edler Begeiſterung Kraft.
„Alſo nach dieſem Gemälde werde der Menſch gebildet,
„Das ſei der Schule Ziel, dieſem auch unſre geweiht!
„Und in des neuen Gebäudes lichten, freundlichen Räumen „Finde der thätige Geiſt Werkſtätt' erſprießlichen Thuns, „Edle Geſittung des Herzens Stätte geſegneter Pflege, „Endlich die edle Kunſt vorbereitenden Ort.
„Und ſo ſteig' Jehovah, vom himmliſchen Throne hernieder, „Weih' den vollendeten Bau ſeinem erhabenen Dienſt,
„Dir, o Allgüt'ger zur Ehre, uns zum Heile und Segen!
Es folgte hierauf die Uebergabe des Gebäudes an die ſtädtiſche Verwaltung, indem Herr Bau⸗ meiſter Klein den Schlüſſel zum Schulgebäude Herrn Beigeordneten Löslein als dem Vertreter des Großherzoglichen Bürgermeiſters Keßler, der leider durch Krankheit verhindert war, dem Feſte beizu⸗ wohnen, nach einer kurzen Anſprache überreichte.
Sodann ergriff Herr Beigeordneter Löslein das Wort, um zunächſt den Hohen und Hochgeehrten Auweſenden der Stadt freundlichen Feſtgruß zu entbieten und der Großherzoglichen Regierung für das der Schule ſtets entgegengebrachte Wohlwollen namens der Stadt Heppenheim Worte aufrichtigen Dankes zu widmen, indem er zugleich die ergebenſte Bitte damit verband, Großherzogliche Regierung wolle auch fernerhin durch ihre geneigte Fürſorge das ideale Streben der Schule fördern und unterſtützen. Unter dankbarer Anerkennung der Verdienſte der an der Schule wirkenden Lehrer übergab er dem Unterzeich⸗ neten den Schlüſſel zu dem Schulgebäude, das für Lehrer wie Schüler eine Stätte erſprießlichen Wirkens und reichlichen Segens ſein möchte. 5
Herr Kreisrat Gräff richtete nun an die Anweſenden folgende Anſprache:
Hochanſehnliche Feſtverſammlungl!
So iſt denn der heißerſehnte Tag erſchienen, an welchem das ſchöne neuerbaute Realſchulgebäude ſeiner Beſtimmung übergeben werden ſoll, und wahrlich! es muß für Lehrer wie für Schüler eine Luſt und Freude ſein, in dieſem ſtattlichen Hauſe zu wirken und zu arbeiten. Es drängt mich daher auch meinerſeits, allen herzlichen Dank zu ſagen, welche zum Gelingen des Werkes beigetragen haben: der höchſten Schulbehörde, die unſerer Anſtalt ſtets ſo großes Wohlwollen entgegengebracht hat, dem Stadt⸗ rat, der die Intereſſen der Schule in jeder Beziehung gefördert hat, dem Stadtbaumeiſter, der den Plan ſo zweckmäßig entworfen, den Bauhandwerkern für die ſchöne Ausführung des Baues, namentlich auch dem pflichteifrigen und tüchtigen Lehrerkollegium:
Semper honos nomenque-corum laudcsque manebunt!
Namentlich hat ſich die Gemeinde Heppenheim ein ſtummberedtes Denkmal ihrer Einigkeit und


