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eintraten. So durfte auch unsere Anstalt eine stattliche Zahl hochgemuter Jünglinge in die Reihen derer entsenden, die in ernster Zeit Leib und Leben für das Wohl des Va- terlandes einsetzen.
Dab die Begeisterung der jugendlichen Kämpfer tief und echt war und ist, dus beweist ihr tapferes Durchhalten trotz Hunger und Kälte und Entbehrungen aller Art. Der Wille zum Sieg, der die ganze Nation erfüllt, peherrscht auch sie, wie ihre häufigen Mitteilun- gen von der Walstatt und aus dem Lazarett kundtun.— Eine schmerszliche Pflicht erfüllt der Berichterstatter durch die Mitteilung, daß der seitherige Untersekundaner Wilhelm Wohmann aus Rennerod(Kreis Westerburg), der uns ein bpraver und lieber Schüler war, am 13. Dezember 1914 im jugendlichen Alter von 17 ½ Jahren in den Argonnen den Helden- tod gefunden hat. Zu seinen Ehren fand am 1. Tage nach den Weihnachtsferien in der Aula eine Gedenkfeier statt, bei welcher nach dem gemeinsamen Liede„Reiters Morgengesang“ der Unterzeichnete dem früh Vollendeten einen ehrenden Nachruf widmete und die Schüler im Hinblick auf das leuchtende Vorbild zu steter treuer Pflichterfüllung an ihrer Stelle jetzt und in der Zukunft mahnte.— Auch von den Abiturienten des Ostertermins 1914 ist bereits einer auf dem Felde der Ehre gefallen, Herr stud. phil. Karl Dochnahl vom Forsthaus Dodenau(Kreis Biedenkopf), der in S-jähriger, pflichttreuer Gymnasialstudien- zeit seine Lehrer das Beste für seine Zukunft erhoffen ließ: er fiel am 3. Dezember 1914 in einem Gefechte in Russisch-Polen. Auch er hat sich den ewigen Lohn verdient durch die opferfreudige Hingabe des irdischen Lebens im Dienste der schönsten Pflicht.
Von unseren letzten Abiturenten wird Otto Schnell, der zuletzt vor Lodz im Kampfe stand, seit dem 3. November vermitt, während Josef Gotthardt in den Karpathen schwer verwundet wurde.— Von den Osterabiturienten 1913 ist Herr Josef Camp aus Bendorf auf dem Felde der Ehre gefallen. Herr Aloys Stähler aus Niederzeuzheim nach schwerer Verwundung in den Karpathen den Heldentod fürs Vaterland gestorben, Josef Köppler aus Hattenheim in französische Kriegsgefangenschaft geraten, während zwei Brüder des letzteren, die Herbst 1912 unsere Schule verließen, den Heldentod gefunden haben.— Von den mit dem Zeugnis für den einjährig-freiwilligen Dienst zu Ostern 1913 entlassenen Schülern sind Adolf Bill aus Offhausen bei Kirchen a. d. Sieg, der das Eiserne Kreu⸗ errungen hatte, und Karl Eisel aus Seck(Kreis Westerburg) gefallen. Ein unvergäng- liches Glück ist ihres Kampfes Preis.—
Die im Gymnasium zurückbleibenden Schüler haben sich in der verfügbaren Zeit nach Kräften an der Einbringung der Ernte und den sonstigen landwirtschaftlichen Arbeiten. an der Sammlung von Gold für die Reichsbank u. a. beteiligt und sind bestrebt gewesen, im Dienste des Ganzen zu arbeiten, was und wo sie konnten.— Alle Schüler, die das 16. Lebensjahr überschritten haben, traten in die J ugendwehr-Kompagnie Hadamar ein. die in einer Versammlung am 28. Oktober gegründet wurde, in welcher Herr Mittelschul- lehrer a. G. Krekel in längerer Ansprache Zweck und Ziel der auf den späteren militä- rischen Dieast vorbereitenden Jugendausbildung darlegte, die ministeriellen„Richtlinien“ erklärte und die vorgesehenen Ubungen kurz und klar erläuterte. Den unter der Leitung tüchtiger, gedienter Führer aus Hadamar und Umgegend erzielten schönen Erfolg der Jugendwehr zeigte bereits die Besichtigung derselben durch den Hauptmann und Kompagnie- chef Herrn Geheimen Regierungsrat Landrat Büchting am 13. Dezember in Hadamar.
Es ist selbstverständlich, daß der gesamte Unterricht des Gymnasiums im Sinne des M.-E. vom 6. 11. 1914 bei geeigneten Gelegenheiten, besonders auch bei der Wahl der Aufsatztemata, zu den großen kriegerischen Ereignissen, die unsere Seelen er- füllen, in lebendige Beziehung gesetzt wurde, damit„durch stete Bezugnahme auf die Großtaten unseres Volkes und auf die gewaltigen Leistungen unseres tapferen Heeres in der Seele der Jugend der Samen vaterländischer Gesinnung eingepflanzt würde, der auch in der Zuknnft noch reiche Frucht tragen soll“.
Ein Ruhmesblatt in der Geschichte unseres Gymnasiums wird für alle Zeiten die Beteiligung von Lehrern und Schülern an den Aufgaben des gewaltigen Kampfes sein, den Mißgunst und Bosheit uns aufgezwungen haben.— Möge für alle, die auf dem Felde der Ehre unentwegt ihren Mann stehen, nach Gottes gnädiger Fügung recht bald„der schöne Tag“ erscheinen, wo nach endgültigem, herrlichen Siege„zum frohen Zug die Fahnen sich entfalten und heimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch.—


