Jahrgang 
1906
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Jahrhunderts. Klopstocks Leben, wichtigste Oden und Auswahl aus dem Messias. Schillers Wallenstein, Goethes Egmont. Shakespeares Julius Cäsar; als Pri- vatlektüre: Lessings Minna von Barnhelm. Dispo- sitionsübungen. Vorträge der Schüler, meist im An- schlusse an Bieses Lesebuch für I oder an die Privat- lektüre.

Aufsätze: 1a) Wallenstein, des Lagers Abgott. b) Leben und Charakter des ersten Jägers. c) Die Soldaten in Wallensteins Lager.(Kl.) 2) Es wächst der Mensch mit seinen größeren Zwecken. 3a) Wo- durch wird Wallensteins Schwanken verständlich? (Kl.) 3 b.) Was bewegt Wallenstein zu seinem Ent- schlusse?(Kl.) 4. Wie schildert uns Schiller den Obersten Buttler? 5a.) Die Hauptvertreter des nie- derländischen Volkes in GoethesEgmont. 5b.) Wie schildert Goethe imEgmont das Volk?(Kl.) 6.) Alba in GoethesEgmont und Oktavio in Schillers Wallenstein. 7.) Klopstocks Urteil über Friedrich den Großen.(Kl.) 8) Mit welehem Rechte nannte Shakespeare sein DramaJulius Cäsar?

Schmitthenner.

Lateinisch: 7 St. Horaz(2 St.): Oden III. IV(Aus- wahl Fritsch): III 1 6. 8. 9. 13. 14. 16. 21. 24. 30. IV. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 9. 11. 14. 15. carm. sacc. Sat. I 1. u. 6. Metrik. Memorieren einzelner Oden.

Widmann.

Tacitus Germania bis Kap. 27, Cicero in Verrem V und Cato maior.(2 St.) Livius XXIII XXX ex- temporiert(1 St.) Grammatische Wiederholungen, Belehrung über stilistische Eigentümlichkeiten. Uber- setzen aus Ostermann-Müller. Phrasen und synonyme Unterscheidungen. Alle acht Tage eine schriftliche Ubersetzung ins Lateinische als Klassen- oder Haus- arbeit. Ju jedem Vierteljahr eine Ubersetzung in das Deutsche als Klassenarbeit.(2 St.) Borzucki.

Griechisch: 6 St. S. Plato Apol., Homers Jlias I IV. W. Sophocles Odipus rex, Jlias IV XII. Wie- derholungen aus der Grammatik. Ubersetzungen aus dem Griechischen und ins Griechische, wöchentlich eine Arbeit. Borzucki.

Französisch: 3 St. Corneille: Cid; Behandlung der franz. Literatur des 17. 18. 19. Jhdts. im Anschluß an Fuchs: Tableau de l'histoire de la littérature fran- çaise. Freie Vorträge der Schüler in franz. Sprache über bedeutende Vertreter der Literatur. Außerdem Sprechübungen, zumeist an Gelesenes anknüpfend. Wiederholung wichtigerer grammatischer Kapitel be- sonders der Pronominalsyntax. Alle 3 Wochen eine schriftliche Arbeit: Ubersetzungen, Diktate, Kompo-

sitionen. Weißenstein. Hebräisch: 2 St. mit Ol. Englisch: 2 St. mit OI.

Mathematik: 4 St. Arithmetische Reihen l. Ord- nung und figurierte Zahlen, Geometrische Reihen, Zinseszins- und Rentenrechnung. Gleichungen IIlten,

Grades zurückführen lassen(mit mehreren Unbekann- ten). Permutationen, Kombinationen und die Ele- mente der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Plani- metrische Konstruktionsaufgaben, namentlichH und 8 Aufgaben. Fortsetzung der Trigonometrie mit zahl- reichen Ubungen. Stereometrie. Iter Teil, Körper- berechnung. Alle 3 Wochen eine häusliche oder Klassenarbeit Hesse.

Physik: 2 St. Mechanik und Wellenlehre. Hesse.

Gäste, saure Wochen,

Livius XXI u. XXII Anfang; IVten und Vten Grades, die sich auf solche IIten aus 5 53

Geschichte: 3 St. Die bedeutendsten römischen Kai- ser. Deutsche Geschichte bis zum Ende des 30 jäh- rigen Krieges. Die außerdeutschen Begebenheiten von weltgeschichtlicher Bedeutung. Einprägung der Jah- reszahlen nach dem Kanon. Wöchentliche Wieder- holung der Landeskunde des deutschen Reiches.

Höhler.

Obersekundu.

Klassenlehrer: Professor Borzucki.

Religionslehre: 2 St. Vereinigt mit UII. Bertram.

Deutsch: 3 St. Das Nibelungenlied in Ubersetzung. Inhalt derGudrun mit Proben. Die bedeutendsten Lieder und Sprüche Walters von der Vogelweide und der wichtigsten Lyriker vor und nach Walter im Urtext gelesen und in Anschluß daran die Entste- hung und Weiterentwickelung der betreffenden Gat- tungen zur Darstellung gebracht. Ausblicke auf die großen germanischen Sagenkreise, die Vorbereitungs-, die Ubergangszeit, sowie die gesellschaftlichen, recht- lichen, wirtschaftliechen und Kulturverhältnisse des Mittelalters in Anschluß an die Lektüre. Die höfische Epik in Anschluß an den Jnhalt desParzival un- ter Zugrundelegung einer Auswahl im Urtext(ar- men Heinrich, Parzival, Tristan), erläutert durch Inhaltsangaben, Textproben, UÜbersetzungen und An- schauungsmittel, gelegentlich Einiges aus der Ge- schichte des Dramas im Mittelalter. Überblick über die Entwickelung der deutschen Sprache, desgleichen der Literatur im 15., 16. u. 17. Jhd. Lektüre von Goethes Hermann und Dorothea, Götz von Berlichin- gen; privatim Maria Stuart. Prasastücke aus Bieses Lesebuch; anknüpfend an diese Lektüre literarhisto- rische Belehrungen. Vertiefung des Klassenpensums durch Schülervorträge. Memorieren geeigneter Dichterstellen. Sprachliches bei Rückgabe der Auf- sätze.

Aufsätze: 1. Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an; das halte fest mit Deinem ganzen Herzen?(H 2. Wie wird Hagen zum Mörder Siegfrieds?( 3. Welcher Gegensatz offenbart sich in den Reden und Charakteren der beiden Bräutigame Dorotheas?(K) 4. Das Verhältnis Walters von der Vogelweide zu Philipp v. Schwaben nach den Sprüchen 20 25 der Güntherschen Auswahl.(H). 5. Tages Arbeit, abends frohe Feste!(K). 6. Das Motiv der Treue in GoethesGötz von Berlichingen, ein Kennzeichen der inneren Verwandtschaft dieser Dichtung mit der deutschen Heldensage(K). 7. Nichts- würdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre(I). 8. Der Kampf um die Unterschriſft des Todesurteils in SchillersMaria Stuart(K).

Wagner.

Lateinisch: 7, St. Cicero de imperio Cn. Pompei, Vergil Aen. IV XI (mit Auswahl). Auswendiglernen einzelner Stellen aus Vergil. 5 St. Grammatische Wiederholungen unter Berücksichtigung der schwierigeren Syntaxre- geln, Belehrung über stilistische Eigentümlichkeiten. Übersetzen aus Ostermann-Müller V. Phrasen und synonyme Unterscheidungen. Alle 8 Tage eine schrift- liche Übersetzung ins Lateinische als Klassen- oder Hausarbeit. In jedem Vierteljahr eine Ubersetzung in das Deutsche als Klassenarbeit. 2 St.

Borzucki.