Jahrgang 
1900
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derUrkunde über die Einweihung der evang. Erlöserkirche in Jerusalem und Ansprache S. Majestät des Kaisers und Königs 2 Exemplare zu dem gedachten Zwecke übersandt.

12. Durch die Verf. v. 22. Sept. erfolgte die Mitteilung, dass der wissenschaftl. Hilfs- lehrer an der Wöhlerschule in Prankfurt a. M. Hermann Giesselmann zum Oberlehrer ernannt und zum 1. Okt. der hiesigen Anstalt überwiesen sei.

13. Mit Rundverf. v. 30. Sept. wurde eines der von dem Herrn Minister zur Verlei- hung an fleissige und befähigte Schüler in grösserer Anzahl überwiesenen Exemplare des unter 5 angeführten Werkes übersandt.

14. Die Rundverf. v. 16. Dez. brachte die nähern Bestimmungen des Herrn Ministers

über die von S. Majestät dem Kaiser und König angeordnete Feier des Jahrhundertwech- sels in den Schulen.

15. Mit Rundverf. v. 5. Jan. erfolgte eines der v. S. Majetät dem Kaiser und Könige zur Verleihung an besonders gute Schüler von deutschen höheren und mittleren Schulen aller Art zum 27. Januar in grosser Anzahl zur Verfügung gestellten Fxemplare des WerkesDeutschlands Seemacht sonst und jetzt v. Wislicenus.

16. Mit Rundverf. v. 26. Febr. wurden aus der durch den Staatssekretär des Reichs- marineamts zur Verleihung an würdige Schüler überwiesenen grössern Anzahl von Exem- plaren des WerkesDeutschlands Seemacht, sonst und jetzt v. Wislicenus der hiesigen Anstalt 2 Ex. übersandt.

Ill. Zur Chronik.

Montag den 10. April fanden die Aufnahmeprüfungen statt. Am folgenden Tage wurde das neue Schuljahr mit feierlichem Gymnasialgottesdienste begonnen, nach welcher um 8 Uhr die übliche Versammlung in der Aula folgte. Der an Stelle des nach Hanau versetzten Prof. Dr. Vomberg seinem schon länger gehegten Wunsche gemäss zum Ober- lehrer an hiesiger Anstalt ernannte seitherige Direktor des Realprog. und Prog. zu Höchst Joseph Mathi*) wurde von dem Direktor in sein neues Amt eingeführt; im übrigen wurde der Eröffnungsakt in gewohnter Weise abgehalten. Nach 9 Uhr nahm der Unter- richt seinen Anfang.

Samstag d. 20. Mai begannen mit dem Schlusse des Vormittagsunterrichts die neun- tägigen Pfingstferien.

Für den 20. Juni wurden der Lehrer a. G. Rentz wegen notwendiger Reise beur- laubt; ebenso für den 12. Juli Oberlehrer Gundlach wegen Teilnahme an der Kreissynode in Runkel. Die betreffenden Lektionen wurden ersetzt. An demselben Tage fiel der Re- ligions- und hebräische Unterricht des Oberlehrers Dr. Bertram aus, der an dem Leichen- begängnis eines auswärtigen befreunden Geistlichen teilnahm.

Am 18. Juli nachm. wurden mit den Schülern aller Klassen Ausflüge unternommen und zwar mit I, II u. 2 nach Langenschwalbach und Ruine Hohenstein, mit III u. 2 nach Hachenburg und Marienstatt und mit den 3 unteren Klassen nach Westerburg.

*) Joseph Mathi, geb. zu Hadamar am 16. Sept. 1851, widmete sich nach Absolvierung des hie- sigen Gymnasiums von Ostern 1871 an 1 Jahr an der Universität zu München, dann an der Akademie zu Münster bis Ostern 1874 dem Studium der Philologie und bestand dort am 31. Mai 1875 die Lehramts- prüfung. Das Probejahr leistete er vom 1. Juli 1875 bis 30. Juni 1876 an dem Realgymnasium zu Wies- baden ab, wo er vom 1. Okt. 1875 an zugleich als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt wurde. Diese Beschäftigung behielt er weiter bis zum Schluss des Schuljahres 1877 78. Zum 1. April 1878 wurde er am Kgl. Gymnasium zu Hersfeld als ordentl. Lehrer angestellt und verblieb in dieser Stellung bis Herbst 1884, wo er zum 1. ordentl. Lehrer und kommissarischen Dirigenten an dem seit Ost. dess. J. in der Entwickelung begriffenen städt. Realprog. in Höchst ernannt wurde. Am 14. Juni 1888 als Oberlehrer charakterisiert, wurde er am 1. Okt. 1890 als Rektor des Realprog. und Prog. in Höchst bestätigt, wel- cher Titel 1892 in den Direktortitel überging. Unter dem 10. April 1893 erbielt er den Rang der Räte IV. Kl. Zum 1. April 1899 wurde er als Oberlehrer an die hiesige Anstalt versetazt. Unter dem 17. dess. M. wurde ihm der Charakter als Professor verliehen.