Jahrgang 
1900
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Vom 24 27 dess. Mts. setzte Oberlehrer Dr. Bertram wegen Ablebens seiner Mutter seinen Unterricht aus; von seinen Lektionen konnten nur die französischen durcht Vertretung gedeckt werden.

Am 2. und 3. Aug. wurden die Lektionen des erkrankten Prof. Bosing teils durch Vertretung teils durch Kombination ersetzt.

Am 13. und 21. Juli wie am 4. 5. und 7. Aug. musste der Nachmittagsunterrich wegen übermässiger Hitze ausfallen.

Das Sommerhalbjahr wurde Montag den 14. August nach Beendigung des Vormit- tagsunterrichts mit Austeilung der Censuren geschlossen.

Der Unterricht für das Wintersemester begann Dienstag den 19. Sept. 8 Uhr morgens.

An diesem Tage waren die Lektionen des wegen einer Familienfeier verreisten Ober- lehrers Gundlach anderweit zu decken.

Vom 28. 30. Sept. musste der nach é jähriger Thätigkeit an hiesiger Anstalt zum 1. Okt. nach Hersfeld versetzte Prof. Dr. Richter des Umzugs wegen vertreten werden. Zum Ersatz für ihn war der zum Oberlehrer ernannte seitherige wissensch. Hilfslehrer an der Wöhlerschule zu Frankfurt a. M. Hermann Giesselmannꝰ) der hie- sigen Anstalt überwiesen. Derselbe wurde Montag den 2. Oktober in sein Amt eingeführt.

Am 16. 17. u. 18. Okt. waren die Lektionen des erkrankten Prof. Bosing teils durch Vertretung teils durch Kombination zu decken.

Mittwoch den 18. Okt. wurde 89 Schülern der Anstalt die hl. Firmung erteilt. In den 3 untern Klassen, deren Schüler zum weitaus grössten Teil zu den Firmlingen ge- hörten, fiel der Unterricht aus, die Firmlinge der übrigen Klassen wurden von der Teil- nahme an demselben befreit.

Am 31. Okt. wurden die Lektionen des wegen einer Familienfeier abwesenden Lehrers a. G. Rentz anderweit versehen.

Vom 20. Nov. an erstreckte sich die Zeit des Vormittagsunterrichts von 8 ¹¼½ 12 Uhr. sodass für die beiden ersten Lektionen je ³4 St. ohne Zwischenpause verwendet, wurden und vor der 3. und 4. Lektion Pausen von 10 bezw. 5 Min. eintraten. Vom 12. Febr. ab wurde die hergebrachte Ordnung wieder befolgt..

Am 23. Dez. in der letzten Vormittagsstunde wurde zufolge Minist.-Erl. der bevor- stehende Jahrhundertwechsel mit einer Vorfeier in der Aula begangen. Der Rede des Oberlehrers Gieselmann ging voraus und folgte Chorgesang. Darauf wurden die Schü- ler nach Einhändigung der Zeugnisse in die Weihnachtsferien entlassen, welche der Fe- rienordnung gemäss diesmal bis zum 8. Jan. einschl. währten.

Am 23. Jan. wurde Oberlehrer Stemmler wegen Teilnahme an einer Familienfeier in den meisten seiner Lektionen vertreten.

An dem Allerhöchsten Geburtstage Sr. Kaiserlichen und Königlichen Majestät wurde nach feierlichem Gottesdienste von 10 Uhr an in der festlich geschmückten Aula der öffentliche Akt abgehalten. Nach dem Vortrage zweier Musikstücke für Violinen, Flöte und Klavier und der CantatePreis des Schöpfers für gem. Chor, Soli und Klavier- begleitung kam der II. Teil. der herrlichen CantateDas Meer von Weber und Klug- hardt für Männer- und gemischten Chor mit verbindender Deklamation u. Klavierbegleitung zur Aufführung. Daran schlossen sich noch 2 Musikstücke für Violinen, Flöte u. Klavier. Dann folgte die Festrede des Oberlehrers Gundlach. Mit einem begeistertem Hoch auf S. Majestät den Kaiser und König und dem gemeinsamen GesangHeil Dir im Sieger- kranz endete die Feier. Dann überreichte noch der Direktor nach einer kurzen An- sprache dem Oberprimaner Eduard Wittus aus Ottweiler das Kaiser-Prämium.(Vergl. II, 15).

*) Hermann Giesselmann, geb. am 4. Febr. 1865 zu Corbach in Waldeck, evang. Konf., be- suchte das Gymnasium seiner Vaterstadt von Herbst 1874 bis Ost. 1883, studierte dann in Leipzig und Marburg Philologie und Geschichte und bestand die Lehramtsprüfung im Juni 1888 zu Marburg. Nachdem er von Herbst 1888 an das Probejahr am Gymnasium zu Wiesbaden abgelegt hatte, war er mehrere Jahre in Russland in einer Privatstellung thätig. Von Ostern 1893 bis Ost. 1897 war er an der Adlerflycht-Real- schule zu Frankfurt a. M. und von Ostern 1897 bis Herbst 1899 an dem Realgymnasium Wöhlerschule da- selbst als Hilfslehrer beschäftigt.