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Unter dem 13. Januar d. J. bestimmt das König!. Prov.-Schulkollegium gemäss An- ordmung dos Herrn Ministers der geistl. etc. Angelegenheiten vom 17. Dec. v. J., dass das Schulgeld an hiesiger Anstalt vom I. April d. J. ab auf den Jahresbetrag von 90 M. für alle Klassen, also für sämtliche Schüler erhöht werde.
Durch Circular-Verfügung vom 7. Februar 1888 wird der Ministerial-Erlass vom 3. Januar mitgeteilt, welcher die Bestimmung, nach der den dritten dieselbe höhere Lehranstalt besuchenden Brüdern, falls deren Eltern darum bitten, das Schulgeld zu erlassen ist, aufhebt und anordnet, dass künftig in derartigen Fällen die Rutschei- dung lediglich von der Bedürftigkeit und Würdigkeit der betreffenden Schüler abhängig zu machen ist.
III. Zur Chronik der Anstalt.
Nachdem Montag den 18. April die Aufnahmeprüfungen vorgenommen varen, wurde das neue Schuljahr am folgenden Tage in der üblichen Weise eröffnet. An den Got- tesdienst schloss sich die Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Di- rektor den der Anstalt zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesenen Candi- daten des höheren Schulamts Heinrich Escher einführte und nach einer Ansprache au die Schüler die Selulorduung vorlas bezw. erkäuterte und die neu aufgenommenen Schüler auf gewissenhafte Befolgung derselben verpflichtete.
Der seit dem 9. März wegen Erkrankung beurlaubte Oberlehrer Schenck musste auch während der eisten Woche des neuen Semesters noch vertreten werden. Am 26. und 27. April erteilte er einige der ihm obliegenden Lektionen wieder, allein am 28. cj und au den beiden folgenden Tagen musste er den Unterricht abermals aussetzen In der folgenden Woche, vom 2. Mai ab, übernatun er seinen Dienst zum grössten Teil wieder, so dass nur in 8 Stunden, in den ersten Vormittagsstunden und in den 2 naturgeschichtlichen Stunden in III seine Vertretung fortzusetzen war. Vom 9. NMai ab versah er seinen Dienst wieder in vollem Umfange.
Am 13. Juni trat der Kandidat des höheren Schulamts Friedrich Heckmann, weleher mit dem Anfange des neuen Semesters das Probejahr hatte beginnen sollen, aber zur Ableistung einer miltürischen Ubung beurlaubt worden war, bei der Anstalt ein.
Vom 27 Juni ab wurden die Lektionen des wissenschaftlichen Hülfslehrers Dr. Clasen, weleher zu eiuer militärischen Ubung einberufen war, 2 Wochen lang vertretungsweise verschen.
Zwei sehr brave und strebsame Schüler, die zu den besten Erwartungen berechtig- ten, die Obersekundaner Joseph Schmidt aus Oberweyer und Johann Dönges von hier verstarben nach längerem Leiden an zwei auf einander folgenden Tagen. Am 28. Juni vormittags beteiligte sich unter Führung des Ordinarius der IIi, Prof. Hillebrand und des Gesanglehrers Decku die Primaner und einzelne Sekundaner an dem Leichenbegängnisse des zuerst genannten Schülers in dessen Heimatsorte, und am folgenden Tage wurde der letztere von dem Lehrerkollegium und den Schülern zu Grabe geleitet.
Am 4 u. 29. Juh wurde ungewöhnlicher Hitze wegen der Nachmittagsunterricht ausgesetzt.
Im Laufe des Juli wurden an drei Nachmittagen Ausflüge unternommen, mit den 3 untern Klassen nach Obertiefenbach und Beselich, mit den beiden Tertien nach Nieder- erbach, mit den Primanern und Obersekundanern nach Arnstein und Nassau.
Am 23. Juli wurde Gymnasiallehrer Gundlach wegen ciner notwendigen Reise vertreten.
. l)as Sommersemester fand einen betrübenden Abschluss. Am 10. August verschied wider alles Prwarten der Gymnasiallehrer Anton J e hn in Folge eines Herzschlages. Der Verstorbene, welcher im 37. Lebensjahre stand, war 2zXar schon einige Monate leidend ge- wesen, jedoch nicht in dem Grade, dass er sich genötigt gesehen hätte, seinen Dienst aus- zusetzen, und so hatte er auch noch an seinem Todestage bis zum Schluss des Vormittags- unterrichts seine amtliche Thätigkeit geübt.— Auf dem Gymnasium zu Fulda vorgebildet, widmete er siech von Michaelis 1871 an zu Marburg dem Studium der Philologie. Nachdem er dort im Semmer 1876 die Lehramtsprüfung bestanden, leistete er am Apostel-Gymnasium


