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zu Köln das Probejahr ab und wuree darauf am hiesigen Gymnasium zunäehst seit Herbst 1877 als wisse nschaftli her Iülfslehrer bescl äftigt, dann am 1. Januar 1879 als ordentlicher Lehrer angestellt. Zuletzt hatte er die 2 ordenmliche Lehrerstelle inne.— Das Lehrerkol- legium hat in dem Verstorbenen einen aufrichtigen, durch Geradheit und Biederkeit des- Charakters ausgezeichneten Amtsgenossen, die Austalt einen pflichttrenen Lelirer verloren, dem bei ernster Auffassung seines Perufs die Förderung seiner Schüler vor allem am Herzen lag und dessen Wirken von günstigen Erfolge begleitet wurde.— Am 13. August, dem Tage des Semesterschlusses gaben Lehrer und Schüler dem Verstorbenen das letzte Geleite. Der Gymnasial-Religionslehrer T'r. Bertram nalmn die Bestattung vor. mit welcher er eine Trauerrede verband, und celebriente dann auch in der Pfarrkirche die sich an das Leichen- begängniss anschliessenden Exequien
Nach dem Schlusse der Trauerfeier, um 11 Uhr, wurden die Censuren in den ein- „elnen Klassen ausgeteilt und die Schüler in die Ferien entlasscn.
Nach lünfwöchiger Dauer der Ferien wurde Montag den 19. September nachmittags 2 Uhr der Unterricht für das Wintersemester eröffnet, nachdem vormittags die Aufnahmeprüfungen stattgefunden. hatten
An demselben Tage wurde der seitherige provisorische Verwalter der 1 ordentlichen Lehrerstelle, Dr phil Bertra m*), nachdem ihm dieselbe vom 1. Juli ab definitiv über- tragen war, in Gegenwart des Lehrerkollegiums durch den Direktor in sein Amt eingeführt und eidlich verpflichtet.
Mit dem Beginn des Semesters trat der Kandidat des höheren Schulamts Albert Schmitt aus Marburg das pädagogische Probejahr an.
Bis zum Ende des September wurden sämtliche Lektionen, welche dem verstor- benen Lehrer obgelegen hatten, vertretungsweise vorschen, da der hiesiger Anstalt überwie- zene wissenschaftliche Hülfslehrer Anton Borzuck i seine Tlätigkeit am Gymnasium zu Hersfeld noch b's zum dortigen Semesterschluss fortzusetzen hatte. Am 1. Oktober begann derselbe seine Wiksamkeit an hiesiger Anstalt.
Am 5. Cktober fiel der Unterricht von 9— 10 Uhr aus, weil sich Lehrerkollegium und Schüler an dem Leichenbegängnis des am 1 OKtober 1885 in den Ruhestand getretenen Oberlehrers Colombel beteiligten.
Am 14 ej. sowie am folgenden Tage von 8— 10 Uhr wohnte der Herr Provinzial- Schulrat Dr. Lahmeyer in allen Klassen dem Unterricht bei.
Am 18, ej unternahm der Ord'narius der II2 Oberlehrer Bosing mit seiner Klasse einen Nachmittagsausflug nach Diez.
Vom 15.— 17. December wurde Gymnasiallehrer Dr. Orth wegen einer notwendigen Reise in seinen Lektionen vertreten.
Die Weihnachtsferien währten vom 23. Dec. mittags bis zum 8. Jan. einschl.
Vom 16.- 18. Februar wurde Oberlehrer Bosing krankheitshalber in den ihm ob- liegenden. Lektionen vertreten.
Im 8. März und den beiden folgenden Tagen wurde der Unterricht des erkrankten
*) Friedrich Bertram, geb. am 4. Septbr. 1851 zu Eltville im Rheingau, besuchte das Gymnasium zu Hadamar von Ostern 1864 bis Ostein 1870, studierte dann bis Herbst 1871 Philosophie in Münster und darauf bis Herbst 1873 Théologie in Mainz. Nachdem er Herbst 1873 die philosophisch-theologische Prüfung in Lim- burg bestanden, wurde er daselbst am 7. April 1874 ordiniert. Dann war er in München vom Sommer des- selben Jahres bis Neujahr 1878 Informator in der Familie des Barons von Ritter, besuchte zugleich(4 Semester lang) philes phische und geschichtliche Vorlesungen an der dortigen Universität und wurde am 30. Juli 1877 an der Universität zu Würzburg zum Dr. phil. promoviert.(Dissertation: Die Unsterblichkeitslehre Platos.) Seit Anfang 1878 bis Herbst 1881 Var er Informator in der Familie des Grafen Salm-Reiffeischeidt in Brüssel; garauf wirkte er 2 Jahre als Kuratpriester in München und dann vom Oktober 1883 an als Kaplan in Hada- mar. Vom 1. Januar 1886 ab wurde er zunächst provisorisch und, nachdem er am 9. und 10. Februar 1887 vor der Königl. Wissensch. prüfungs-Kommission in Münster die Lehramtsprüfung in der Religion, im Hebräi-. schen, in der philosophiscken Piopädeutik und im Franzosischen bestanden, vom 1. Juli desselben Jahres ab definitiv an hiesigem Gynxasium crgestellt.— 8.


