Bericht
über das Schuljahr 188384.
I. Lehrverfassung.
Prima.
Ordinarius: Director Dr. Peters.
Religionslehre: a. katholische: Gott der Eine und Dreieinige, Erschaffung, Erhaltung und Regie- rung der Welt, Engellehre, Fall des ersten Menschen, Erbsünde, Vorbereitung auf die Erlösung, die Person des Erlösers. Aus der allgemeinen Sittenlehre: Grundbedingungen des Sittlichen und das verwirk- lichte Sittliche. Wiederholungen aus der Apologetik, Glaubens- und Sittenlehre und aus der Kirchenge- ꝛchichte. 2 St.
Bis zum 22. Juni: Westenberger. Vom 12. Juli ab bis zum Schlusse des S. S.: Franz, Konvikts- Regens. Im W. S.: Dr. Kehrein.
b. evangelische: Lektüre des Evang. Johan- nis im Grundtext mit Berücksichtigung der Synop- tiker. Die Grundlehren der Dogmatik. Neuere Kirchengeschichte.— Repetitionen aus der Bibelkunde, Kirchengeschichte u. Morallehre(nach Noack's Hülfs- buch für die oberen Klassen höherer Schulen.) 2 St. Im S. S.: Halder, Pfarrer in Staffel, im W. 8.: UIllrich, Pfarrer in Hadamar.
Deutsch: a. Litteraturgeschichte von Opitz bis zur neueren Zeit.
b. Lektüre: Lessings„Emilia“; Göthes„Götz“, „Iphigenie“ und„Tasso“; Schillers„Jungfrau v. Orleans“,„Über Anmuth und Würde“ mit Auswahl, und„Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon“.
e. Aufsätze alle Monate, freie Vorträge jede Woche. 3 St. Professor Meister.
Lateinisch: a. Horat. Od. III u. IV; ausgewühlte Epoden und Satiren, carmen saec. Memorieren ein- zelner Oden. 2 St. Colombel.
b. Cic. Tusc. disp. I. I; Cic. de orat. III. Im An- shluss fortgesetzte Dbungen im Lateinsprechen. 3 St.
c. Syntax: Wiederholungen von d. Partic etc. und Lehre von der Wortstellung und dem Satzbau nach Meiring. 1 St. Mündliches Übersetzen ins Lat, nach Süpfle's 3. T. Wöchentliche Exercitien resp. Extem- poralien nach Diktaten. Beurteilung, der monat- lichen Aufsätze. 1 St. Die mündlichen UÜbersetzungs- übungen leitete im W. S.(1 St.) Kandidat Dr. Peters. Der Director.
Griechisch: a. Hom. II. I. IX, X, XI.— Priva- tim I. XII& XXIV, XV& XVI.— Einleitung zum griechischen Drama. Soph. Ai.— 2 8St.
b. Nach vorausgeschickten entsprechenden Einlei- tungen: Plat. Apol., Thuc. l. VI. 3 St.
c. Syntax: Lehre vom Partic., von d. Relativ- u. Fragesätzen, Negationen und Partikeln, nach Curtius.
1. St. Zweiwöchentliche Exercitien resp. Extempora- lien. Der Director. Französisch: a. Wiederholung ausgewühlter Ab- schnitte aus der Syntax. Synonymik und Berück- sichtigung der Etymologie. Ubungen im mündlichen Übersetzen in das Französische, nach Plötz' Schul- grammatik, sowie Ubertragung einzelner Partien aus Schiller's Jungfrau von Orleans. Zweiwöchentliche Exercitien oder Klassenarbeiten. 1 St. b. Lamartine: Voyage en Orient; Corneille: Cid. — Ubungen im freien Gebrauch der französischen Sprache im Anschluss an die Lektüre. 1 St. Bis zum 22. Juni: Westenberger; seit 5. Juli: Dr. Orth. Hebräisch: Abschluss und Wiederholung der Formenlehre; das Wichtigste aus der Syntax, nach Vosens Lehrbuch; Lesung und Erklärung grösserer Stücke aus den historischen Büchern des alten Testa- ments; Memorierübungen. 2 St. Bis zum 22. Juni: Westenberger. Von da an bis zum Schluss des S. S.: Colombel. Im W. S.: Dr. Kehrein. Geschichte und Geographie: Neuere, hauptsächlich deutsche und preussische Geschichte mit Berücksichti- gung der Geographie. Wiederholungen aus den an- deren Teilen der Geschichte, sowie aus der Geogra- phie. 3 St. Hillebrand. Mathematik: Arithmetik: Arithmetische undo geometrisehe Reihen, Zinseszins- und Rentenrechung, figurirte Zahlen, Combinatorik, binomischer Lehrsatz. Wiederholungen der Gleichungen zweiten Grades. 2 St. Geometrie: Stereometrie, Wiederholung der Trigonometrie, planimetrische Aufgaben. 2 St. Physik: Optik, Lehre von der Wärme. 2 St. Schenck.
Themata: a. zu den deutschen Aufsätzen: 1. Die Rückkehr und die ferneren Schicksale des Menelaos, nach Homer. 2. Durch welche Mittel gelangte die deutsche Litteratur im 18. Jahrhundert zur Blüte? 3. Wem legt die Geschichte den Namen des Grossen bei? 4. Ibi bene, ubi patria(Klassenarb.). 5. Theo- dorich d. Gr. in Geschichte und Sage. 6. In wiefern kann man sagen, dass der Held des Dichters und der Dichter des Helden bedürfe? 7. Welche Um- stände kamen Friedrich II. bei der Führung und glücklichen Beendigung des siebenjährigen Krieges besonders zu statten? 8. Hagen und Rüdiger in ihrem Verhalten gegen ihre Herrinnen. 9. In wiefern kann man die Griechen das bedeutendste weltge- schichtliche Volk des Altertums nennen? 10. Warum erschlug Hagen den edlen Siegfried?(Klassenarb.)
b. zu den freien Vorträgen: 1. Die Einheit der Handluug in Schillers„Tell“. 2. Inhalt von Wallen-


