15 wollen. 1) Dazu ist eines Consul's Sohn viel zu gering und sind seine Verhältnisse zu niedrig. Das Gesagte passt überhaupt auf keinen der Sterblichen und nähme er seinen Rang unter den höchsten Pürsten der Erde ein. Was der Dichter hier singt, ist das grosse Glauben und Hoffen aller vorangegangenen Zeiten, die Sehnsucht nach dem verheissenen, durch die Sibyllen in der Erinnerung der Heiden erhaltenen grossen König, Göttersohn, Welterneurer und Friedensbringer.
Schon ²) Cyrus muss wohl diese Verheissung für sich benutzt haben; darauf deutet seine fabelhafte, den mythischen Göttersöhnen und Heroen nachgebildete Jugendgeschichte, auch der Umstand, dass er nach dem Berichte des Nikolaus von Damaskus die Sibylle Herophile von Ephesus kommen liess. Alexander liess gleichfalls diese Weissagung auf sich beziehen; es wird berichtet,(Strabo p. 814, Nicanor bei Lactantius 1. 6.) dass die Sibylle ihn für den Sohn des Zeus erklärt und seine Thaten vorhergesagt habe; auch seine Geburt ist sagenhaft ausgeschmückt. Zur Zeit Cäsars erwachte mit grosser Macht neuerdings unter den unglückseligen Zeitverhältnissen die Sehnsucht nach dem messianischen König ³). Cäsar wollte, dieses benützend, nach beendigten Bürgerkriegen den Königstitel annchmen, da wird er ermordet; auch ihm wurde eine wunderbare Geburt zugeschrieben. Die Sehnsucht und Erwartung dauerte fort. Sueton ⁴) erzühlt als nota ac vulgata res, dass bei der Geburt des Augustus der berühmte Kenner etruskischer Schicksalsbücher Nigidius Figulus erklärt habe„dominum terrarum orbi natum.“ Augustus ⁵), dem gleichfalls eine wunderbare Geburt zugeschrieben wurde), wandte diese Erwartung seiner Zeit auch wirklich auf sich an, und gab sich später wirklich für den grossen Friedenskönig und den Sohn Apollos aus. Auf Münzen liess er sich salus generis humani nennen und wurde selbst als Gott Apollo darauf abgebildet. Virgil glaubte denn auch später an ihm einen besseren Anhaltspunkt für die Erfüllung seiner grossen Hoffnungen zu haben, als bei Pollio's Sohn und bezog die grosse, schon in der vierten Ecloge ausgesprochene Weis- sagung auf Augustus. In seiner Aeneis) erzählt er, dass Anchises seinem Sohne Aeneas in der Unterwelt den Augustus bezeichnet habe als den kommenden Gottessohn, der die goldene Herrschaft des Saturn wiederherstelle. Sein Reich werde die ganze Welt um- fassen, und sei seine Ankunft bereits durch die Orakel der Götter in den kaspischen Reichen, wie an den Ufern des Nil verkündet. Noch lange nach Augustus) durch das
1) Darüber spricht sich schon aus: Constantin in seiner Oratio ad sanct. ooetum bei Eusebius: vita Constantini; Abäülard(† 1142) in seiner introduct. ad theol. lib. 1. c. 21 und theol. christ. lib. 1.; Marsilius Ficinus in dem 1474 geschriebenen Werke: de christ. rel. c. 24.
2) Die folgende Zusammenstellung ist nach Lüken, die sibyll. etc. S. 25.
3) Cicero bezieht sich hierauf de divin. II. 54.
4) Vita Octav. c. 94.
5) Schon dieser ihm feierlich ertheilte Name Augustus(der Heilige, der Göttliche) ist bezeichnend.
6) Suet. vita Octav. c. 94.
7) VI. 792 ff.
8) Suet. vita Vespas. cap. 4: Percrebuerat oriente toto vetus et constans opinio, esse in fatis, ut eo tempore Judaea profecti rerum potirentur. Tacitus hist. lib. V cap. 13: Pluribus persuasio inerat, antiquis sacerdotum libris contineri, eo ipso tempore fore, ut valesceret Oriens profectique Judaea rerum potirentur- Nach diesen Stellen wurde der grosse Weltkönig aus Judäa erwartet; beide Autoren schöpfen aus Josephus de bello Jud. VI. 5. 4, setzen aber willkürlich den Plural: Judaea profecti, während Josephus schreibt:
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