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manches Opfer an Zeit und Kraft, neben einem anſtrengenden Schulamte, dieſelbe auch fordert, und mit wie manchen Unannehmlichkeiten ſie außerdem verbunden iſt: der Umſicht und Thätigkeit des Bibliothekars verdankt das Inſtitut eine Ordnung im Innern, und nach Außen eine geregelte Wirkſamkeit, die alle Anerkennung verdient.
Die Bücherſammlung wurde auch im Laufe dieſes Jahres um Werke im Be⸗ trag von 400 Gulden aus Staatsmitteln vermehrt, und erhielt außerdem als Ge⸗ ſchenke: Kehreins Onomat. Wörterbuch, Hefte 3— 6; deſſen Proben der deutſchen Poeſie und Proſa, 2. Thl.; deſſen Zur Geſchichte der deutſchen Bibelüberſetzung ꝛc. von dem Verfaſſer. 1
G. Privatunterricht.
Privatunterricht in Gegenſtänden, welche öffentlich in der Klaſſe gelehrt wer⸗ den, wurde im Laufe dieſes Schuljahres mehr verlangt und ertheilt, als vordem. Mag dieſes zum Theil in eigenthümlichen Verhältniſſen und Bildungszwecken der betreffenden Schüler begründet und dadurch gerechtfertigt ſein, ſo waltet doch auch hierin vielfach von Seiten der Schüler wie ihrer Eltern ein Vorurtheil ob, das an einer gut organiſirten Schule nicht ſtatt haben kann und ſoll, das Vorurtheil nämlich, als bedürfe es dieſes Privatunterrichtes, um das Fortkommen des Schülers in der Klaſſe, und namentlich ſein Aufſteigen in eine höhere zu bewirken und zu ſichern. Dieſes kann nur dann der Fall ſein, wenn ein Gymnaſialzögling unver⸗ ſchuldet in einem einzelnen Lehrgegenſtande von Hauſe aus gegen ſeine Klaſſen⸗ genoſſen ſo zuruͤck iſt, daß das Fehlende nicht durch geſteigerten Fleiß und die gewöhn⸗ liche Nachhilfe vom Klaſſenlehrer oder von beſſeren Mitſchülern von ihm ſelbſt be⸗ wirkt werden kann. Wenn er in allen andern Gegenſtänden für ſeine Klaſſe reif iſt, und ihm dadurch der Raum für einige freie Stunden für den beſondern Gegen⸗ ſtand gelaſſen iſt, ſo wird ein gut geleiteter, zeitweiliger Privatunterricht an ſeiner Stelle ſein, oder auch wenn der Bildungsgang eine Erweiterung deſſelben über das Klaſſenpenſum hinaus fordert. Immer aber gehört auch in dieſen Fällen von Seiten des Schülers eine gewiſſe ſittliche Stärke dazu, daß er dieſer beſondern Nachhilfe nicht zu viel vertraue, und ſeine Thätigkeit für die Klaſſe dadurch er⸗ lahme. Sittlich nachtheilig wird er noch, und ſchadet dem Geiſte der Schule, wenn noch eine Gunſterſchleichung bei einem oder dem andern Lehrer dadurch beab⸗ ſichtigt wird. Der gewiſſenhafte Lehrer, der für eiteln Lohndienſt ſich nicht hergibt, wird freilich hier ſchon ſichten; immer bleibt aber doch zu wünſchen, daß Eltern
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