Jahrgang 
1851
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theils durch allerlei ungünſtige Zwiſchenfälle, wie ſie in ſolchen Privatverhältniſſen unvermeidlich ſind, auf.

E. Körperübungen.

Die Uebungen auf dem Turnplatze wurden, unter alleiniger Verantwortlichkeit und Leitung des Directors, den Sommer über in wöchentlichen Abendſtunden regel⸗ mäßig vorgenommen. Das Techniſche dabei mußte den zu Vorſtehern gewählten alteren und geübteren Gymnaſiaſten überlaſſen werden. Die disciplinariſche Aufſicht führten jedesmal 2 Gymnaſiallehrer, da ein Turnlehrer wieder ganz fehlte. Daß unter ſolchen Verhältniſſen dieſe heilſamen Uebungen dahier ganz eingehen müſſen, und der mit großen Koſten hergerichtete, ſchöne und zweckmäßige Turnplatz verödet, iſt unvermeidlich, da in den aälteren Schülern gerade die leitungsfähigen Turner abgehen, ohne daß jüngere herangebildet werden können. Bis jetzt hielt das in der Sache ſelbſt liegende Bedürfniß, und der beſſere Sinn unſerer Jugend die gymnaſti⸗ ſchen Uebungen ſelbſt noch bei einiger Friſche und Freudigkeit, und die Sorgfalt der mit der disciplinariſchen Aufſicht beauftragten Lehrer ſchützte vor bedeutenden Unglücksfällen. Indeſſen können dieſe Erſcheinungen, wenn fortwährend in einem geeigneten Lehrer die Seele des Ganzen fehlt, nicht nachhaltig bleiben, und ohne alle Unterſtützung muß die Sache ſelbſt erliegen.

Ein Curſus im Reiten wurde im Juli und Auguſt vom Gymnaſial⸗Reitlehrer Stroh in Weilburg mit einigen Gymnaſiaſten der Oberklaſſen gehalten, wozu in⸗ deſſen auch die erforderliche Localität uns gänzlich fehlt, dagegen mußte dem Bade⸗ aufſeher und Schwimmlehrer der Vertrag gekündigt werden, weil die bisherige Re⸗ muneration aufhörte, und auch dieſe Einrichtung wurde der Privatverantwortlichkeit des Directors anheim gegeben. Für dieſen Sommer blieb die bisherige Aufſicht und Leitung durch den Schwimmlehrer J. C. Wagner von hier gegen Privatent⸗ ſchädigung, die durch freiwillige Beiträge der Gymnaſiaſten beſchafft wurde. Mö⸗ gen beide Theile der körperlichen Uebung und Bildung in der Vorſorge des Staats wieder die verdiente kraftigere Unterſtützung finden!

F. Bibliothek.

Die Verhältniſſe der Gymnaſialbibliothek erlitten unter der ſorgfältigen Ver⸗ waltung des Herrn Profeſſor Kehrein keine weſentliche Veränderung, und wie